Zebras und Giraffen in afrikanischen Nationalparks – 2 beeindruckende, bezaubernde und einfach schöne Tierarten im Porträt

Als wir das erste Mal auf einer Safari Zebras und Giraffen in freier Wildbahn begegneten, waren wir so richtig sprachlos.

Giraffe in Namibia in der Nähe der Palmwag Lodge
Namibia in der Nähe der Palmwag Lodge

Für uns war es Faszination pur, unsere afrikanischen Lieblingstiere in freier Natur erleben zu können: Dagmar schwärmt schon immer und bis heute für die sanften Riesen mit den langen Hälsen, während ich fasziniert von den Zebras mit ihrem Streifenmuster bin. In Kenia und Namibia durften wir sie mehrfach erleben – und jedes Mal war es anders, jedes Mal einzigartig.

Giraffen kreuzen im Etosha Nationalpark in Namibia die Schotterpiste
Etosha Nationalpark

In Uganda hatten wir nur den Queen Elizabeth Nationalpark besucht, um Safaris zu unternehmen. Was wir vorher auch nicht wussten: die Lebensraumansprüche von Zebras und Giraffen finden sich im Queen Elizabeth Nationalpark nicht wieder. Beide Tierarten benötigen bestimmte Grasland- und Buschlandhabitate, die sich in in diesem Park nicht ausreichend befinden. Um Zebras und Giraffen zu sehen muss man in Uganda besser in den Murchison Falls Nationalpark oder in den Kidepo Nationalpark fahren. Im Queen Elizabeth Nationalpark hatten wir keine Möglichkeit, unsere Lieblingstiere zu sehen.

Giraffen: Anmut in luftiger Höhe

Kein anderes Tier verkörpert für uns so sehr die Eleganz und Gelassenheit Afrikas wie die Giraffe.

Giraffe im Frühjahr im Etosha Nationalpark in Namibia
Etosha Nationalpark in Namibia

🦒 Wissenwertes zu Giraffen

🧬 Anatomische Besonderheiten

Was viele nicht wissen: Giraffen sind mit bis zu 6 Metern Höhe die größten landlebenden Tiere der Welt. Ihr Herz wiegt rund 11 Kilogramm, um das Blut bis zum Gehirn zu pumpen – eine echte Meisterleistung der Natur. Trotz ihrer Größe sind sie überraschend leise und bewegen sich mit fast tänzerischer Anmut.
Erstaunenswert ist, dass Giraffen, wie der Mensch, nur sieben Halswirbel haben. Jeder dieser Halswirbel wird jedoch bis zu 40 cm lang – einen Unterschied zum Menschen gibt es diesbezüglich also doch.
Ihre bis zu 45 cm langen, dunkelblauen oder schwarzen Zungen nutzen sie, um selbst die höchsten Blätter von Akazienbäumen zu erreichen, oft trotz scharfer Dornen.

Giraffe in der Savanne in der Masai Mara in Kenia
Masai Mara in Kenia

🍃 Ernährung

Giraffen sind Pflanzenfresser und bevorzugen Akazienblätter, die sie dank ihrer langen Zunge und flexiblen Lippen erreichen können. Bis zu 30 kg vertilgt eine erwachsene Giraffe pro Tag.

🧠 Verhalten

Giraffen schlafen sehr wenig, meist nur 10 bis 30 Minuten pro Tag, oft im Stehen oder liegend mit verdrehtem Hals. Die Verständigung unter Giraffen erfolgt mit Hilfe tieffrequenter Laute.

Giraffe beim Trinken im Etosha Nationalpark in Namibia
Giraffe beim Trinken

🧩 Kurioses

Giraffen geben beim Trinken ein kurioses Bild ab, da sie ihre Vorderbeine spreizen oder beugen müssen, um mit dem Kopf zum Boden zu gelangen.

Giraffe in der Savanne Namibias im Etosha Nationalpark
Etosha Nationalpark

Beim Laufen bewegen sie beide Beine einer Körperseite gleichzeitig – im sogenannten Passgang.

🦁 Feinde & Schutz

Die Hauptfeinde der Giraffen sind Löwen, Leoparden und Hyänen. Erwachsene Giraffen können sich jedoch mit vehementen Tritten gegen ihre Angreifer wehren.

👀 Unsere Giraffen-Beobachtungen

Wie oben beschrieben, haben wir Giraffen vornehmlich in Kenia und in Namibia in verschiedenen Nationalparks beobachtet.

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns jeweils eine Szene aus jedem der beiden Länder.
In Kenia zeigte sich eine Giraffe am frühen Morgen im Amboseli Nationalpark mit dem Kilimanjaro im Hintergrund.
Beeindruckender geht es kaum.

Giraffe am frühen Morgen in Kenia im Amboseli Nationalpark mit dem Kilimanjaro im Hintergrund
Giraffe vor Kilimanjaro

In Namibia kreuzte im Etosha Nationalpark eine Giraffenfamilie unseren Weg. Demonstrativ blieb eine kleine Baby-Giraffe mitten auf der Schotterpiste stehen. Stolz präsentierte sie ihren Babyspeck.

Kleine und stolze Giraffe mit viel Babyspeck im Etosha Nationalpark in Namibia
Giraffe mit viel Babyspeck im Etosha Nationalpark in Namibia

Zebras: Die wilde Harmonie aus Schwarz und Weiß

Was bei den Giraffen die Eleganz und Gelassenheit ist, ist bei den Zebras die Dynamik, die sie an den Tag legen können.

Grundsätzlich unterscheidet man drei Zebra-Arten: die Steppenzebras, die Bergzebras und die seltenen Grevy-Zebras. Zebras erreichen eine maximale Schulterhöhe von 1,50 Meter, eine maximale Länge von 2,50 Meter und ein maximales Gewicht von über 400 Kilogramm.

Zebra im Tsavo Ost Nationalpark in Kenia
Zebra im Tsavo Ost Nationalpark in Kenia

🦓 Wissenwertes zu Zebras

🧬 Anatomische Besonderheiten

Zebras verfügen über ein sehr gutes Seh- und Hörvermögen, auch Farben können sie unterscheiden.

Steppenzebras in der Masai Mara in Kenia
Steppenzebras in der Masai Mara in Kenia

Das Fell jeden Zebras hat ein einzigartiges Muster, das individuell wie ein Fingerabdruck ist. Die Streifen dienen zur Verwirrung von Angreifern, wenn eine Zebra-Herde wild durcheinander läuft.
Und – für jeden, den es schon immer beschäftigt hat, ob ein Zebra weiß mit schwarzen Streifen ist oder schwarz mit weißen Streifen: Letztere ist die richtige Antwort – die Streifen sind weiß.

Kuschelstunde bei den Zebras im Etosha Nationalpark in Namibia
Kuschelstunde bei den Zebras im Etosha Nationalpark in Namibia

🌿 Ernährung

Zebras ernähren sich von Gräsern (Steppen- und Bergzebra) und Blättern, Rind und Zweigen (vornehmlich bei Grevy-Zebra). Ein ausgewachsenes Zebra frisst zwar lange nicht so viel pro Tag wie eine Giraffe – bis zu 16 Kilogramm pro Tag können es aber schon sein.

🧠 Verhalten

Zebras leben in sozialen Strukturen in kleinen bis großen Herden. Die Kommunikation untereinander erfolgt durch eine bestimmte Körperhaltung, durch unterschiedliche Ohrenstellungen, durch Wiehern und mit Hilfe von Duftstoffen.

Zebras in der Masai Mara in Kenia
Zebras in der Masai Mara in Kenia

Zebras sind sehr wachsame Tiere und können auf der Flucht Geschwindigkeiten bis zu 65 km/h erreichen.

🧩 Kurioses

Zum Schutz gegen Parasiten rollen sich Zebras häufig im Sand.

Zebras in Namibia im Etosha Nationalpark
Zebras in Namibia

Junge Zebras erkennen ihre Mutter am Geruch und durch das Streifenmuster.

🦁 Feinde & Schutz

Die Hauptfeinde der Zebras sind – wie bei den Giraffen – ebenso Löwen, Leoparden und Hyänen. Erwachsene Zebras können sich mit Tritten und Beißen gegen ihre Angreifer wehren.

Zebras im Tsavo Ost Nationalpark in Kenia
Zebras im Tsavo Ost Nationalpark in Kenia

❓ Warum reitet man keine Zebras?

Grundsätzlich gibt es mindestens 4 Gründe, warum Zebras nicht geritten werden können oder sollen:
1. Die Domestikation von Zebras ist unmöglich: Zebras lassen sich nicht zähmen wie Pferde – sie behalten ihren Fluchtinstinkt und sind schnell aggressiv.
2. Zebras haben ein unangenehmes Temperament: Selbst in Gefangenschaft beißen, treten oder fliehen sie bei kleinster Bedrohung.
3. Der Körperbau von Zebras ist für das Reiten ungeeignet. Deren kürzerer, schwächerer Rücken ist nicht für das Tragen von Lasten oder Reitern gemacht.
4. Zu guter Letzt gibt es einen evolutionären Unterschied: Zebras entwickelten sich unter starkem Raubtierdruck und blieben hochgradig wild. Pferde wurden über Jahrtausende gezielt gezüchtet und an Menschen gewöhnt.

👀 Unsere Zebra-Beobachtungen

Das beeindruckendste Erlebnis, welches wir nie vergessen werden, war ein Nachmittag am Wasserloch der Okaukujeo-Lodge im Etosha Nationalpark in Namibia.

Zebras am Wasserloch der Okaukuejo Lodge im Etosha Nationalpark in Namibia
Zebras am Wasserloch der Okaukuejo Lodge im Etosha Nationalpark in Namibia

Solange wir dort saßen – und wir saßen wirklich lang – kamen Zebras in riesigen Herden zum Wasserloch, sie tranken und badeten und zogen weiter um Platz für die nächste Herde zu machen. So ging es den ganzen Nachmittag – ununterbrochen.

Safari-Erlebnisse, die bleiben

Ob in der goldenen Morgensonne über der Masai Mara oder beim Sonnenuntergang im Etosha Nationalpark – Giraffen und Zebras sind Sinnbilder für das, was eine Afrika-Safari so magisch macht. Sie verkörpern die Vielfalt und Schönheit der afrikanischen Tierwelt und erinnern uns daran, wie kostbar unberührte und intakte Natur ist.

Weitere Erlebnisse bei Tierbeobachtungen findet Ihr hier.

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