Unsere Devise für die Vogelbeobachtung auf Zeeland war: von A wie Austernfischer bis Z wie KiebitZ – viele ornithologische Besonderheiten motivierten uns, ausgiebig in die dortige Natur einzutauchen. Und – neben den vielen Vögeln – gab es noch neugierige Meeresbewohner:

Zeeland
befindet sich im äußersten Südwesten der Niederlande, direkt an Belgien angrenzend. Die bekanntesten Städte auf Zeeland sind Vlissingen, Domburg und Middelburg – all diese Städte liegen auf der Halbinsel Walcheren. Wir quartierten uns in Kamperland ein. Kamperland ist der größte Ort auf der Insel Noord-Beveland, im Norden direkt an Walcheren angrenzend. Von Kamperland aus starteten wir unsere Touren zur Vogelbeobachtung auf Zeeland.
Inlaags und Polder sind Becken in Meernähe, bei denen die Vogelbeobachtung besonders erfolgversprechend sein kann.
Ein „Polder“ ist ein durch Deiche vom Meer oder Gewässern abgetrenntes und eingedeichtes Landstück, das durch Entwässerung nutzbar gemacht wurde und tiefer liegt als das umgebende Wasser.
Ein „Inlaag“ ist ein spezieller Fall innerhalb eines Polders, nämlich der Raum zwischen einem Seedeich und einem dahinterliegenden Binnendeich, der als zusätzliche Schutzmaßnahme gegen Deichbrüche angelegt wurde.
Vogelbeobachtung auf Zeeland
Bereits im Vorfeld recherchierten wir im Internet, welche Orte auf Zeeland am vielversprechendsten zur Vogelbeobachtung wären. Ein toller Ratgeber ist die Seite birdingplaces.eu.
Unsere Hauptziele waren dann der Brouwersdam, das Grevelingenmeer und Weversinlaag zwischen Schouwen und Zieriksee.
Unsere Highlights bei der Vogelbeobachtung
Uferschnepfen

Uferschnepfen gehören zu den Watvögeln, werden bis zu 45 cm lang und bis zu einem halben Kilogramm schwer.
Zu finden ist die Uferschnepfe von Island bis Nordosteuropa und an der Nordsee.

Die Uferschnepfe kann man von der Pfuhlschnepfe am Schnabel unterscheiden. Der etwa 10 cm lange Schnabel der Uferschnepfe ist gerade, während der Schnabel der Pfuhlschnepfe leicht nach oben gebogen ist.
Löffler
Den Löffler konnten wir in Deutschland erst einmal beobachten, bei der Vogelbaobachtung auf Zeeland war er vergleichsweise häufig zu sehen.

Die Löffler gehören zu den Ibissen und werden circa 90 cm groß. Wie auch in Zeeland, sind Löffler häufig im Flachwasser an der Küste des Wattenmeers anzutreffen.
Große Brachvögel
Die großen Brachvögel waren das größte Highlight, welches wir auf Zeeland bei der Vogelbeobachtung erleben konnten. Neben der Tatsache, dass wir sie überhaupt sahen, war es faszinierend, wie nah wir sie erleben konnten. Diesen Prachtkerl konnten wir aus dem Auto heraus in wenigen Metern Entfernung fotografieren.

Mit einer Größe von mehr als 50 Zentimetern, ist der große Brachvogel der größte Watvogel, den es in Europa gibt.
Der große Brachvogel hat einen langen, nach unten gebogenen Schnabel. An diesem ist er unter anderem vom Regenbrachvogel zu unterscheiden, der einen kürzeren Schnabel hat.
Säbelschnäbler
Mit seinem langem, nach oben gebogenem Schnabel und dem schwarzweißen Federkleid ist der Säbelschnäbler unverwechselbar.

Der circa 45 cm große Säbelschnäbler ist häufig in kleinen Gruppen unterwegs.
Austernfischer
Austernfischer hatten uns schon an der deutschen Nordsee fasziniert. Um so mehr hatten wir uns gefreut, bei der Vogelbaobachtung auf Zeeland auch diese hübschen Vögel zu finden.

Der Austernfischer wird 40 – 45 cm groß und hat rote Augen, einen roten Schnabel und rote Beine.
Kiebitze
Der Kiebitz war nach 1996 in Deutschland im Jahr 2024 erneut der Vogel des Jahres.

Auf Zeeland konnten wir den Kiebitz mehrmals finden.

Rotschenkel
Rotschenkel machen ihrem Namen alle Ehre: sowohl die Männchen, wie auch die Weibchen, haben leuchtend rote Beine.

Weitere Merkmale des Rotschenkels sind der rote Schnabelansatz und das hektische Hin- und Herlaufen bei der Futtersuche.
Alpenstrandläufer

Der circa 20 cm große Alpenstrandläufer ist eigentlich in großen Trupps unterwegs. Unser Alpenstrandläufer aus Zeeland war jedoch allein unterwegs.
Wiesenpieper
Der Wiesenpieper ist circa 15cm groß und sehr oft auf dem Boden unterwegs. Oft war er im hohen Gras gar nicht zu sehen, was die Vogelbeobachtung für uns ungemein erschwerte.

Der Wiesenpieper zählt zu den stark gefährdeten Vögeln.
Gänse auf Zeeland
Gänse lassen die Vogelbeobachtung immer zuverlässig werden. Auch wenn es nicht viel zu sehen gibt – irgendwelche Gänse sind eigentlich immer da.




Meeresstrandläufer

Steinwälzer

Sandregenpfeifer

Eine Vogelart, die man weder in Deutschland noch in den Niederlanden erwartet, ist der
Flamingo
Besagte Flamingo-Kolonie verbringt den Sommer im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn, direkt an der niederländischen Grenze in Deutschland. Zum Überwintern ziehen die Flamingos dann ins Grevelingenmeer in den Niederlanden.

Wir konnten leider nur, relativ weit entfernt, einen Bruchteil der Kolonie sehen. Der weitaus größere Rest war unterwegs.

Auf dem Heimweg von Zeeland hatten wir nochmal in Belgien Halt gemacht, um Vögel beobachten zukönnen. Wir machten es uns ein paar Stunden in der
Vogelkijkhut in Zoutleeuw
bequem. Zum einen gab es dort meine Lieblingsenten, die
Reiherenten


Zum anderen gab es
Schwarzhalstaucher
die wiederholt an der Schutzhütte vorbei schwammen.


Als besonderes Highlight tauchten noch zwei
balzende Haubentaucher
auf.


Mit diesen Haubentauchern gingen vier ereignisreiche Ostertage in Zeeland und auf dem Heimweg in Belgien zu Ende. Die Tatsache, dass wir so viele außergewöhnliche Sichtungen in so wenigen Tagen haben, hätten wir uns vorher nicht träumen lassen.





























































































