Die Backwaters in Kerala vom Hausboot aus erleben – 3 Nächte und 4 Tage lang einfach gar nichts tun

Die Backwaters sind für viele das Highlight einer Reise durch Kerala.

Unser Hausboot, mit dem wir die Backwaters in Kerala erleben durften
Gleich geht’s los…

Was sind die Backwaters?

Die Backwaters bestehen aus einer Vielzahl an Wasserstraßen im Süden Indiens in Kerala.
Auf einer Fläche von 1900 Quadratkilometern werden sie aus 1500 Kilometern Kanälen, 44 Flüssen und 29 Seen gebildet.

Der Lake Vembanad in Kerala ist ein Teil der Backwaters
Der Lake Vembanad – von Palmen gesäumt

Die Wasserstraßen liegen circa 3 Metern über den Reisfeldern, die sie umgeben.
Die Bewässerung der Reisfelder wird hierdurch sichergestellt.

Im Vordergrund sieht man eine Wasserstraße der Backwaters, im Hintergrund die bis zu 3 Meter tiefer liegenden Reisfelder
Reisfelder prägen neben den Wasserstraßen die Landschaft

Auf Grund des riesigen Ausmaßes der Backwaters haben wir uns entschlossen 3 Nächte auf dem Hausboot zu verbringen – zu sehen, zu erleben und zu genießen gibt es offensichtlich genug und noch dazu wollten wir Shynima und Lekha einen Besuch abstatten. Beide hatten wir vor 2 Jahren im Coconut Lagoon in Kumarakom kennengelernt, was wiederum – direkt an den Lake Vembanad angrenzend – in den Backwaters liegt.

Was bietet eine Fahrt mit dem Hausboot ?

Zunächst bietet eine Fahrt mit dem Hausboot viel Ruhe und Entspannung. So erging es zumindest uns. Wir verspürten keinen Stress etwas verpassen zu können, weil es eigentlich nichts zu verpassen gab.

Palmen säumen das Ufer der Wasserstraßen in den Backwaters
Palmen, so weit das Auge reicht
Palmen säumen das Ufer der Wasserstraßen in den Backwaters

Die Palmen sind allgegenwärtig, das Wasserstraßensystem ist allgegenwärtig und die Leute, die sich oder ihr Geschirr oder ihre Wäsche in den Backwaters waschen, sind ebenfalls allgegenwärtig.

Alltag entlang der Wasserstraßen in den Backwaters in Kerala
Arbeitsalltag

Angeln ist ebenso ein notwendiger und beliebter Zeitvertreib.

Alltag entlang der Wasserstraßen in den Backwaters in Kerala
Arbeitsalltag

Wir saßen entweder unten auf dem Boot, neben unserem Kapitän Baju, oder oben auf der „Dachterrasse“ und ließen die Landschaft und das Treiben der Bevölkerung an uns vorbeiziehen.

Außerdem bot das Boot – unser schwimmendes Zuhause – einen gewissen Luxus. So hatten wir das Boot exklusiv für uns, wir hatten unseren eigenen Kapitän Baku und unseren eigenen Schiffsjungen Arjun und wir hatten unser eigenes Schlafzimmer mit einem tollen massiven und gemütlichen Bett und angeschlossenem eigenen Bad.

Unser täglicher Ablauf

Los ging es am ersten Tag um die Mittagszeit am Schiffsanleger in Alappuzha, dem früheren Alleppey.

Der Schiffsanleger in Alappuzha, dem früher Alleppey, an dem unser Hausboot startete
Der Schiffsanleger von Alappuzha

Für indische Verhältnisse ist Alappuzha eine relativ kleine Stadt, circa 100 Kilometer südlich vom Flughafen in Kochi gelegen. Bekannt ist Alappuzha für das jährlich stattfindende Schlangenbootrennen, welches an modern gestalteten und farbenfrohen Brücken beginnt und endet.

Diese farbenfrohen Brücken markieren den Start und das Ende des berühmten Schlangenbootrennes in Alappuzha
Diese farbenfrohen Brücken markieren den Start und das Ende des berühmten Schlangenbootrennens in Alappuzha

Eine Unmenge an Hausbooten verlässt täglich den Ableger von Alappuzha. Bis zu 2.000 Boote sind derzeit angeblich in den Backwaters unterwegs.

Unmengen an Hausbooten verlassen täglich Alappuzha, um in den Backwaters in Kerala unterwegs zu sein.
Hausboote starten ihre Tor in die Backwaters in Kerala

Sobald wir die unmittelbare Region um Alappuzha dann erstmal verlassen hatten, wurde die Dichte an Booten geringer. Die eigentliche Hausboot-Romantik konnte beginnen und unsere Tage bestanden aus Frühstück – Schauen – Mittagessen – Schauen – Abendessen – Schlafen, bis es mit dem Frühstück wieder losging.

Abendessen – Verhungern war unmöglich

So richtiger Stress kam in diesen Tagen nicht auf und nicht einmal mir, Ralph, ist es schwer gefallen, meine Ausflugsschuhe unangetastet stehen zu lassen.

Auch Dagmar war tiefenentspannt

Um unser leibliches Wohl kümmerte sich Arjun. Es war faszinierend, was der in Lumbini in Nepal geborene „Smutje“ in seiner Küche alles zauberte.

Begegnungen & Alltag

Wenn es so klingen mag, als hätte es nichts zu erleben gegeben, dann ist dies komplett falsch.

Die ältere Frau zündet die Kerzen an der Wand des Tempelgeländes an

Den Alltag der Bevölkerung so hautnah zu erleben oder auch die Begegnungen mit den Bewohnern, wenn das Boot am ein oder anderen Dorf anlegte, waren durchaus erlebenswert – nicht zuletzt auch deswegen, weil wir immer den Eindruck hatten, willkommen zu sein. Nahezu jede(r) begegnete uns mit einem Lächeln – egal ob jung oder alt.

Für das goldige Lächeln, das uns dieses Mädchen entgegenbrachte, bedankten wir uns mit einem Bonbon
Neben dem Jungen strahlen auch seine Eltern

Eine oft genutzte Begegnungsstätte für die einheimische Bevölkerung sind die Bootshaltestellen, die es bei jeder Siedlung für die Taxiboote gibt. Immerhin kann man dort, bei brütender und schwüler Hitze, im Schatten seinen Plausch halten.

Entspannter Plausch an der Schiffsanlegestelle

Stimmungen & Gefühle

Faszinierend war es für uns zu erleben, wir ruhig Indien sein kann. Wir waren an vielen Orten in diesem Land, unter anderem auch in Delhi und Mumbai, wo wir die Hektik und den Lärm hautnah und intensiv erlebten. Wie weit man hiervon in den Backwaters entfernt ist, ist beeindruckend und faszinierend zu erleben.

Hier hetzt man nicht von einer Sehenswürdigkeit zur Nächsten, sondern – im wahrsten Sinne des Wortes: DER WEG IST DAS ZIEL.

Der Weg ist das Ziel in den Backwaters in Kerala
Der Weg ist das Ziel

Man muss nur da sitzen und die Augen aufhalten und es gibt immer wieder etwas zu entdecken.

Shopping, Werkstätten und Restaurants

Immer wieder fasziniert es uns, mit welch einfachen Mitteln sich die Inder helfen können – so auch hier in den Backwaters.

Egal ob es darum geht, die Läden schön zu gestalten…

Laden

…oder ob es darum geht, ein Motorrad zu reparieren…

Motorrad-Werkstatt

…oder aber auch darum, sein Lokal stimmungsvoll darzustellen.

Lokal
Lokal – was es zu Essen gab, konnten wir leider nicht verstehen
Fischer

Lohnte sich der Aufenthalt auf dem Hausboot für uns?

Und ob sich diese Bootsfahrt für uns lohnte! Nach einem durchwachsenen und nicht gerade entspannten Jahr 2025 tat uns dieser chillige Aufenthalt so richtig gut. Wir verspürten keine Hektik und keinen Stress und genossen die Tage, bei tollem indischen Essen, auf unserem Boot komplett.

Deshalb nochmals vielen Dank an die engagierte zweiköpfige Bootscrew und an Mr. Basil Yoyaki, der dies alles für uns organisierte.

Mr. Basil Yoyaki

Und als Nebeneffekt hatten wir noch die tolle Chance unsere indischen Freunde nach langer Zeit wiederzusehen.

Lehka Chandra
Shynima

Bis bald, Lehka und Shynima.
Bis bald, Indien.

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