Der Laubfrosch – eine faszinierende, aber leider seltene und schwer zu findende Amphibie

Der Laubfrosch ist, soweit ich informiert bin, im Saarland leider ausgestorben. Es gibt wohl diverse Wiederansiedlungsprojekte – diese scheinen aber nicht allzu sehr von Erfolg gekrönt zu sein.

Wenn wir den ein oder anderen Laubfrosch beobachten wollten, hatten wir jeweils tatsächlich eine circa 2-stündige Autofahrt nach Baden-Württemberg auf uns genommen. Mit der Zeit hatten wir im Großraum Karlsruhe einen „Laubfrosch Hotspot“ ausfindig gemacht, bei welchem wir an heißen Sommertagen regelmäßig sich sonnende Laubfrösche finden konnten.

🏞️ Welches Umfeld benötigt ein Laubfrosch?

Die bis zu 4,5 cm großen Laubfrösche halten sich zur Paarungszeit gerne in flachen, sonnigen Gewässern auf, die während des Sommers austrocknen können. Das Austrocknen garantiert den Laubfröschen, dass der Laichtümpel fischfrei bleibt und somit dahingehend keine Gefahr für den Laubfrosch-Laich besteht.

Der Laubfrosch ist eine seltene und schwer zu findende Amphibie mit Haftscheiben n den Füßen
Welch ein Prachtkerl

An heißen Sommertagen halten sich Laubfrösche gerne auf Schilf- oder Brombeerblättern auf und werden ihrem Ruf als Sonnenanbeter gerecht. Stundenlang können sie dann ruhig da liegen und lassen sich die Sonne auf den Rücken brennen.

🐸 Unsere Laubfrosch-Beobachtungen

Dies waren dann auch jeweils die Situationen, in denen wir Glück bei der Laubfrosch-Suche hatten. Wenn sich die Laubfrösche einmal sonnen, kann nichts und niemand sie stören. Sie „kleben“ mit den Haftscheiben ihrer Füße auf den Blättern und bewegen sich keinen Millimeter.

Laubfrosch beim Sonnenbad mit seinen Haftscheiben am Röhricht klebend

Übrigens: Die Haftscheiben an ihren Füßen bestehen aus einer Kombination aus Schleim und winzigen Strukturen, die eine Art Unterdruck erzeugen. Damit können sie mühelos senkrecht an glatten Pflanzenstängeln oder Blättern sitzen – fast wie kleine Gecko-Verwandte.

Besonders faszinierend war, wie vollkommen regungslos sie in der Sonne verharrten – als wären sie selbst ein Teil des Blattes. Ihre leuchtend grüne Farbe verschmolz dabei manchmal perfekt mit dem Blattgrün oder dem Grün des Stängels, was sie für uns selbst aus nächster Nähe schwer zu erkennen machte. Nur ein gelegentliches Blinzeln oder ein kaum wahrnehmbares Aufblähen ihrer Kehle verriet, dass sie überhaupt da waren.

Als wir einmal kein Glück bei der Suche nach Laubfröschen hatten, hat sich dafür ein anderer amphibischer Glücksfall eingestellt. Mitten auf dem Weg saß bei Tageslicht als Zufallsfund eine

Knoblauchkröte

Wie die Knoblauchkröte dazu kam, sich in der prallen Sonne dort niederzulassen, können wir uns immer noch nicht erklären, da sie sich normalweiser die meiste Zeit vergraben im Erdboden oder in Tümpeln aufhält – wenn überhaupt, dann ist sie eigentlich nur in der Nacht zu sehen. 

Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) ist eine eher seltene, in Europa heimische Amphibienart, die vor allem durch ihre ungewöhnliche Verteidigungsstrategie auffällt: Bei Gefahr sondert sie ein stark riechendes Sekret ab, das an Knoblauch erinnert – daher ihr Name. Die Knoblauchkröte gehört zur Familie der Schaufelkröten und ist besonders an ein grabendes Leben angepasst. Mit ihren kräftigen Hinterbeinen und grabenschaufelartigen Fersenhöckern kann sie sich blitzschnell rückwärts in sandige oder lockere Böden eingraben.

Tagsüber bleibt sie meist versteckt und wird erst in der Dämmerung aktiv. Ihr Lebensraum umfasst offene Landschaften wie Wiesen, Äcker oder lichte Wälder mit ausreichend grabfähigem Boden und temporären Gewässern zur Fortpflanzung. Leider gilt die Knoblauchkröte in vielen Regionen als gefährdet, da ihre Lebensräume durch intensive Landwirtschaft und Flächenversiegelung zunehmend verloren gehen. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich deshalb auf den Erhalt geeigneter Laichgewässer und grabbarer Böden.

Die Knoblauchkröte ist einer der seltensten Amphibien in Deutschland, schwer zu finden und vom Aussterben bedroht

Bei „unserer“ Knoblauchkröte hatten wir dann immerhin die Chance eine gute Tat zu vollbringen, indem wir sie in den Schatten am Waldrand brachten. Dort hatte sie im lockeren Boden die Chance sich zu vergraben, so wie es eine Knoblauchkröte tagsüber eigentlich macht. Wegen der Fähigkeit, sich schnell vergraben zu können, trägt sie auch den Namen Schaufelfußkröte.

Die Knoblauchkröte ist einer der seltensten Amphibien in Deutschland, schwer zu finden und vom Aussterben bedroht

Fazit

Leider hat entlang den Stellen, an denen wirden ein oder anderen Laubfrosch immer wieder finden konnten (und einmalig auch die Knoblauchkröte), die Sanierung eines Damms stattgefunden. Nach Ende dieser Sanierungsmaßnahme waren die Laubfrösche leider verschwunden und auch bei weiteren mehrmaligen Versuchen blieb unsere Suche dort leider erfolglos.

Wie es scheint, müssen wir für die Zukunft einen neuen Hotspot finden.

Für verschiedene Krötenarten haben wir solche Hotspots auf den Halden im Saarland schon gefunden.

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