Meine Vorgeschichte
Als gebürtigen Franken hat es mich 2015 ins Saarland verschlagen. Mit ins Saarland brachte ich, unter anderem, meine Liebe zur und mein Interesse an der Tierwelt und mein Hobby, eben diese Tierwelt zu fotografieren.
Zu meinen vielen tierischen Leidenschaften zählen ganz besonders die Amphibien, wie Kröten, Unken, Molche, Salamander und Frösche. Für einige Krötenarten und Unken sind manche Halden im Saarland kleine Paradiese. Glücklicherweise habe ich einige dieser „amphibien-paradiesischen Halden“ ausfindig machen können.
Wenn also die Laichzeit im frühen Frühjahr startet, bin ich deswegen nicht selten bis in späte Nachtstunden auf den verschiedenen Halden im Saarland anzutreffen. Dagmar kann ich für diese nächtlichen Aktionen nicht immer begeistern, oft begleitet sie mich jedoch. Weitere treue Begleiter sind unsere Enkelkinder, wenn sie zu Besuch im Saarland sind – so jung sie auch noch sind, sind sie dennoch bereits mit dem Amphibien-Fieber infiziert.
Als Orientierung, wann welche Amphibien wandern bzw. laichen, nutzen wir diesen Amphibienkalender. Er ist eine gute Hilfe, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Amphibie man wann suchen kann.

Aber zunächst für diejenigen, die nicht aus einer Kohleabbauregion kommen:
Was ist eine Halde?
Halden sind, aus dem im Bergbau entstehenden Abraum aufgeschüttete künstliche „Berge“.

Diese Bergehalden wurden zum Ende des Kohleabbaus mehr oder weniger sich selbst überlassen, so dass sich dort auch verschiedene Amphibien- und Reptilien-Arten ansiedeln können.
Welche Amphibien kann man auf den Halden im Saarland finden?
Einige Krötenarten, die man auf den Halden finden kann, sind wahre Raritäten in der Amphibien-Welt.
Zu diesen Raritäten gehört zum Beispiel die
Geburtshelferkröte
Die Geburtshelferkröte ist deswegen einzigartig, weil das Männchen die Laichschnur mit sich herumträgt, bis die Larven ins Wasser abgesetzt werden können.

Neben der kleinen Größe (bis max. 5,5cm) dieser Amphibie kann man die Geburtshelferkröte leicht an ihrer schlitzförmigen, senkrechten Pupille von anderen Krötenarten unterscheiden. Dies ist macht sie einzigartig und erleichtert das sichere Bestimmen in der Krötenwelt.

Nur einmal konnten wir Geburtshelferkröten beobachten – bei diesem einen Mal hatten wir das Glück, auch ein Männchen mit Laichschnur zu sehen. Unglaublich…



Eine weitere Rarität ist die
Wechselkröte
Die Wechselkröte ist eine hübsch gefärbte, ebenfalls recht seltene Kröte, die zumindest im Saarland aber noch regelmäßig anzutreffen ist.

Je nach Geschlecht können Wechselkröten unterschiedliche Größen erreichen: Männchen werden bis circa 7 cm groß, Weibchen können 10 cm erreichen. Wechselkröten haben die Möglichkeit ihre Hautfarbe schnell den jeweils vorherrschenden Umgebungsbedingungen anzupassen

Vor allem während der Laichzeit halten sie sich gerne in der Nähe von und in Gewässern auf und rufen nach einer Partnerin. Wenn die Umgebungsbedingungen passen, kann es durchaus vorkommen, dass sich mehrere dutzend dieser Amphibien im Laichgewässer befinden.



Darüber hinaus haben wir auf den Halden im Saarland noch die
Gelbbauchunke
zu bieten.
Die Gelbbauchunke ist recht schwer und recht selten anzutreffen – wahrscheinlich auch deswegen, weil sie relativ klein ist.

Zwischen 3,5 und 5,5 cm können Männchen bzw. Weibchen groß werden. Im Vergleich zu anderen Amphibien bevorzugen Gelbbauchunken für die Laichablage Kleinsttümpel oder auch Pfützen.

Wie der Name schon sagt, hat die Gelbbauchunke einen gelben Bauch – wobei das Gelb auch in Richtung Orange gehen kann. Den Bauch zeigt die Gelbbauchunke, wenn sie sich bedroht fühlt und dann die sogenannte Kahnstellung einnimmt – auch Unkenreflex genannt.

Durch das Zeigen des gelben Bauchs warnt sie ihre Feinde vor dem Hautgift, welches sie abgeben kann.

Neben dem gelben Bauch hat die Gelbbauchunke ein weiteres Alleinstellungsmerkmal, durch das man sie von anderen Amphibien unterscheiden kann. Die Gelbbauchunke hat herzförmige Pupillen – dies ist ebenfalls einzigartig in der Welt der Amphibien.
Weitere Amphibien…
…die wir auf den Halden im Saarland finden konnten:



Einen anderen Lebensraum als die oben beschriebenen und gezeigten Kröten und Unken benötigen die Erdkröten, sowie die verschiedenen Molche. Infos hierzu findet Ihr beim Beitrag „Amphibienwanderung in Homburg“.
