Die Ansprüche und Wünsche – so auch der Wunsch, ein schönes Foto eines Wiedehopfs zumachen – stellen sich um so mehr ein, umso mehr man in der Natur unterwegs ist. So ergeht es zumindest uns. Informationen sammeln und auswerten, gute Planung und viel Geduld waren notwendig, um dieses Projekt zum Erfolg zu bringen.
Charakteristisches zum Wiedehopf
In den Jahren 1976 und 2022 war er der Vogel des Jahres in Deutschland. Charakteristisch für den Wiedehopf sind der 4-5 cm lange, gebogene Schnabel und die 5-6 cm hohe Federhaube, die der Wiedehopf in bestimmten Situationen aufrichtet. Wenn man einen Wiedehopf sucht, hört man ihn meist, bevor man ihn sieht. Er ruft dann ein „huphuphup“, welches ihn im Englischen auch den Namen „hoopoe“ einbrachte.
Wo sucht man den Wiedehopf?
Grundsätzlich mag es der dieser Vogel warm und trocken. Der Wiedehopf mag in der Regel auch keine dichten Wälder, sondern bevorzugt eher lichtere Flächen. In Deutschland ist es deswegen sinnvoll vor allem in Weingegenden nach dem Wiedehopf zu suchen. Der Kaiserstuhl ist beispielhaft eine Gegend, der diese Kriterien erfüllt.
Am Kaiserstuhl wurde festgestellt, dass Wiedehopfe gerne in den Weinberghütten gebrütet haben. Da die Vögel in den Weinberghütten während der Brut immer wieder gestört wurden und um den Vögeln das Brüten zu erleichtern, hat der Nabu am Kaiserstuhl viele „künstliche“ Weinberghütten aufgestellt. Von außen ähneln diese Brutstätten grob einer Weinberghütte. Tatsächlich handelt es sich hierbei aber lediglich um eine dreiseitig geschlossene, hinten offene Einhausung mit Dach, in deren Innenraum ein tiefhängender Nistkasten montiert wurde.
Die Wiedehopfe haben diese Weinberghütten-Attrappen in jedem Fall akzeptiert. Jedes Jahr werden Bruterfolge am Kaiserstuhl erzielt.
Unsere Erlebnisse am Kaiserstuhl
In den vergangenen Jahren sind wir regelmäßig an Kaiserstuhl gefahren, oft nur für einen Tag mit Abfahrt nachts zwischen 03:00 und 04:00 Uhr. Ab und zu haben wir auch ein verlängertes Wochenende eingestreut.

Der Tag sah dann in der Regel so aus, dass wir an Punkten, die wir vorab als vielversprechend empfunden haben, in sicherem Abstand unser Tarnzelt aufgebaut oder unser Tarnnetz aufgehängt haben und dann das Warten losging.

Wie es die Vogelfotografie mit sich bringt, hatten wir hierbei alles mögliche erlebt. Wir hatten Tage, an den wir nichts gesehen haben, es gab Tage an denen wir viele verschiedene und zum Teil auch seltene Vogelarten (wie Zaunammer, Neuntöter, Bluthänfling, verschiedene Mückenarten, Bienenfresser, Schwarzkehlchen und Wendehals) gesehen haben – das Objekt der Begierde blieb aber fern:





Und ab und zu gab es Tage, an denen sich auch der Wiedehopf zeigte. Mal weiter weg, mal nah und – mit unendlich viel Glück – einmal sehr nah bei der Übergabe des Brautgeschenks.


Der Kaiserstuhl ist aus vielen Gründen eine Reise wert. Es lohnt sich schon, wenn man nur durch die Weinberge streift und eventuell sogar eine Smaragdeidechse finden kann.

Ein sich zeigender Wiedehopf ist dann das Tüpfelchen auf dem i.
Im Saarland, wo wir leben, gibt es wissentlich keine Wiedehopf-Vorkommen. Dies ist auch der Grund, warum wir immer wieder an den Kaiserstuhl fuhren und fahren.
Wenn man viel draußen unterwegs ist, trifft man immer wieder gleichgesinnte Vogelbeobachter. Sehr oft sind sie eher verschwiegen und geben nicht gerne ihre eigenen Erfahrungen und Kenntnisse preis, immer mal trifft man aber auf Gleichgesinnte, mit denen man in einen positiven Erfahrungsaustausch kommt.
Der Wiedehopf in Rheinland-Pfalz
So erging es uns, als uns ein erfahrener Ornithologe von einer Gegend in Rheinland-Pfalz erzählte, wo es ebenfalls diese faszinierenden Vögel geben soll.

Wir staunten nicht schlecht, als wir dort gleich bei unserem ersten Versuch, direkt neben der Bundesstraße, einen Wiedehopf fanden, der gerade auf Futtersuche war.

Als wir unser Auto auf dem abgehenden Feldweg parkten, hatten wir die Chance, zum Fenster zu fotografieren, während sich der Wiedehopf bis auf wenige Meter dem Auto näherte.

So hatten wir einige richtig tolle Bilder machen können.





Als wir kurz darauf unser Glück in dieser Gegend wiederholt nochmals versuchten, hatten wir leider keine Sichtungen mehr. Dennoch ist es schön zu wissen, dass man nicht unbedingt an den Kaiserstuhl fahren muss, um Wiedehopfe zu sehen, sondern auch im Umkreis von 100 Kilometern mit viel Glück erfolgreich sein kann.
Weitere Berichte zu Vogelbeobachtungen in Deutschland, teils auch im Ausland, findet Ihr hier.
