Erlebt mit uns ein faszinierendes Naturschauspiel bei Nacht: Die Amphibienwanderung in Homburg (Saar) zeigt den Frühling von seiner verblüffenden und farbenfrohen Seite.
❓Wann findet die Amphibienwanderung statt?
In Abhängigkeit von den tatsächlichen Wetterbedingungen ist es meistens Ende Februar / Anfang März, bis die Amphibienwanderung startet. Dabei wandern nicht alle Amphibien zur selben Zeit los – manche starten früher und manche starten eben später.
Einen groben Hinweis bietet der Amphibienkalender, der den ungefähren Wanderungsbeginn sowie die verschiedenen Aktivitätsphasen verschiedener Amphibien angibt.
Es kann sich auf jeden Fall lohnen loszugehen, wenn die ersten Nächte frostfrei sind. Selbst bei geringen Temperaturen im Plusbereich sind die Amphibien dann teils schon, wenn auch noch sehr langsam, aktiv.
🧭 Wo lohnt sich das Suchen nach Amphibien?
Wir suchen in Homburg immer wieder verschiedene Wald- und Feldwege auf, um bei der Amphibienwanderung erfolgreich zu sein. Wenn die Kröten und / oder Molche auf dem Weg zum Laichgewässer die Wege kreuzen, stehen die Chancen am besten, diese auch zu entdecken – dies ist zumindest unsere Erfahrung. Gerade die Molche sind tatsächlich nicht allzu groß und im Wald schwer zu finden.
🐸 Was gab es für uns bei der Amphibienwanderung alles zu sehen?
Am einfachsten und häufigsten findet man die
Erdkröte
Wenn man dann eine Erdkröte gefunden, sind weitere oft nicht weit.

Wir hatten Abende während der Amphibienwanderung, an denen wir auf einer Strecke von vielleicht 500 Metern weit mehr als hundert Erdkröten auf dem Weg gefunden hatten.
Die Erdkröten-Männchen sind zum Zeitpunkt der Amphibienwanderung förmlich sexbesessen und warten ungeduldig auf eine Partnerin, die hoffentlich schnell ankommt. Im besten Fall für ein Erdkröten-Weibchen klammert sich nur ein Männchen bei ihr auf den Rücken und lässt sich zum Laichgewässer tragen. Oft sind es aber gleich mehrere liebestolle Erdkröten-Männchen, die ein Weibchen für sich haben wollen. Regelrechte Erdkröten-Knäuel liegen dann am Boden – mittendrin das Weibchen, das bei derartigen Orgien durchaus zu Tode kommen kann. Die Männchen versuchen, ohne jede Rücksichtnahme, alles zu begatten, was ihnen in den Weg kommt.
In einem Fall hatten wir ein Erdkröten-Männchen gesehen, welches sich einen Feuersalamander als Partner(in) gewählt hat.
Die Erdkröten bleiben nicht sehr lang in ihrem Laichgewässer. Zügig nach dem Ablaichen verlassen sie dieses wieder und wandern zurück in den Wald.
Anders ist dies bei den Molchen.
Molche
starten ihre Wanderung, unserer Erfahrung nach, meist später als die Erdkröten. Dafür verbringen sie einen längeren Zeitraum in ihrem Laichgewässer. Bei uns im Gartenteich sind oft den ganzen Sommer über die Molche da.
So unscheinbar die Molche beim kurzen Hinschauen auch wirken, so hübsch sind sie, wenn man sie denn genauer anschaut.
Besonders hübsch ist der
Bergmolch
Der Bergmolch kommt bei uns, sowohl während der Amphibienwanderung als auch im Gartenteich, recht häufig vor.

Man darf sich also nicht von seinem Namen irreführen lassen und vermuten, dass er nur in Bergregionen vorkommen würde.
Ein ausgewachsener Bergmolch hat eine Länge von bis zu 12 Zentimetern. Gut zu erkennen ist der Bergmolch an seinem knallorangen Bauch. Während der Laichzeit kann die Farbe des Rückens von Bergmolch-Männchen ins bläuliche gehen.
Etwas größer als der Bergmolch ist der
Kammmolch
Um einen Kammmolch zu finden, benötigt man bei uns schon etwas mehr Glück, als für das Finden eines Bergmolchs – obwohl der Kammmolch mit einer Länge bis zu 20 Zentimetern um einiges größer als der Bergmolch und sogar die größte heimische Molchart ist.

Der Name des Kammmolchs kommt daher, da die Männchen zur Paarungszeit in der Wassertracht einen hohen, stark gezackten Hautkamm auf Rücken und Schwanz bekommen.
Neben der Größe kann man den Kammmolch auch am Bauch vom Bergmolch unterscheiden. Während der Bergmolch einen rein orangenen Bauch hat, hat der Kammmolch schwarze Punkte auf orangenem Bauch.
Schwerer zu unterscheiden sind für uns der
Fadenmolch und Teichmolch
Beide sind mit einer Größe bis circa 10 cm relativ klein und haben eine ähnliche Hautfarbe. Das hauptsächliche Unterscheidungsmerkmal findet man am Schwanzende, da der Fadenmolch eine dünne fadenartige Verlängerung am Schwanz hat, der Teichmolch jedoch nicht.

Auch für diese beiden Molche gilt, dass die Haut, bei genauerem Hinsehen, wesentlich detailreicher ist, als man vermuten sollte.

Hinsichtlich der Unterscheidung Faden- und Teichmolch habe ich im Internet folgende theoretische Beschreibung gefunden:
Bei den männlichen Teichmolchen ist die Kloake schwarz gefärbt, die der Weibchen eher hautfarben. Die Oberseite der weiblichen Teichmolche kann farblich stark variieren, von Hellbeige über Oliv bis zu dunklen bräunlich-grauen Tönen. Auf dem grau gefärbten Rücken der Männchen finden sich meist schwarze Punkte.
Bei den Fadenmolchen sollte ebenfalls ein Blick auf die Kloake zur Artenbestimmung geworfen werden. Bei den Männchen ist die Kloake schwarz, bei den weiblichen Fadenmolchen ist die Kloake blassgelblich gefärbt und um den Schlitz weiß. Während der Paarungszeit verfügen die Männchen außerdem über einen bis zu acht Millimeter langen Faden an ihrem Schwanzende.

Auf der Seite des NABU kann man noch folgendes finden:
Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zum ähnlichen Teichmolch sind (beim Fadenmolch) die ungefleckte, pigmentarme Kehle, sowie während der Wassertracht der fadenförmige Schwanzfortsatz der Männchen.
In der Praxis tun wir uns dennoch schwer, die beiden auseinanderzuhalten.
⛰️ Weitere Amphibien im Saarland
Neben den Amphibien, die wir auf der Amphibienwanderung im heimischen Homburg sehen können, suchen wir regelmäßig auch verschiedenen Halden nach nach verschiedenen Kröten und Unken ab. Weitere Infos hierzu findet Ihr hier.
