Im März 2025 verbrachten wir einige Tage in und um Kathmandu in Nepal.
Intensiv konnten wir die drei ehemaligen Königsstädte Kathmandu, Patan und Bhaktapur erleben.
Da diese Reise die erste Bildungsreise war, die wir mitgemacht haben, hatten wir zudem die Chance, die ein oder andere soziale Einrichtung zu erleben.
Angeboten wurden diese Reise von Unique Reisen in Hamburg. Besonders wollen wir uns bei Frau Grave von Unique Reisen bedanken. Der Abflug nach Kathmandu war nämlich eigentlich exakt an dem Tag, als im März 2025 alle Flughäfen in Deutschland bestreikt wurden. Frau Grave und ihr Team machten es aber möglich die Flüge kurzfristig auf den Vortag des eigentlichen Abflugs umzubuchen.
Ebenso wurde kurzfristig die nunmehr zusätzlich erforderlich Übernachtung in Kathmandu hinzugebucht. Unique Reisen ermöglichte uns also – trotz Streiks – nicht nur die Reise an sich, sondern sogar einen zusätzlichen Aufenthaltstag in Kathmandu.
Somit bewahrheitete sich: In jeder Krise liegt auch eine Chance.
Das Kathmandutal
Mit einer Fläche von rund 950 Quadratkilometern liegt das Kathmandutal auf einer mittleren Höhe von lediglich 1300 bis 1400 Metern. Die rund 1,5 Millionen Nepalesen, die im Kathmandutal leben, verteilen sich im Wesentlichen auf die drei ehemaligen Königsstädte Kathmandu, Patan und Bhaktapur. In Nepals Hauptstadt Kathmandu lebt mit derzeit rund 1 Million Einwohner der Großteil aller Bewohner das Kathmandutals.
Trotz der Nähe zu den 8000ern in Nepal, hat es in Kathmandu fast nie Frost und es schneit ebenfalls so gut wie nie.
Die Temperaturen liegen im Jahresverlauf zwischen 3° und 30°.
Sightseeing in Kathmandu
Mit unserem Sightseeing begannen wir in der vielfältigen Hauptstadt Kathmandu. Obwohl Nepal grundsätzlich hinduistisch geprägt ist, gibt es in Kathmandu auch viele buddhistische Stätten zu sehen. Eine hiervon ist
der Affentempel Swayambunath
Die Legende besagt, dass das Kathmandutal ehemals ein riesiger See war, auf dem sich eine Lotosblüte mit einer ewigen Flamme befand. Der Bodhisattva Manjushri pilgerte zu diesem riesigen See und erkannte diesen, wegen der Lotosblüte, als heiligen Ort. Mit seinem Schwert schlug der Bodhisattva eine Kerbe in die den See umgebenden Berge, um das Wasser des Sees ablaufen zu lassen. Ein Berg, auf dem die Lotosblüte liegen blieb, wurde somit freigelegt – auf diesem Berg befindet sich heute der Stupa von Swayambunath.

Den Stupa erreicht man über eine aus 365 Stufen bestehende Treppe, an derer Seite sich mannshohe Statuen befinden.

Buddha-Statuen und -Bildnisse sowie ein Meer an Gebetsfahnen erwarteten uns oben am Berg.

Der Stupa von Swayambunath – mit den alles sehenden Augen:
Weiter gingen unsere Erkundungen
rund um den Durbar Square in Kathmandu
Der Durbar Square ist ein zentraler Platz in Kathmandu, gelegen vor dem alten königlichen Palast. Wie auch in den anderen Königsstädten Patan und Bhaktapur ist auch der Durbar Square in Kathmandu ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Herrliche Pagoden und Tempel befinden bzw. befanden sich auf dem Durbar Square. Einige hiervon wurde durch das schwere Erdbeben im Jahr 2015 zerstört.

Eine religiöse Besonderheit in Kathmandu ist
die lebende Göttin Kumari
die hinter dieser Türe lebt:

Nach einem besonderen Auswahlverfahren wird die Kumari als junges Mädchen, im Alter zwischen 2 und 4 Jahren, zur Kindgöttin auserkoren. Als kindliche lebende Göttin ist die Kumari dann zu einem Leben in ihrem Tempel-Palast „verdammt“. Sie lebt dort und wird im Palast, abgeschottet vom weltlichen Leben, unterrichtet. Nur zu seltenen besonderen Anlässen darf die Kumari ihren Palast verlassen.
Ferner darf sie nur begrenzt Kontakt zu ihrer Familie haben. Immerhin darf sie mit ihrer Familie reden, wenn sie diese sieht – ansonsten unterliegt sie mehr oder weniger einem Redeverbot. Mit Eintritt der ersten Periode ist dann das Leben als Kindgöttin vorbei. Man kann sich leicht vorstellen, dass auch das weitere Leben einer Kumari, einer ehemaligen Göttin, dann nicht das Einfachste ist. Um ihr das Leben nach dem „Gott-sein“ zu erleichtern, erhält eine ehemalige Kumari zwischenzeitlich finanzielle Unterstützung vom Staat.
Wesentlich lebendiger und weltlicher geht es bei einer anderen Gottheit am Durbar Square in Kathmandu zu. Viele Gläubige kommen zum
Bildnis von Bhairava
Bhairava ist eine Inkarnation des Gootes Shiva, die Brahma dessen fünften Kopf abschlug.

Gläubige Hindus bringen ihre Opfergaben zu Bhairava und zünden ein Öllämpchen für ihn an.

Weitere Eindrücke, die wir rund um den Durbar Square in Kathmandus Zentrum gesammelt haben:


Ein weiterer Hindu-Tempel, der Shiva gewidmet ist, ist
Pashupatinath
Pashupatinath liegt im östlichen Kathmandu direkt am Fluss Bagmati.

Da der Fluss Bagmati irgendwann in den Heiligsten aller Flüsse, in den Ganges in Indien, mündet, wundert es kaum, dass auch in Pashupatinath Leichenverbrennungen durchgeführt werden.
Das Innere des Tempelbereichs Pashupatinath darf auch Nicht-Hindus nicht betreten werden.
Das Highlight in Kathmandu war für uns der
Stupa von Bodnath

Man betritt das Gelände durch ein großes verziertes weißes Tor und hat dann bereits einen tollen ersten Blick auf den Stupa von Bodnath.
Erbaut wurde der Stupa bereits im 5. Jahrhundert. Wegen des großen Erdbebens im April 2015 wurde der Stupa in Teilen zerstört. Nach sofortiger Sanierung wurde der Stupa im Herbst 2016 wieder geweiht.

Wie alle anderen Stupas, muss auch der Stupa von Bodnath unbedingt im Uhrzeigersinn umrundet werden. Tibetische Pilger praktizieren hierbei die Niederwerfungen, die ein gutes Kharma mit sich bringen sollen.
Der Weg um den Stupa ist gesäumt von Geschäften und Restaurants. Egal, ob man gerade Hunger hat oder nicht: man sollte unbedingt eines der Restaurants besuchen, welche sich auf den Dachterrassen befinden. Der Blick auf den Stupa und die Umgebung ist einmalig schön.

Rund um den Stupa von Bodnath:
In der Umgebung des Stupas befinden sich viele
tibetische Klosterschulen
in denen jedermann willkommen ist.
Auch die kleinen Gäste sind dort unterwegs:
Der Durbar Square in Kathmandu ist toll, der Durbar Square in
Patan im Kathmandutal
ist noch beeindruckender.
Patan oder auch Lalitpur, die „Stadt der Schönheit“, ist als zweitgrößte Stadt des Kathmandutals mittlerweile verschmolzen mit Kathmandu. Der Fluß Bagmati bildet die Grenze zwischen Patan und Kathmandu.

Kommend durch das Stadttor, erreicht man den Durbar Square in Patan indem man durch schöne alte Gassen und Straßen…

…und vorbei an einem kleinen Hindutempel läuft.
Der
Durbar Square in Patan
ist ebenfalls ein UNESCO-Weltkulturerbe und bietet – unter anderem – einen gut erhaltenen
Königspalast
Das Herzstück des Platzes ist der ehemalige Palast der Malla-Könige. Heute beherbergt er das Patan Museum, das eine beeindruckende Sammlung religiöser Kunstwerke zeigt.

Goldene Türen und detaillierte Schnitzereien sind nur ein Highlight im Königspalast. Das „Badezimmers“ des ehemaligen Herrschers von Patan übertrifft alles.

Die Wände des Open-Air Bads sind auch ein Augenschmaus:

Sollten wir jemals unser Bad renovieren, könnte das Badezimmers des Königs von Patan durchaus Beachtung finden.
Der Krishna Mandir
befindet sich ebenfalls auf dem Durbar Square von Patan – direkt gegenüber dem Königspalast.
Der Krishna Mandir in Patan, auch bekannt als Krishna Tempel auf dem Durbar Square, zählt zu den bedeutendsten hinduistischen Heiligtümern im Kathmandu-Tal in Nepal. Dieser einzigartige Tempel ist nicht nur ein spiritueller Ort für Gläubige, sondern auch ein architektonisches Meisterwerk, das jedes Jahr tausende Touristen, Fotografen und Kulturinteressierte anzieht.

Geschichte des Krishna Mandir
Der Krishna Mandir wurde im 17. Jahrhundert vom damaligen König Siddhi Narsingh Malla erbaut. Der Tempel ist dem hinduistischen Gott Krishna gewidmet und wurde einer Legende zufolge erbaut, nachdem der König eine Vision von Krishna hatte. Seitdem ist er ein Ort der Verehrung und ein zentrales Symbol des Malla-Königreichs.
Architektur – Einzigartig in Nepal
Im Gegensatz zu den meisten nepalesischen Tempeln, die in Pagodenform gebaut sind, wurde der Krishna Mandir im Shikhara-Stil errichtet – ein Stil, der typisch für Nordindien ist. Er besteht vollständig aus Stein und besitzt drei Etagen:
- Im ersten Stock wird Lord Krishna verehrt.
- Der zweite Stock ist Shiva gewidmet.
- Im dritten Stock wird Lokeshwor (Avalokiteshvara) verehrt – eine Verbindung zwischen Hinduismus und Buddhismus.

Der Tempel ist kunstvoll mit Steinschnitzereien verziert, die Szenen aus dem Mahabharata und dem Ramayana darstellen – zwei der wichtigsten Epen der hinduistischen Mythologie.
Bedeutung für Gläubige und Touristen
Der Krishna Mandir ist besonders am Krishna Janmashtami – dem Geburtstag Krishnas – ein Zentrum großer Feierlichkeiten. Tausende Pilger versammeln sich hier, um zu beten, zu singen und Opfergaben darzubringen. Auch außerhalb dieses Festes zieht der Tempel Besucher an, die mehr über die spirituelle und kulturelle Geschichte Nepals erfahren möchten.
Weitere Eindrücke aus Patan im Kathmandu-Tal
Bhaktapur im Kathmandu-Tal
war das letzte kulturelle Highlight, welches wir rund um die nepalesische Hauptstadt erleben konnten.

Anders als in Patan gibt es in Bhaktapur nicht nur einen Durbar Square, sondern 3 weitere sehenswerte Plätze. Dies ist auch der Grund, dass das man Eintritt für das komplette Zentrum in Bhaktapur zahlen muss.
Bhaktapur Durbar Square – Der Königliche Platz
Der Bhaktapur Durbar Square ist das Herzstück der Stadt und war einst Sitz der Malla-Könige von Bhaktapur – den Taunadhi Square, den Dattatreya Square und den Pottery Square. Alle Plätze sind ein Freilichtmuseum traditioneller nepalesischer Kunst und Architektur.
Wichtige Sehenswürdigkeiten:
- 55-Fenster-Palast (Palace of Fifty-Five Windows): Dieser prächtige Palast wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist ein Meisterwerk der Holzschnitzkunst.
- Goldenes Tor (Sundhoka): Ein mit vergoldetem Kupfer verziertes Tor, das zum Palast führt und als eines der schönsten Beispiele nepalesischer Metallkunst gilt.
- Vatsala-Tempel: Ein Tempel aus Sandstein, der der Göttin Vatsala Devi gewidmet ist. Berühmt ist auch die große Glocke, die „Glocke des Hundes“ genannt wird.
- National Art Gallery: Beherbergt religiöse Gemälde und historische Manuskripte.
Der Durbar Square diente nicht nur als Machtzentrum, sondern war auch Bühne für religiöse Zeremonien, Musik, Tanz und den Alltag der Stadtbevölkerung.
Taumadhi Square – Der Platz der Pagodenpracht
Nur wenige Gehminuten vom Durbar Square entfernt liegt der Taumadhi Square, bekannt für seine imposante Architektur und die besondere spirituelle Atmosphäre.
Zentrale Bauwerke:
- Nyatapola-Tempel: Mit fünf Stockwerken ist dies der höchste Tempel Nepals. Er ist der Göttin Siddhi Lakshmi gewidmet und wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut. Der Tempel gilt als Symbol für Standhaftigkeit und Harmonie.
- Bhairabnath-Tempel: Gewidmet Bhairab, einer furchterregenden Form Shivas. Der Tempel ist für seine kraftvolle Ausstrahlung und rituelle Bedeutung bekannt.
Der Platz ist ein Zentrum traditioneller Feste, darunter das spektakuläre Bisket Jatra, bei dem riesige Wagen durch die engen Gassen gezogen werden.
Dattatreya Square – Der Ort der alten Mythen
Der Dattatreya Square im Osten Bhaktapurs ist das älteste Zentrum der Stadt und eng mit den Ursprüngen der Malla-Zivilisation verbunden.
Pottery Square – Handwerkskunst zum Anfassen
Gesammelt findet Ihr nachfolgend bildhafte Eindrücke zu diesen vier Plätzen:
Bhaktapur war kulturell und architektonisch für uns vielleicht sogar die beeindruckendste aller Königsstädte im Kathmandu-Tal. Es gab aber noch einen weiteren Grund, weshalb wir Bhaktapur so beeindruckend fanden.
Holi in Bhaktapur
Was ist Holi?
Holi ist ein hinduistisches Frühlingsfest, das vor allem in Indien und Nepal gefeiert wird. Es ist bekannt als das „Fest der Farben“ oder „Fest der Liebe“ und symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse, den Frühlingsanfang und die Lebensfreude.
Anders als in anderen Städten wurde Holi im Bhaktapur jedoch nicht nur mit Farben sondern auch mit Wasser – in Form von Wasserspritzen und Wasserbomben – gefeiert.
Ganz ungeschoren kamen auch wir nicht davon:

Fazit
Die Reise nach Kathmandu, Patan und Bhaktapur war ein unvergessliches Erlebnis, das eindrucksvoll zeigte, wie tief verwurzelt Kultur, Geschichte und gelebte Spiritualität im Alltag Nepals sind. Jede der drei Städte bot ihre ganz eigene Atmosphäre und faszinierte mit einzigartiger Architektur, detailreichen Tempelanlagen und liebevoll restaurierten Plätzen, die Zeugnis jahrhundertealter Handwerkskunst ablegen. Besonders beeindruckend war die Verschmelzung hinduistischer und buddhistischer Einflüsse, die sich in jedem Stein und jeder Zeremonie widerspiegelte.
Ein absolutes Highlight war das Holi-Fest: Inmitten farbenfroher Menschenmengen, ausgelassener Musik und fröhlicher Gesichter das Fest der Farben mitzuerleben, war eine überwältigende Erfahrung, die die Herzlichkeit und Lebensfreude der Menschen auf besondere Weise spürbar machte. Kathmandu, Patan und Bhaktapur haben uns nicht nur als Reiseziele begeistert, sondern als lebendige Kulturstätten mit Seele berührt.

Von faszinierenden Nepal ging es für uns dann weiter in das komplett andere, nicht minder faszinierende Bhutan – in das Land es Donnerdrachens.























































































































































































