Warum wir Delhi als Reiseziel wählten
Zum Jahreswechsel 2022 / 2023 hatten wir einen Kurzurlaub in Delhi und im Ranthambore Nationalpark geplant. Da es für Dagmar ihr allererster Indien-Aufenthalt war und um deshalb den Kulturschock möglichst gering zu halten, entschieden wir uns bewusst für diese „Indien-Einsteiger-Kombination“ – eine Mischung aus Kultur und Natur.
Delhi – Indiens pulsierende Hauptstadt zwischen Geschichte und Gegenwart
Delhi ist eine der faszinierendsten Metropolen Asiens – ein Ort, an dem Jahrtausende alte Geschichte und rasanter Fortschritt in einem einzigartigen Spannungsfeld aufeinandertreffen. Mit über 30 Millionen Einwohnern gehört der Großraum Delhi zu den bevölkerungsreichsten urbanen Zentren der Welt. Die Stadt ist politisches Machtzentrum, kulturelles Herzstück und wirtschaftlicher Motor des Landes zugleich.

Delhi besteht aus zwei deutlich spürbaren Teilen: dem historischen Alt-Delhi mit seinen engen Gassen, duftenden Straßenmärkten und jahrhundertealten Moscheen – und dem modernen Neu-Delhi, das als Hauptstadt des britischen Kolonialreichs ab 1911 geplant wurde. Hier findet man breite Boulevards, koloniale Regierungsgebäude und grüne Alleen. Die Vielfalt der Religionen, Sprachen, Gerüche und Geräusche ist überwältigend – Delhi ist laut, chaotisch, energiegeladen und dennoch tief spirituell.
Kulturell ist die Stadt ein Mosaik aus alten Tempeln, prächtigen Forts, geschäftigen Basaren und aufstrebenden Szenevierteln. Sehenswürdigkeiten wie das Rote Fort, die Jama Masjid, das India Gate oder das Humayun-Mausoleum gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und spiegeln Delhis bedeutende Rolle in der Geschichte Indiens wider.

Delhi ist auch ein Verkehrsknotenpunkt – hier beginnt oder endet für viele Reisende ihr Abenteuer durch Indien. Mit dem internationalen Flughafen Indira Gandhi, einem gut ausgebauten Metro-Netz und einem unerschöpflichen Angebot an Streetfood, Unterkünften und Erlebnissen ist Delhi mehr als nur ein Zwischenstopp: Es ist ein Erlebnis für alle Sinne – intensiv, herausfordernd, aber unvergesslich.
Unsere Highlights in Delhi
Es ist zwar nicht unbedingt eine klassische Sehenswürdigkeit – zu unseren Highlights in Delhi gehört dennoch auf jeden Fall
Chandni Chowk
Chandni Chowk ist ein riesiger Markt in Alt-Delhi, in der Nähe des Roten Forts gelegen, durch den ein Labyrinth an engen und verwinkelten Gassen führt.





In diesen Gassen kann man wohl alles bekommen: Essen, Obst und Gemüse, Kleidung, Schmuck, Elektronik, Räucherstäbchen und Blumen – es gibt offensichtlich nichts, was es in Chandni Chowk nicht gibt.







Die Menge an Menschen, der Lärm und die Gerüche lassen keine Zweifel aufkommen, dass man sich hier mitten im Herz von Indiens Hauptstadt befindet.


Insofern es ein „authentisches“ Indien überhaupt gibt, kann man es in Delhi am ehesten in Chandni Chowk erleben.
Ganz so romantisch, wie im Bollywood-Film „In guten wie in schweren Tagen“ mit Kajol und Shah Rukh Khan ist Chandni Chowk zugegebenermaßen aber nicht.

Unbedingt sollte man den / die ein oder andere(n)
Tempel und Moschee in Delhi
besuchen. Für den Besuch eines Hindu-Tempels bietet sich der Birla Mandir (Shri Laxmi Narayan Tempel) an, für den Besuch eines Sikh-Tempels ist der Gurudwara Bangla Sahib ein Muss, die Freitagsmoschee kann gut mit einem Spaziergang in Chandni Chowk verbinden.
Der
Sikh-Tempel Gurudwara Bangla Sahib
ist der bedeutendste Sikh-Tempel in dieser faszinierenden Stadt.






Die komplette Anlage umfasst neben dem eigentlichen Tempel noch einen heiligen See, den Amrit Sovar, ein Gästehaus und eine riesige Küche samt Speisesaal.



Die Küche ist allein schon einen Besuch wert, da sie einen Speisesaal versorgt, in dem jeder Besucher rund um die Uhr kostenlos mit Dal und Roti verpflegt wird.



Während unseres Besuchs wurde im Halbstunden-Rhythmus der Speisesaal neu belegt.

Ein paar hundert Leute verlassen an einem Ende den Saal, während er von der anderen Seite wieder befüllt wird. Die „Gäste“ nehmen auf Teppichen am Boden Platz…


…Blechteller werden verteilt und freiwillige Helfer kommen mit ihren 10 Liter-Eimern, aus denen das Dal verteilt wird.

So geht es 24 Stunden am Tag über 365 Tage im Jahr. Die gastfreundlichen Sikh heißen jederzeit jeden willkommen, egal welcher Religion derjenige angehört und egal welchen Status er besitzt.
Der
Hindu-Tempel Birla Mandir oder auch Shri Laxmi Narayan Tempel
wurde in Delhi, wie viele weitere Tempel in Indien, vom Industriellen Birla erbaut und dem Gott Vishnu und dessen Gattin Lakshmi gewidmet.


Gebaut wurde der Tempel in den 1930er Jahren, eingeweiht wurde er von Mahatma Gandhi.

Für uns als deutsche Besucher ist es irritierend, dass auch dieser Hindu-Tempel teils mit Hakenkreuzen verziert ist. Das Hakenkreuz, auch Swastika genannt, steht im Hinduismus für Glück und Frieden und hat somit im indischen Raum eine komplett andere Bedeutung, als wir es mit unserer deutschen Geschichte verbinden. Auch Ganesha, der indische Elefantengott, wird oft mit einem Hakenkreuz in seiner Handfläche dargestellt.
Die
Freitagsmoschee (Jama Masjid)
befindet sich in Alt-Delhi, unmittelbar angrenzend an Chandni Chowk.

Die Jama Masjid wurde 1656, während der Mogul-Herrsshaft, eröffnet und ist noch heute die größte Moschee Indiens.



Die Moschee ist von drei Seiten durch Torbögen zu erreichen und bietet eine beeindruckende Aussicht über Alt-Delhi.

Rund 25.000 Besucher finden im Innenhof der Moschee Platz zum Gebet.
Niemand hat mehr für die Unabhängigkeit Indiens getan als
Mahatma Ghandi

Auf Ghandis Spuren wandelten wir unter anderem, indem wir das Birla Haus und das Raj Ghat besucht.
Das
Birla Haus (Ghandi Smriti)
wurde, wie der Name schon vermuten lässt, ebenfalls vom Industriellen Birla erbaut.
In diesem Haus verbrachte Mahatma Ghandi seine letzten Lebensjahre, letztendlich wurde er hier auch ermordet.
Ghandis letzter Weg, den er vom Haus zum Tempel im Garten gegangen ist, ist mittels künstlicher Fußabdrücke nachgestellt.



Im Garten wurde er dann von seinem Leibwächter umgebracht.

Im Haus ist in verschiedenen Schaukästen das Leben Ghandis nachgestellt. Ebenso kann man seinen Wohn- und Arbeitsraum besichtigen.

Verbrannt wurde Mahatma Ghandi am westlichen Ufer des Flusses Yamuna am
Raj Ghat

Das Raj Ghat ist eine gepflegte und verhältnismäßig bescheidene Anlage in Delhi, in der man die Verbrennungsstätte von Mahatma Ghani besuchen kann.


Auf der schwarzen Marmorplatte, auf welcher eine ewige Flamme brennt, sind die letzten Worte Ghandis eingraviert: „He Rama“ (Oh Gott)

Achtung:
Beim Betreten der Anlage muss man die Schuhe ausziehen. Der Boden kann aber glühend heiß sein.

Mogul-Architektur findet man in Delhi, wenn man
Humayuns Grabmal
besucht.
Humayun, der Glückliche, war nach Babur der zweite Mogul-Kaiser in Indien.
Sehr alt wurde der glückliche Humayun nicht – er lebt von 1508 (geboren in Kabul) bis 1556 und wurde somit nur knappe 48 Jahre. Sein Mausoleum wurde von 1562 bis 1571 erbaut.

Getoppt wurde circa 100 Jahre später die Euphorie des Grabmal-Baus durch Shah Jahan, als er das Taj Mahal für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal in Agra baute.

Ein zentraler Platz in Delhi, an dem immer Hochbetrieb herrscht ist der Bereich um das
India Gate
Das India Gate ist ein, dem Arc de Triomphe nachempfundener Triumphbogen, der zu Ehren von 90.000 im Ersten Weltkrieg gefallenen indischen und britischen Soldaten errichtet wurde.

Die Namen der gefallenen Soldaten sind im 42 Meter hohen Mahnmal eingraviert.
Ein paar ruhige Minuten verbrachten wir am
Jantar Mantar
welches in der Nähe des Connaught Place gelegen ist.
Der Maharaja Jai Singh II hatte ab 1724 insgesamt 5 Observatorien in Indien errichten lassen – in Ujjain, in Mathura, in Varanasi, in Jaipur und eben in Delhi.

Jantar Mantar ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt in etwa „denkendes Gerät“.

Wenn man ohnehin am Jantar Mantar ist, kann man die paar Meter zum Connaught Place laufen, wo wir wiederholt leckeres indisches Essen genossen haben.



Natürlich gibt es darüber hinaus viel mehr zu sehen in Delhi.
Wir hatten noch das
Rote Fort in Alt-Delhi
erkundet. Hier waren aber umfangreiche Sanierungsarbeiten im Gange, so dass der Besuch dort für uns nicht viel Sehenswertes mit sich brachte.







Ferner gibt es noch die Lodi Gärten, den Lotus Tempel, und, und, und – leider hatten wir für weitere Aktivitäten in Delhi aber nicht ausreichend Zeit.
Weitere Erkundungen müssen in Indiens Hauptstadt somit leider für uns noch etwas warten.
Dafür hatten wir bislang die Chance weitere Orte in Indien zu erkunden. Hierzu gehört Indiens pulsierende Metropole Mumbai, welche unbedingt einen Besuch wert ist.
