Tierbeobachtung der Extraklasse im Pantanal – faszinierende Jaguare, drollige Wasserschweine und tiefblaue Aras

Warum wir eine Safari ins Pantanal geplant haben?

Warum ins Pantanal?
Vor circa 25 Jahren war ich, Ralph, das erste und bislang einzige Mal in Brasilien. Damals hatte ich unter anderem ein paar Tage in Manaus und auf dem Amazonas verbracht – angetrieben von der Hoffnung, einmalige Tiersichtungen erleben zu dürfen. Leider war dies damals nicht der Fall. Vielleicht lag es an der Jahreszeit, vielleicht am Guide oder auch an Beidem zusammen – mehr als ein paar Kaimane konnte ich damals nicht sehen. Dieses Mal sollten die Tiersichtungen nun erfolgreicher sein. Um dahingehend mehr Sicherheit zu haben, war das Ziel nicht erneut der Amazonas, sondern das Pantanal.

Auch auf die Reisezeit haben wir akribisch geachtet. Die beste Zeit, um das Pantanal zu besuchen, ist von Mai bis Oktober, also in der Übergangs- und Trockenzeit. Somit planten wir unsere Reise für den Juli, mitten in der besten Reisezeit für das Pantanal.

Unser Ansprechpartner für alle notwendigen Buchungen war Annette von „Southern Croos-Tours and Expeditions“ https://scte-brasilien.de.

Annette lebt in Brasilien, kennt sich dort entsprechend überall gut aus und hat die richtigen Kontakte.

Zwei große Wünsche haben wir Annette mit auf den Weg gegeben, als wir unsere Reise ins Pantanal mit ihr planten. Die Aufenthalte dort sollten so geplant sein, dass Sichtungen von Hyazinth-Aras und Jaguaren möglich und wahrscheinlich waren.

Anreise ins Pantanal

Den Langestreckenflug von Frankfurt nach Sao Paulo und auch den Weiterflug von Sao Paulo nach Cuiaba buchten wir bei Latam-Airlines. Beginnend mit dem Einchecken in Frankfurt, über die Einreise nach Brasilien in Sao Paulo bis zur Gepäckabholung am Flughafen in Cuiaba hat alles perfekt funktioniert. Alle Flüge waren pünktlich, das Personal von Latam war überaus freundlich und zuvorkommend und unser Gepäck kam – trotz vieler Vorwarnungen und Unkenrufe – auch vollständig auf dem Gepäckband in Cuiaba an.

Als uns unser Guide Jose dann morgens um 09:00 Uhr am Flughafen in Cuiaba abholte, waren wir schon gute 22 Stunden unterwegs. Es folgte nun eine Autofahrt von circa zwei Stunden und wir erreichten endlich die

Pousada Piuval

Die Pousada Piuval war unsere erste Station im Pantanal, ziemlich am Beginn der Transpantaneira gelegen.

Wie viele andere Pousadas (Gästehäuser) im Pantanal, liegt auch die Pousada Piuval inmitten einer riesigen Rinderfarm.

Annette wählte die Pousada Piuval für den Start unseres Aufenthalts im Pantanal, da es dort gute Chancen gibt die Hyazinth-Aras zu sehen. Und so war es dann auch: wir waren gerade auf das Gelände der riesigen Farm gefahren, als ein Paar Hyazinth-Aras entlang der Schotterstraße flog und sich nach wenigen 100 Metern in einen abgestorbenen Baum setzte.

Besser kann und konnte das Erlebnis Pantanal nicht starten.

Nun war es auch egal, dass wir schon über 24 Stunden auf den Beinen waren, seit wir zum Flughafen nach Frankfurt gefahren sind. Mit viel Adrenalin im Körper haben wir lediglich eine Kleinigkeit gegessen, um ohne weitere Pause mit Jose das Umfeld der Lodge zu erkunden. 

Neben unzähligen Vögeln konnten wir die ersten Wasserschweine und Kaimane sehen.

Zugegebenermaßen, etwas erschöpft kamen wir am späten Nachmittag zurück zur Lodge. Jetzt hatten wir uns doch auf eine Dusche, ein gutes Essen und ein weiches Bett gefreut. Immerhin das gute Essen hatte sich bewahrheitet, denn Jose offenbarte uns, dass er nach dem Essen noch eine kleine Abendsafari mit uns starten wolle.

Wieder ging es los und wieder hatten wir tolle Sichtungen, wie zum Beispiel einen Ozelot und Agutis. 

Nach der Abendsafari hat es dann tatsächlich auch mit der Dusche und dem weichen Bett geklappt, in welches wir todmüde gefallen sind.

Wer jedoch einen Ameisenbär sehen will, darf nicht zu lange schlafen. Um 05:00 Uhr war die erste Nacht im Pantanal für uns vorbei, denn um halb sechs war Abfahrt, um vor dem Frühstück erste Tiersichtungen haben zu können: der frühe Vogel fängt den Wurm…

Der Wurm zeigte sich tatsächlich in Form eines Ameisenbärs, wenn wir ihn auch nur aus der Ferne und in relativer Dunkelheit sehen konnten.

Selbstredend ging es nach dem Frühstück und auch nach dem Mittagessen jeweils unmittelbar gleich wieder los. Wir sahen erneut unendlich viele Vögel, darunter nochmals Hyazinth-Aras, Nachtreiher, viele verschiedene weitere Reiherarten, Eisvögel, Löffler, Ibisse, aber auch Brüllaffen und Kapuzineräffchen.

Die Tierwelt im Pantanal ist einfach unglaublich – nicht zuletzt auch, da man relativ nahe an die Tiere herankommt.

Nach 2 Nächten in der Pousada Piuval ging es tiefer ins Pantanal nach Porto Jofre.

Hierzu sind wir entlang der 

Transpantaneira

gefahren.

Die Transpantaneira ist eine Straße, besser gesagt eine Sandpiste, im nördlichen Pantanal, die beginnend in Pocone und endend in Porto Jofre eine Länge von 145 km hat und über ebenso viele Brücken führt. Nicht wenige dieser Brücken sind Holzbrücken, die durchaus schon bessere Tage gesehen haben.

Die Fahrt an sich bot, bis auf eine Ausnahme, wenig Abwechslung. Als Abwechslung zeigte sich jedoch eine nette, kleine Nasenbär-Familie, die die Transpantaneira kreuzte.

Nach rund drei Stunden Fahrt kamen wir dann in der Santa Rosa Lodge, an der Grenze vom nördlichen zum südlichen Pantanal in

Porto Jofre

an.

Porto Jofre liegt am Ende der Transpantaneira, gerade noch im nördlichen Pantanal, direkt am Rio Sao Lourenco. Und: Porto Jofre ist der Ausgangspunkt für viele Jaguar-Safaris im Pantanal.

Man kann es sich denken: wir kamen in unserer Lodge an, hatten ein leckeres Mittagessen und schon ging es aufs Boot und unser

Jaguar-Erlebnis

startete.

Eigentlich ist die Formulierung „Jaguar-Erlebnis“ falsch. Die Jaguare sind zwar der Magnet, der viele Naturfreunde ins Pantanal nach Porto Jofre lockt – aber auch die weitere Tierwelt dort ist nicht minder beeindruckend. Letztendlich waren aber auch für uns die Jaguare der hauptsächliche Auslöser, um nach Porto Jofre zu kommen.

Porto Jofre wirbt damit, dass Jaguar-Sichtungen zur richtigen Jahreszeit „quasi garantiert“ sind und dass es hierfür im ganzen Pantanal keine besseren Plätze gäbe. Aber ob dies auch stimmt?

Die Antwort auf diese Frage erhielten wir recht schnell. Wie gesagt, ging es direkt nach der Mittagspause auf unser kleines Boot, welches wir für zweieinhalb Tage exklusiv für uns gebucht haben.

Wir teilten es lediglich mit dem Kapitän und unserem Guide Jose.

Von Porto Jofre aus fährt man circa 30 Minuten auf dem Rio Sao Lourenco nach Nordosten, bis der Piquiri River in den Sao Lourenco einmündet. Hier beginnt das „eigentliche“ Jaguar-Gebiet, wobei man mit viel Glück im kompletten Pantanal Jaguare sehen kann.

Das Erste, was wir dort sahen, waren aber keine Jaguare, sondern Riesenotter.

Riesenotter sind, mit bis zu zwei Metern Länge, die größten im Süßwasser lebenden Otter. Es ist einfach herrlich, den Riesenottern beim Jagen und Spielen zuzuschauen.

Man mag es kaum glauben: nachdem wir einige Zeit die Riesenotter begleitet und beobachtet haben, entdeckte unser Guide auch schon unseren ersten Jaguar.

Und diese Jaguar-Dame zeigte sich dann auch gleich von ihrer besten Seite. Sie lief am Flussufer und auf der Böschung entlang, schwamm quer durch den Fluss, um auf der anderen Flussseite im Dickicht zu verschwinden und nach einiger Zeit daraus wieder zu erscheinen.

Sie setzte sich mal hierin, mal dorthin, hatte aber ständig einen konzentrierten Blick, um eventuell einen Kaiman erlegen zu können.

Genauso beeindruckend ging es weiter: während unserer ersten Jaguar-Safari konnten wir 3 Jaguare sehen. Am Ende der zweieinhalb Tage in Porto Jofre waren es 16 Jaguare, die wir insgesamt beobachten durften.

Wie gesagt ist es aber zu schade, das Pantanal auf die Jaguare zu reduzieren.

Wir sahen auch hier Unmengen an Vögeln – vom Pygmäen-Eisvogel, über den Kahnschnabelreiher (boat-billed heron) bis zum Tukan.

Vogelbeobachtung im Pantanal

Kaimane, Leguane und Wasserschweine gibt es ohnehin immer und überall.

War das Pantanal einen Besuch wert?

Ein Aufenthalt im Pantanal ist tatsächlich kein Schnäppchen. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind recht wenig und, gerade in der besten Reisezeit, frühzeitig ausgebucht.

Insgesamt ist das Pantanal ein Naturparadies, das sicherlich zu den schönsten auf der Welt zählt. Mit etwas Glück kann man dort wahrscheinlich alles sehen, was Südamerika zu bieten hat. Das Einzige, was sich uns nicht gezeigt hat, war ein Tapir.

Und das ist das Gute daran: der Tapir ist immerhin ein Grund weiter zu sparen und deswegen dann irgendwann ins Pantanal zurückzukommen. 

Denn für uns war das Pantanal in jedem Fall einen Besuch wert – und hoffentlich auch einen Zweiten.

Wie ging es uns nach dem Pantanal in Brasilien weiter?

Unsere nächsten Stationen waren Rio de Janeiro und Salvador da Bahia.

Schaut gerne hier vorbei, um diese faszinierenden Orte und deren Highlights kennenzulernen.

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