Unsere erfolgreiche Suche nach dem faszinierenden Uhu – 2 magische und unvergessliche Begegnungen mit dem König aller Eulen in der heimischen Natur

Einen Uhu in freier Natur zu entdecken – das war einer unserer Wünsche, was Tiersichtungen in heimischen Gefilden angeht.

Was als aussichtslose oder zumindest herausfordernde Idee begann, entwickelte sich zu einer spannenden und manchmal zermürbenden Mission. Wochenlang, oder besser monatelang, recherchierten wir und durchstreiften Wälder und Steinbrüche, um den König aller Eulen zu finden.

Die Uhu-Mama benötigt etwas Ruhe von ihrem Jungen
Frau Uhu im Baum

Letztendlich wurden wir irgendwann belohnt – wir waren erfolgreich und fanden nicht nur einen wild lebenden Uhu, sondern sogar Zwei.

🦉 Uhu-Suche mit viel Geduld und noch mehr Ausdauer

Schon lange faszinieren uns Eulen. Doch diese Eulenart – majestätisch, geheimnisvoll, kraftvoll – hatte es uns besonders angetan. In Mitteleuropa lebt sie bevorzugt in abgeschiedenen, ungestörten Gebieten: felsige Hänge, alte Steinbrüche, dichte Wälder. Genau dort suchten wir…

Unsere Suche war keine Wochenend-Laune, sondern entwickelte sich zu einer regelrechten Passion. Immer wieder fuhren wir frühmorgens los, durchkämmten Felslandschaften, sprachen mit Naturschützern, scannten die Gegend – und gingen immer wieder ohne Sichtung nach Hause.

Doch wir gaben nicht auf – denn uns war bewusst, dass es mit Sicherheit, was das Thema Vogelbeobachtung angeht, zu den aufwendigsten Unterfangen gehört, einen Uhu in freier Wildbahn zu finden.

Wissenswertes über den größten Eulenvogel Europas

Bevor wir zum entscheidenden Moment kommen, hier einige spannende Fakten über den Uhu, die wir während unserer Recherche gelernt haben:

  • 🦉 Artname: Uhu (Bubo bubo)
  • 📏 Größe: 60–75 cm Körperlänge
  • 🪽 Flügelspannweite: bis zu 180 cm
  • ⚖️ Gewicht: 2–3,5 kg
  • 🎂 Alter: bis zu 20 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 60 Jahre in Menschenhand
  • 🪹 Brutzeit: März bis Mai, oft schon ab Februar
  • 🥚 Brutdauer: ca. 34–36 Tage, 2–4 Eier
  • 🐣 Nestlingszeit: 6–8 Wochen, danach folgen Wochen der elterlichen Betreuung außerhalb des Nests
  • 🌍 Lebensraum: steile Felswände, alte Wälder, Steinbrüche

Der Uhu jagt bevorzugt in der Dämmerung oder Nacht und ernährt sich von Kleinsäugern, Vögeln und sogar Igeln. Mit seinem nahezu lautlosen Flug ist er ein perfekter Jäger – und gleichzeitig schwer zu entdecken.

Weitere Infos zu dieser Eule findet Ihr hier.

🧿 Der erste magische Augenblick – Ein brütender Uhu

Im Frühling dieses Jahres – genau zu meinem Geburtstag – war es dann so weit. Wir bekamen von einem uns gut bekannten Ornithologen einen Hinweis auf einen potenziellen Brutplatz in einem abgelegenen Steinbruch in Luxemburg.

Gute 150 Kilometer und knappe 2 Stunden sind wir gefahren, um das „Projekt Uhu“ auf die finale Erfolgsspur zu bringen.

Nach einer nicht unanstrengenden Wanderung näherten wir uns besagter Felswand. Umso näher wir kamen, desto weniger redeten wir, um den Uhu – falls er denn tatsächlich da wäre – nicht zu erschrecken. Gut versteckt und aus gebührender und sicherer Entfernung konnten wir dann tatsächlich unseren ersten Uhu entdecken.

Endlich fanden wir einen Uhu - ein Weibchen, das in der Felswand brütet

Eine werdende Uhu-Mama, die in einer Felsnische brütete.
Ihr Kopf mit den markanten Federohren ragte aus dem Nest, die Augen immer mal wieder geöffnet. Diese erste Sichtung war „gänsehautmäßig“. Nach langer Suche, war dieser Moment schon fast surreal.

Endlich fanden wir einen Uhu - ein Weibchen, das in der Felswand brütet

Obwohl es nicht viel zu erleben gab, da die werdende Mama nahezu regungslos in ihrem Nest sitzen blieb, gönnten wir uns circa 2 Stunden, in denen wir – erstarrt vor Ehrfurcht – den Moment genossen.

🐣 Ein Junges im Nest

Ein paar Wochen später kehrten wir zurück – mit der vorsichtigen Hoffnung vielleicht einen jungen Uhu sehen zu können. Und tatsächlich: Ein flauschiger, junger Uhu spazierte stolz in seiner Felsnische auf und ab oder saß neugierig am Nestrand.

Ein junger Uhu, kurz nach dem Schlüpfen, der noch gehudert wird

Besonders spannend war es zu sehen, wie aufmerksam der kleine Vogel seine Umgebung beobachtete.

Ein junger Uhu, kurz nach dem Schlüpfen, der noch gehudert wird

Die Mutter war die ganze Zeit in der Nähe – mal im Nest, mal in angrenzenden Bäumen – offensichtlich immer bereit, ihr Junges im Bedarfsfall zu beschützen.

Eine Uhu-Mama, die ihr Junges hudert.

Für uns war das der absolute Höhepunkt. Aus einer kaum zu realisierenden Idee war ein einmaliger Moment geworden, den wir mit Sicherheit nie vergessen werden.

Uhus sind nicht einfach zu finden. Aber genau das macht die Begegnung mit ihnen so wertvoll.

‼️ Unser Fazit

Generell ist Tierbeobachtung ein Hobby bzw. eine Leidenschaft, welche viel Geduld und Achtsamkeit erfordern. Bei manchen Vogelarten kommt man schneller zu einer erfolgreichen Beobachtung und auch zu schönen Bildern, beim Uhu ist dies allerdings um einiges schwieriger – sie sind noch schwerer zu finden als viele andere Vogelarten. Und kaum ein Ornithologe oder Vogelbeobachter gibt Informationen weiter, wenn er etwas zu einem potenziellen Standort weiß. Auch wir mussten unserem „Informanten“ versprechen, keine Infos zu diesem, „unserem“ Uhu weiterzugeben.

In diesem Sinne wünschen wir Euch die nötige Geduld und Ruhe, wie auch das entsprechende Quäntchen Glück bei Eurer Suche nach diesem tollen Vogel. Und wenn Ihr bei der Suche endlich erfolgreich seid: haltet inne, seid leise, genießt es. Solche Momente sind selten, aber genau deshalb so unglaublich kostbar.

Ein junger Uhu, der noch gehudert wird

🔍 Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange ist die Brutdauer?
→ Etwa 34–36 Tage.

Wann werden die Jungvögel flügge?
→ Nach rund 6–8 Wochen, bleiben aber danach noch lange in Nestnähe.

Welche Lebensräume bevorzugt der „König aller Eulen“?
→ Vor allem in stillen Felslandschaften, alten Steinbrüchen und Wäldern mit steilen Hängen.

Wie groß wird dieser Vogel?
→ Bis zu 75 cm Körpergröße und 180 cm Flügelspannweite.

Weitere Berichte zu Vogelbeobachtungen auf „vonhierundunterwegs

Neben dem oben beschriebenen Erlebnis hatten wir bislang noch viele weitere spektakuläre Vogelbeobachtungen in Deutschland erleben dürfen – vom wunderschönen Wiedehopf, über die azurblauen Eisvögel und farbenfrohen Bienenfresser, bis hin zu den Neozoen Halsbandsittich und Gelbkopfamazone.

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