Bienenfresser – ein einzigartiges Farbjuwel der Natur

Der Bienenfresser – ein farbenprächtiger Vogel, der mit seiner spektakulären und exotischen Erscheinung verzaubert.

Bienenfresser in Deutschland

sind ein wahres Farbwunder in der Vogelwelt. Schon sein Name verrät einen Teil seiner faszinierenden Lebensweise, doch dieser Vogel ist so viel mehr als nur ein Insektenjäger.

Bienenfresser in einer Sandgrube bei Gerolsheim in Rheinland-Pfalz
Bienenfresser in der Sandgrube

Mit seinem leuchtend bunten Gefieder, das von Türkis über Gelb bis hin zu Rotbraun reicht, zieht er die Blicke auf sich. Kein Wunder, dass dieser herrliche Vogel auch uns in seinen Bann zieht.

Porträt eines Bienenfressers mit seinen leuchtenden Farben
Porträt eines Bienenfressers

In diesem Blogbeitrag widmen wir uns dem Bienenfresser in all seinen Facetten – angefangen bei seinem Lebensraum und Zugverhalten, über seine Nestbaukünste, bis hin zu wichtigen Tipps für Deine Fotoaufnahmen.

Lebensraum und geografische Verbreitung

In Deutschland und Mitteleuropa ist der Bienenfresser vor allem in warmen und trockenen Regionen zu finden. Bevorzugt werden offene Landschaften mit Sand- oder Lehmböden, in denen sich Steilwände befinden – etwa an Flussläufen oder Kies- und Sandgruben.

Bienenfresser bei Ihringen am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg
Bienenfresser am Kaiserstuhl

Uns bekannte Brutplätze des Bienenfressers befinden sich in Rheinland‑Pfalz und am Kaiserstuhl in Baden‑Württemberg. Ihringen ist für die Suche nach den Bienenfressern ein Ziel, welches wir regelmäßig anfahren.

Zugverhalten und Jahresrhythmus

Bienenfresser sind echte Langstreckenzieher. Jedes Jahr im Frühling, je nach Region meist Ende April bis Mitte Mai, kehren sie aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück, die vorrangig südlich der Sahara liegen.
Die für uns nächstgelegene Bienenfresser-Kolonie befindet sich bei Gerolsheim in Rheinland-Pfalz – dort treffen die Bienenfresser, in aller Regel, zwischen dem 10. und 15. Mai ein.

Bienenfresser in einer Sandgrube bei Gerolsheim in Rheinland-Pfalz
Bienenfresser

In Mitteleuropa bleiben sie dann bis Ende August oder Anfang September, um sich in dieser Zeit zu paaren, zu brüten und den Nachwuchs großzuziehen. Danach treten sie im Herbst die Rückreise nach Afrika an, um dort erneut den Winter zu verbringen. Dein bestes Zeitfenster für Beobachtungen und Fototouren liegt also zwischen Mai und August – dann ist, beginnend mit der Paarung bis zum Brutgeschäft das Leben im Habitat der Bienenfresser in seiner ganzen Vielfalt sichtbar.

Nahrung und Jagdtechnik

Der Name ist Programm: Bienenfresser ernähren sich vor allem von Bienen, Hummeln, Wespen, Libellen, Käfern und anderen fliegenden Insekten.

Bienenfresser mit Nahrung in einer Sandgrube
Bienenfresser mit Nahrung

Doch so simpel das klingt, ihre Jagdtechnik ist extrem raffiniert. Meist setzen sie sich hoch auf einen Ansitz – etwa einen Ast, Pfahl oder Zaunpfosten – und beobachten aufmerksam die sie umgebenden Insekten. Sobald ein Ziel ins Sichtfeld rückt, stürzen sie sich geschickt herab, schlagen zu und fangen die Beute sicher im Schnabel. Sollte es sich dabei um ein Insekt mit Stacheln handeln, wie eine Wespe oder Biene, schlagen sie es mit einem kräftigen Ruck gegen den Ansitz, um den Stachel zu entfernen, bevor sie es verzehren. Dieses Verhalten zeigt eindrucksvoll, wie gut diese Vögel an ihre Beute angepasst sind.

Brutverhalten und Aufzucht

Einen besonders faszinierenden Aspekt stellt das Brutleben der Bienenfresser dar. Anders als die meisten Singvögel bauen sie keine offenen Nester auf Bäumen, sondern legen ihre Brutkammern in eigens ausgegrabene Tunnelröhren in senkrechten Sand- oder Lehmwänden an. Mit ihrem Schnabel und ihren Klauen graben sie Röhren, die bis zu zwei Meter in den Boden reichen können – ein beeindruckendes Bauwerk. In diesen Tunneln legen sie eine Gelegegröße von vier bis acht Eiern ab. Beide Altvögel beteiligen sich am Brutgeschäft, teilen sich also die Aufgaben der Bebrütung und der Futtersuche. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Jungen, die anschließend rund 30 Tage lang von beiden Eltern federgeschützt gefüttert und versorgt werden – bis sie schließlich selbst das Fliegen lernen.

Bienenfresser macht seinem Ärger am Kaiserstuhl in Ihringen  Luft
Bienenfresser in Ihringen am Kaiserstuhl

Gefährdung, Schutz und Bestandsentwicklung

Der Bienenfresser unterliegt in Mitteleuropa fortlaufend vielen Einflüssen – von Lebensraumverlust durch Veränderungen in der Landnutzung bis hin zum Klimawandel. Trotz oder auch wegen dieser Einflüsse treten regional Bestandszunahmen auf, so zum Beispiel in Deutschland, wo sich die Art langsam wieder etabliert. Für die Bienenfresser in Deutschland ist der Klimawandel sicherlich ein Gewinn. Andererseits mussten auch wir feststellen, wir negativ der Einfluss des Menschen auf die Natur sein kann – die Bienenfresser einer Sandgrube in Rheinland-Pfalz sind zum Teil abgewandert, nach dem „Naturfreunde“ und übermotivierte Fotografen versuchten, dort – während der Paarungszeit (!) – weitere Ansitze zu montieren. Noch hat nicht jeder kapiert, wie schnell der Natur geschadet werden kann.

Ein Paar Bienenfresser in der Sandgrube in Rheinland-Pfalz
Ein hübsches Paar

Teils verwundert es, trotz in diesem Falle hilfreichen Klimawandels, also nicht, dass Bienenfresser laut der Roten Liste vieler Bundesländer weiterhin als gefährdet oder auch stark gefährdet gelten. Umso wichtiger ist es, Brutplätze zu erhalten und zu schützen – hier spielen Naturschutzmaßnahmen eine zentrale Rolle. Schutzbereiche einzurichten, Brutkolonien vor Störungen zu bewahren und geeignete Lebensräume zu erhalten, sind entscheidende Maßnahmen, um das Fortbestehen dieser faszinierenden Vogelart zu sichern.

Fotografieren und beobachten – Deine besten Chancen

Wenn Du den Bienenfresser beobachten möchtest oder eigene Bilder von diesen farbenfrohen Vögeln machen möchtest, lohnt es sich, die Lebensweise und den Lebensraum der Bienenfresser gut zu verstehen. Um beeindruckende Aufnahmen von Kopfportraits, Flugsequenzen oder Jagdszenen zu machen, empfehlen sich bestimmte Rahmenbedingungen:

  • Lichtverhältnisse: Frühmorgens oder in den späten Nachmittagsstunden taucht das warme Licht die Vögel in sanfte Farben und lässt das Gefieder leuchten. Das Fotografieren um die Mittagszeit in einer Sandgrube kann durch ein starkes Flimmern negativ beeinträchtigt werden.
  • Ausrichtung: Positioniere Dich so, dass die Vögel im Gegen- oder Seitenlicht sitzt – Rücklicht betont die Federn, Seitenlicht hebt die Konturen hervor.
  • Ausreichend Tele: Ein Teleobjektiv ab 300 mm Brennweite ist ein Muss, um den Tieren nicht zu nahe kommen zu müssen.
  • Geduld und Respekt: Halte Abstand, bleib still – das schützt die Tiere und bringt natürliche Aufnahmen. Respekt bedeutet auch, sich bei Bedarf zu tarnen und die Vögel in keiner Situation zu stören.
  • Hintergrund: Natürliche, möglichst ungestörte Hintergründe lassen den Vogel besser wirken und verhindern ablenkende Elemente.
Bienenfresser in einer Sandgrube bei Gerolsheim in Rheinland-Pfalz
Nach erfolgreicher Jagd

Fazit

Der Bienenfresser ist ein einzigartiger und farbenprächtiger Vogel, der mit seinem eleganten Körperbau und seiner faszinierenden Lebensweise die Herzen von Natur- und Fotofans höher schlagen lässt. Von seiner Rückkehr aus Afrika im Frühling, über seine spektakuläre Jagdtechnik, bis hin zur kunstvollen Herstellung seiner Brutstätten – jeder Aspekt trägt zur Faszination bei.

Bienenfresser in Gerolsheim in Rheinland-Pfalz
Farbenpracht

Wenn Du diese Vögel erfolgreich beobachten möchtest und farbenfrohe Bilder erzielen willst, lohnt es sich, gut vorbereitet in die Saison zu starten.

Gute Planung, Respekt vor dem Lebewesen und zielführende Fototechnik können beeindruckende Ergebnisse bringen.

Bienenfresser in Indien

Auch während der ein oder anderen Reise im faszinierenden Indien konnten wir diese herrlichen Vögel sehen. Nachfolgend findet Ihr ein paar Bilder, die wir in Goa, in Kerala und im Kanha Nationalpark aufgenommen haben:

Bienenfresser in Kumarakom am Lake Vembanad in Kerala in Indien
Kumarakom / Kerala / Indien
Bienenfresser in Kumarakom am Lake Vembanad in den Backwaters in Kerala in Indien
Kumarakom / Kerala / Indien
Bienenfresser bei Ponda in Goa in Indien
Ponda / Goa / Indien

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