8 Tauchgänge vor Nusa Penida: Strömungsreiches Tauchen bei der Suche nach dem faszinierenden Mola Mola

🏝️ Nusa Penida – Ein kleines Paradies?

Nur eine kurze Bootsfahrt von Bali entfernt liegt Nusa Penida – eine indonesische Insel, die in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und das aus gutem Grund: Rau und ursprünglich, mit dramatischen Steilküsten, einsamen Stränden und einer faszinierenden Unterwasserwelt, wirkt Nusa Penida wie eine Welt für sich.

Im Gegensatz zum touristisch stark frequentierten Bali ist die Atmosphäre hier ruhiger. Dennoch machen viele Tagestouristen der kleinen Insel schwer zu schaffen. Der eigene Rhythmus der Insel geht nach und nach leider verloren.

Vor allem für Natur- und Meeresliebhaber ist sie noch ein echter Geheimtipp. Besonders Taucher, die Strömungstauchgänge lieben, kommen hier voll auf ihre Kosten: Die Gewässer rund um Nusa Penida sind bekannt für ihre starke Strömung, spektakuläre Sichtweiten und eine außergewöhnlich reiche Artenvielfalt.

🐡 Die beste Reisezeit für den Mola Mola

Nach unvergesslichen Muck-Tauchgängen um Kubu und Tulamben auf Bali im Jahr 2023, beschlossen wir auch in 2024 unseren Tauchurlaub auf Bali zu verbringen. Den Reisezeitraum wählten wir dieses Mal nicht um meinen Geburtstag im April, sondern wir planten für diesen Urlaub den Zeitraum von Ende September bis in den Oktober hinein, da dies die erfolgversprechendste Jahreszeit ist, um den Mola Mola (Mondfisch) sehen zu können.

Die erste Urlaubswoche haben wir deshalb für den Mola Mola reserviert und wir quartierten uns hierfür auf Nusa Penida ein.

Von Juli bis Oktober wird das Wasser um Nusa Penida kühler und die Mondfische kommen deshalb vermehrt aus der Tiefe zu den Reinigungsstationen. Dies ist die sogenannte „Mola-Mola-Saison“, die mit den besten Sichtungen in den Monaten August und September aufwartet.

Für die zweite Woche wechselten wir zurück nach Bali, um in Pemuteran auf die Suche nach der Makro-Welt zu gehen.

🌴 Nusa Penida

Nusa Penida ist eine kleine Insel, angrenzend an den Südosten Balis, und von Sanur auf Bali nach einer 1-stündigen Fahrt mit der Fähre zu erreichen. Neben Tauchern, die auf der Suche nach dem Mondfisch – dem Mola Mola – sind, kommen sehr viele Tagesgäste nach Nusa Penida zum Schnorcheln.

Uns wurde erzählt, dass die Infrastruktur der Insel für 800 Gäste ausgelegt sei, täglich sich aber 8.000 Gäste auf der Insel aufhalten.

🤿 Tauchen auf Nusa Penida

Es gibt gar nicht so viele Tauchplätze auf Nusa Penida. Sechs Tauchplätze verteilen sich auf die Nordseite der Insel. Im Westen gibt es, im Kanal zwischen Nusa Penida und Lembongan, die „Crystal Bay“, in der man die besten Chancen hat, den Mola Mola zu sehen. Und im Süden von Nusa Penida ist der „Manta Point“.

Die letzten beiden genannten Tauchplätze „Crystal Bay“ und „Manta Point“ können nur getaucht werden, wenn der Wellengang dies erlaubt. Die „Two Fish Divers“, mit denen wir getaucht sind, fahren diese Tauchplätze nur an, wenn die Wellen nicht höher als 1,50 Meter sind, da das Einsteigen ins Boot nach dem Tauchgang ansonsten unmöglich wird.

Mit starken Strömungen und mit Sprungschichten muss man in Nusa Penida immer rechnen. Auf der Nordseite hatten wir einen Tauchgang, bei dem wir, auf Grund der starken Strömung, an drei Tauchplätzen in 60 Minuten vorbeischossen. Sehen konnten wir bei diesem Tauchgang, wegen der Geschwindigkeit die wir an den Tag legten, trotz viel zurückgelegter Strecke wahrlich nicht viel. In der Crystal Bay machten wir die Rückwärtsrolle vom Boot ins an der Oberfläche 30° warme Wasser. In einer Tiefe von circa 15 Metern hatte das Wasser dann eine Temperatur von 22°. Noch kälter ist ebenfalls möglich – unser Tauchguide erzählte uns von Tauchgängen, bei denen die Wassertemperatur nur 15° betrug. Insofern hatten wir ja richtig Glück.

Der Mola Mola (Mondfisch)

Den Mondfisch zu sehen war unser erklärtes Ziel und somit der Hauptgrund, warum wir nach Nusa Penida zum Tauchen kamen. Der Mondfisch erreicht in der Regel eine Größe von bis zu 2 Metern, kann aber bis zu 3,30 Meter groß und bis zu 2,5 Tonnen schwer werden. Was nicht gerade für den Mondfisch spricht: sein Gehirn wiegt gerade mal 6 Gramm. Die hellste Kerze auf der Torte scheint der Mola Mola unter den Meeresbewohnern nicht zu sein.

Tatsächlich hatten wir das Glück einen Mondfisch auf Nusa Penida in der Crystal Bay zu sehen. Am Ende eines, bis dahin eigentlich eher unspektakulären Tauchgangs, kam dieser gigantische Fisch, wie aus dem Nichts, in circa 15-20 Metern Tiefe auf uns zu geschwommen. Die Umgebungsbedingungen passten, was die Wassertemperatur anging – es hatte lediglich 22 Grad und kaltes Wasser liebt der Mondfisch. Leider war die Sicht relativ schlecht, so dass mir leider nur zwei Beweisfotos unseres Prachtexemplars von Mondfisch gelangen. Genauso unvermittelt wie er da war, war er dann auch wieder weg – unser Mondfisch.

Was erlebten wir sonst noch beim Tauchen auf Nusa Penida?

Die Tauchgänge, die wir – abgesehen vom Mondfisch in der Crystal Bay – auf Nusa Penida am meisten genossen, waren auf der Nordseite der Insel.

Bis auf den einen oben beschrieben Tauchgang, bei dem wir drei Tauchplätze in einem Tauchgang machten, war an der Nordseite eine moderate Strömung. Gemütliche und entspannende Drift Dives waren angesagt.

Muränen und Drachenköpfe

dominierten, was wir unter Wasser sehen konnten.

Ab und zu zeigte sich eine

Schildkröte

und einmal konnten wir einen

Riesen-Anglerfisch

sehen.

🧳 Fazit

Leider warn unsere Tauchgänge auf Nusa Penida sehr arm an Makro-Leben. Nacktschnecken waren Mangelware, Garnelen hatten wir gar nicht gesehen. Aber die Tatsache, dass wir einen Mola Mola sehen konnten, lässt uns „gnädig“ über fehlende Makro-Motive hinweg schauen. Diese sollten wir in der Folgewoche in Pemuteran dann ohnehin zu Hauf haben. Weitere Berichte zu unseren Tauchabenteuern findet Ihr auf vonhierundunterwegs.

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