Vor circa 25 Jahren, um die Jahrtausendwende, war ich, Ralph, bislang das erste und einzige Mal in Brasilien – damals unter anderem auch in Rio de Janeiro.
Rio de Janeiro blieb mir bis heute als eine der faszinierendsten Städte in Erinnerung, die ich gesehen habe – mein absoluter Favorit neben San Francisco.
Umso befremdlicher, aber auch Angst einflößender, empfanden wir die Ratschläge, die wir im Vorfeld unserer jetzigen Brasilien-Reise erhalten haben:
‼️ Achtung, wenn Ihr irgendwo in der Schlange ansteht. Dann wird Euch dies und das geklaut.
‼️ Achtung, wenn Ihr U-Bahn fahrt: man wird von hinten erstochen und dann ausgeraubt.
‼️ Achtung beim Abendessen. Die Kinder stehen nebendran und wollen Euren Teller leer essen.
So hatten wir schon etwas Respekt als wir vom Pantanal (unserem ersten Stopp in Brasilien) weiter nach Rio de Janeiro reisten.
✅ ✅ ✅ Aber gleich vorab: wir waren zwar vor- und umsichtig unterwegs, hatten aber in keinem Moment in Rio Angst und hatten, zum Glück, nicht eine negative Erfahrung gemacht. Nicht zuletzt hatten wir dieses gute Gefühl in dieser tollen Stadt auch, weil wir einen tollen Guide hatten.
Unser Guide Dirk in Rio de Janeiro
war Dirk – ein Deutscher, der seit vielen Jahren in Rio de Janeiro lebt und die Stadt in und auswendig kennt.
Dirk nahm sich viel Zeit für uns, so dass wir jeden Tag vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag mit ihm in der Stadt unterwegs waren und er erzählte uns viel Insider-Wissen – zum Beispiel über die Kunst-Szene der Stadt.
Ferner konnten wir Dirk zum Tukan-Liebhaber machen. Hoch motiviert suchte er mit uns Tukane im Botanischen Garten in Rio de Janeiro. Es würde uns nicht wundern, wenn er diesen Programmpunkt als festen Bestandteil in seine Stadtführungen mit aufnimmt – so begeistert war er, als wir unsere Suche erfolgreich beendeten.
Solltet Ihr irgendwann nach Rio kommen und Ihr wollt dann ebenfalls nicht allein unterwegs sein, können wir Euch Dirk wärmstens empfehlen. Seine Agentur heißt Rio up and down, seine Telefonnummer ist +55 21 98326-4498 und seine E-Mail-Adresse lautet: [email protected]
Auf eine Angewohnheit von Dirk weisen wir Euch gleich mal hin. Fast jeder Satz endet mit „Weisst Du, was ich meine?“. Diesen Satz werden wir jetzt wohl ewig mit Rio in Verbindung bringen.
Folgende
Unsere Highlights in Rio de Janeiro
die wir mit und durch Dirk genießen konnten.
Ganz vorne in unserem Ranking ist der hübsche
🚋 Stadtteil Santa Teresa
Santa Teresa ist das Künstlerviertel in Rio de Janeiro, welches aber leider schon etwas in die Jahre gekommen ist. Viele Häuser haben noch ihren eigenen Charme, eine weitere Renovierung hier oder da würde dem Stadtteil aber tatsächlich gut tun.

Die Kunst sieht man an fast jeder Hausecke, da bezaubernde Graffitis über den ganzen Stadtteil verteilt sind.







Kunst aus Müll gibt es in Santa Teresa auch. In diesem kleinen „Atelier“ kann man zum Beispiel einen ausrangierten Staubsauger, der zum Rennwagen umfunktioniert wurde, kaufen.


Wir haben einen dieser netten kleinen Herren dort erworben – für umgerechnet 2 Euro.

Dass Brasilien eine portugiesische Kolonie war, erkannt man unmittelbarbar, wenn man die gelben Straßenbahnen durch Santa Teresa fahren sieht. Man erinnert sich sofort an die Linie 8 in Lissabon.

Santa Teresa ist auch ein schöner Ort, Rio de Janeiro etwas ruhiger zu erleben. Dort kann man noch gemütlich in einem Straßencafé sitzen und einem Musiker zuhören, der auf der anderen Straßenseite für ein paar Real Gitarre spielt. Entspannung pur – Weisst Du, was ich meine?
Und wenn wir schon bei der Musik sind: in diesem Laden kann man noch richtige LPs aus Vinyl kaufen.

Allerdings nur, wenn der Ladeninhaber Lust hat, seinen Laden zu öffnen. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Aber wenn er da ist, sperrt er ab und an die komplette Straße und wandelt diese in eine Open-Air-Disco um.
Von der Kunst in Santa Teresa zu einem bestimmten Kunstwerk im
🌈 Stadtteil Lapa
Die geflieste Treppe von Selaron.




Zwischenzeitlich lebt der Künstler nicht mehr (Selaron starb 2013), aber zu Lebzeiten war ihm die betongraue Treppe in seinem Stadtteil wohl etwas zu trist.

So begann er, „seine“ Treppe mittels Fliesen etwas bunter zu gestalten.






Dies entwickelte sich zu einem Selbstläufer, indem Touristen aus aller Welt Fliesen nach Rio de Janeiro mitbrachten, die die Treppe in Lapa zu dem machen, was sie heute ist.
Ein Klassiker in Rio de Janeiro ist der
🙏 Corcovado im Stadtteil Tijuca
Einerseits steht hoch oben auf dem Corcovado die Christusstatue „Cristo Redentor“, was so viel bedeutet, wie „Christus, der Erlöser“.

Andererseits ist der Rundumblick auf die Stadt (beginnend beim Stadtteil Barra, über Ipanema, die Copacabana und den Zuckerhut, bis hin zum Maracana Stadion) unübertroffen – vor allem, wenn man schönes Wetter hat – und das hatten wir zum Glück.





Vom Corcovado aus kann man schön erkennen, wie die verschiedenen Stadtteile von Rio de Janeiro in die grüne, hügelige Landschaft eingebettet sind.
Gut kann man vom Corcovado auch den
🌴 Botanischen Garten
sehen.
Aber auch „von unten“ ist der Botanische Garten einen Besuch wert.







Neben den Pflanzen aus aller Welt, die es zu sehen gibt, dem Orchideen-Haus und der langen Allee aus Palmen, haben mich als Vogelfreund natürlich die Tukane beeindruckt, die wir gesucht und zum Glück auch gefunden haben.




Letztendlich haben wir im Botanischen Garten in Rio de Janeiro in einer Stunde mehr Tukane gesehen als im Pantanal in 6 Tagen. Ein ornithologischer Erfolg, der seines Gleichen sucht – Weisst Du, was ich meine?
Andere Arten von Graffitis als in Santa Teresa kann man am Kreuzfahrthafen
🎨 Porto Maravilha
finden.
Um den auf Kreuzfahrtschiffen ankommenden Touristen einen netteren Anblick, als auf die nackten und tristen Fassaden von Hallen zu bieten, wurden diese von lokalen und überregionalen Künstlern gestaltet.

Kunstwerke mit Längen von geschätzt bis zu 100 Metern, oder auch mehr, sind so entstanden.


Der erste Eindruck von Rio de Janeiro, wenn man den mit dem Schiff ankommt, kann viel besser eigentlich nicht sein.
Die Fassade mit den runden Gesichtern und den Fenstern als Augen, wurde von einem Künstler aus Rio geschaffen, der aus einer Favela kommt und, trotz allem Erfolg, immer noch dort lebt. Wir hatten dafür leider keine Zeit, aber Dirk kann auch eine Tour dorthin organisieren.
Einen Abstecher wert ist ebenfalls der
🐊 Stadtteil Barra
Stadtauswärts, an der Copacabana und an Ipanema vorbei, kommt man nach „Barra“.

Wenn man in Barra ankommt, denkt man, man ist in einer komplett anderen Stadt. Man kann sich dort auf kleinen Booten durch die Mangrovenlandschaft fahren lassen.







Es gibt dort Kaimane mitten in der Stadt und es hat, neben Wohnhäusern, auch viele kleine Restaurants, in denen man direkt an der Lagune lecker essen kann.


Einen Besuch wert ist im
☕️ Stadtteil Centro
dem Zentrum von Rio de Janeiro, das älteste Kaffeehaus, das es in der Stadt noch gibt.

Kaffee und Kuchen sind lecker und die Architektur ist einmalig.



Die
👙 Copacabana
haben wir nicht so imposant erlebt, wie es ihr Name und ihr Ruf eigentlich erwarten lassen.

Das lag bestimmt am tristen Wetter, als wir dort unterwegs waren.
Man kann sich aber gut vorstellen, was hier los ist, wenn die Sonne lacht und die Cariocas (die Einwohner von Rio de Janeiro) lieber die Arbeit Arbeit sein lassen, um an der Copacabana Party machen zu können. Dieser Ruf eilt den Cariocas zumindest voraus.
Auch an der Copacabana kann man sehen, dass Portugal ehemals Kolonialmacht in Rio war. Das Pflaster, welches sich entlang der Copacabana entlang zieht, findet man genauso in Portugals Hauptstadt Lissabon.

Auch auf dem
🍭 Zuckerhut
hatten wir nicht ganz so viel Glück mit dem Wetter.

Als wir unten in der Schlange anstanden, um unser Ticket für die Seilbahn zu kaufen, hatten wir noch strahlend blauen Himmel.
Als wir oben auf dem Zuckerhut ankamen, war die Sicht schon schlecht.




Wenige Minuten später war von Rio de Janeiro leider gar nichts mehr zu erkennen.
Eigentlich hätte Rio de Janeiro noch einiges zu bieten gehabt. Aber mehr war für uns in zwei Tagen leider nicht unterzubringen.
Dennoch: auch nach 25 Jahren muss ich für mich feststellen, dass Rio de Janeiro immer noch eine der faszinierendsten Städte der Welt ist. – Weisst Du, was ich meine?


Weiter ging es für uns dann vom faszinierenden Rio de Janeiro ins koloniale Salvador da Bahia.
