Unsere 8 Highlights im faszinierenden Salvador da Bahia – Brasiliens koloniale Perle zwischen Verfall und magischem Flair

Salvador da Bahia war die dritte Station unserer Brasilien-Reise im Juli 2024. Unvergessliche Naturerlebnisse im Pantanal und Sightseeing in der Metropole Rio de Janeiro hatten wir schon hinter uns; Entspannung und Vogel-/ Walbeobachtung in Praia do Forte sollte noch kommen; aber jetzt war erstmal Kultur und koloniales Flair in Salvador da Bahia angesagt.

Salvador da Bahia ist mit rund 3 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt in Brasilien und die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia.

Vor allem ist Salvador da Bahia die Stadt, in der sich die koloniale Vergangenheit Brasiliens noch heute am beeindruckendsten, vielleicht auch am bedrückendsten, zeigt.

Am

🔔 1. Pelourinho

wurden früher die Sklaven, die von Afrika nach Brasilien verschifft wurden, gehandelt, verkauft und öffentlich ausgepeitscht.

Am Pelourinho wurden im kolonialen Salvador da Bahia Skalven verkauft und bestraft.

Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass Michael Jackson für sein Lied „They don’t care about us“ den Pelhourino auswählte, um dort das dem Lied zugehörige Video zu drehen.

Musiker aus Salvador da Bahia formierten sich zur Gruppe „Olodum“ und durften in dem Video mitspielen. Olodum gibt es noch heute.

Um einiges angenehmer wirkt die den Pelhourino umgebende

🏚️ 2. Altstadt von Salvador da Bahia

Viele Häuser sind schon renoviert, einige Häuser strahlen noch den „morbiden Charme des Verfallenen“ aus. Ein Spaziergang durch die Altstadt ist in jedem Fall kurzweilig und eine farbenfrohe Freude fürs Auge.

Von der Altstadt, die in der Oberstadt liegt, gibt es mehrere Möglichkeiten in die Unterstadt zu kommen. Zwei Möglichkeiten sind

🚠 3. der Aufzug und die Standseilbahnen von Salvador da Bahia

Infolge dieser Transportmöglichkeiten lässt sich gleich erkennen, dass Brasilien ehemals eine portugiesische Kolonie war.

Einer der Aufzüge, der in Salvador da Bahia Personen von der Unterstadt in die Oberstadt befördert.

Denn in Lissabon, welches ebenso eine Ober- und eine Unterstadt hat, gibt es – wen wundert es – exakt dieselben Transportmittel.

Die

⛪️ 4. Kirche des Herrn des guten Endes

oder auf portugiesisch „Igreja de Nosso Senhor do Bonfim“ wurde von einem portugiesischen Seefahrer erbaut, der in Seenot geriet und in dieser Situation eben das Versprechen abgab, zum Dank eine Kirche zu erbauen, falls sein Schicksal ein gutes Ende nimmt.

Sein Schicksal nahm ein gutes Ende und deshalb baute er eben diese Kirche in Salvador da Bahia und hat damit einen regelrechten Wirtschaftszweig geschaffen, der wahrscheinlich einmalig auf der Welt ist. Wir nennen den Beruf des erschaffenen Wirtschaftszweigs nun einfach „Körperteilbauer“. Folgendes hat es damit auf sich:

In der Kirche des Herrn des guten Endes gibt es 2 Räume, in denen man, gegen eine Spende, Körperteile ausstellen kann, mit denen man Probleme hat.

Nicht nur wegen der Kirche des Herrn des guten Endes wird Salvador da Bahia auch die Stadt der Kirchen genannt.

Für jeden Tag im Jahr soll es eine Kirche geben – nach Adam Riese also mindestens 365.

Eine der prächtigsten, man könnte auch protzigsten sagen, ist die

🌟 5. Igreja de São Francisco

oder auf deutsch „die Kirche des Heiligen Franziskus“

Von außen noch eher normal erscheinend,

ist die Franziskanerkirche innen über- und übervoll mit Blattgold belegt.

Bei all der Armut, die fast überall in Salvador da Bahia vorherrscht, wirkt dies dann doch etwas fragwürdig auf einen.

Es gibt

🏯 6. mehrere Forts in Salvador da Bahia

die von den Portugiesen errichtet wurden.

Hierzu gehört zum Beispiel das

Forte de Santo Antonio da Barra

Dieses Fort wurde an der Stelle errichtet, an welcher die Portugiesen erstmals brasilianisches Festland betreten hatten.

Ein weiteres Fort, welches den Zugang zur Allerheiligenbucht schützen sollte, ist das

Forte de Nossa Senhora de Monte Serrat

Von hier kann man die herrliche Aussicht auf Salvador da Bahia genießen.

Lohnenswert ist noch ein Besuch des Marktes in Salvador da Bahia, dem

🍊 7. São Joaquim Markt

Hier gibt es alles, was der Brasilianer so braucht – von Obst und Gemüse, über Fleisch bis hin zu Nutztieren, Kleidung und Möbeln.

Man muss vielleicht nicht extra hinfahren, aber wenn man denn in der Nähe ist, lohnt sich ein kurzer Stopp, um einen Streifzug durch den Markt zu unternehmen.

Idylle versprüht der See

💦 8. Dique do Tororó

der sich im Herzen von Salvador da Bahia befindet.

Der See wurde im 17ten Jahrhundert künstlich angelegt, um die Stadt vor Angreifern zu schützen.

Im See wurden, zu Ehren der bzw. in Gedenken an die Sklaven, die nach Brasilien verschifft und in Salvador gehandelt und verkauft wurden, Figuren der Heiligen aus deren Naturreligionen aufgestellt.

An einem Ende des Sees kann man das Fußballstadion sehen, in welchem Deutschland damals sein Eröffnungsspiel bei der WM in Brasilien hatte.

❓Haben wir uns in Salvador da Bahia wohl gefühlt?

Um ehrlich zu sagen: Nein.

Die Stadt hat viel zu bieten, aber im Vergleich zu Rio de Janeiro ist die Armut in Salvador allgegenwärtig. Auch Einheimische haben uns erzählt, dass es regelmäßig – vor allem am Abend und nachts – zu Überfällen kommt. Daran kann wohl auch die Polizeipräsenz an vielen öffentlichen Plätzen nachhaltig nichts ändern. Unser Hotel wurde über die Nacht regelrecht verriegelt, so dass niemand einsteigen kann.

Wir hätten es eh nicht getan, uns wurde aber dennoch geraten kleinere Seitenstraßen zu meiden und, wenn man denn zum Abendessen gehen wollte, den direktesten Weg zum Restaurant und wieder zurückzunehmen.

Die Zeit, die wir am Abend notgedrungen im Hotel und nicht draußen in den Straßen verbracht haben, haben wir anderweitig gut genutzt. Der Barkeeper im Hotel (der auch Rezeptionist und nach eigenen Angaben ebenso Reparateur, Einkäufer, Spa-Anheizer und  Frühstückstischzubereiter war) hat mit viel Energie und Liebe nämlich die besten Caipirinhas gemischt, die wir während des ganzen Brasilien-Aufenthalts getrunken haben.

In diesem Sinne freuen wir uns, dass wir Salvador da Bahia für einen Tag ohne negative Begleiterscheinungen erleben durften, werden aber mit ziemlicher Sicherheit nicht noch einmal dorthin reisen.

Habt Ihr Lust auf Tierbeobachtungen der Extraklasse im Pantanal oder auf Rios Sehenswürdigkeiten? Dann klickt Euch gerne weiterhin durch „vonhierundunterwegs„.

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