Vogelbeobachtung am Federsee, dem Paradies für Vogelenthusiasten: Die geheime Welt der Bartmeisen und ein faszinierendes Sumpfhuhn

Der Federsee in ein großes Naturschutzgebiet, angrenzend an Bad Buchau, in der Nähe von Biberach in Baden-Württemberg. Dort hat man viele verschiedene Möglichkeiten zur erstklassigen Vogelbeobachtung.

Der Federsee

hat eine Größe von circa 1,4 Quadratkilometern. Direkt am See befindet sich der Parkplatz und das Federseemuseum. Vom Parkplatz erreicht man den Zugang zum Steg, der auf den See hinaus bzw. in das Moor hineinführt. Der hölzerne Steg hat eine Länge von rund 1,5 Kilometern.

Zum Steg hier etwas „Klugscheißer-Wissen“ aus der Seite bad-buchau.de:

Der Steg wurde erstmals im Jahr 1911 erbaut und seither vier Mal komplett erneuert. Die letzte Erneuerung fand 2010 und 2011 statt. Der Bau des Stegs kann nur im Winter bei strengem Frost erfolgen, da nur dann der ansonsten weiche Moorboden mit Baumaschinen befahrbar ist.

Materialbedarf:

  • 1.091 Eichenpfähle mit einer Länge von je 7-14 m
    (dies ergibt eine Strecke von 12km)
  • 475 m³ Eichenholz für Geländer, Belag, Schutzhütte und Aussichtsturm
  • 97.200 Edelstahlschrauben
  • 45.200 Edelstahlnägel

Grundsätzlich kann man viele Vögel zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten an diesem Kleinod entdecken. Unser ornithologisches Highlight kommt regelmäßig Ende September / Anfang Oktober an den See zurück. Dieses Highlight sind die 

🐧 Bartmeisen

Lebensraum, Merkmale und interessante Fakten

Die Bartmeise (Panurus biarmicus) ist ein faszinierender Singvogel, der in Europa und Asien beheimatet ist. Besonders in den Sümpfen und Schilfgebieten europäischer Länder, wie Deutschland, Polen und Ungarn, ist die dieser Vogel anzutreffen. In diesem Artikel erfährst Du Wissenswertes über die Bartmeise, ihre Lebensweise und ihre Merkmale. Außerdem haben wir viele Bilder dieser hübschen Vögel eingefügt.

männliche Bartmeise am Federsee in Bad Buchau

Was ist eine Bartmeise?

Die Bartmeise ist leicht an ihrem markanten, bartähnlichen Gefieder zu erkennen. Männchen haben einen auffälligen, schwarzen „Bart“, der sich von ihrem grauen Kopf abhebt. Auch die langen Schwanzfedern und die schlanke Körperform sind charakteristische Merkmale dieses Vogels. Es handelt sich um einen kleinen bis mittelgroßen Vogel, der in Schilf- und Sumpfgebieten lebt und sich von Insekten sowie Samen ernährt.

weibliche Bartmeise am Federsee in Bad Buchau

Lebensraum und Verbreitung

Bartmeisen bevorzugen feuchte Lebensräume, insbesondere Schilf- und Röhrichtgebiete an Seen, Flüssen und Mooren. In Europa finden sich größere Populationen in den Niederlanden, Deutschland, Polen und Ungarn. Der Vogel ist jedoch durch Lebensraumverlust und Verschmutzung von Gewässern bedroht, was zu einem Rückgang der Bestände geführt hat und weiterhin führt.

Ernährung und Fortpflanzung

Bartmeisen ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Larven und Samen. Ihre Nahrung finden sie sowohl in den hohen Schilfhalmen als auch in den Gewässern. Die Fortpflanzung erfolgt in den Frühjahrs- und Sommermonaten. Das Männchen präsentiert sich dem Weibchen in einem auffälligen Balzverhalten, bei dem es den „Bart“ besonders betont.

Unsere Sichtungen am Federsee

Angelockt werden die Bartmeisen am Federsee, indem NABU-Mitarbeiter entlang des Stegs, der in das Moor führt, Vogelsand streuen. Diesen Sand benötigen die Bartmeisen für ihre Verdauung wegen der Umstellung von Sommer- auf Winterkost. Auf der Suche nach dem Sand laufen die Vögel auf dem Steg und dem Geländer des Stegs entlang – teils wenig scheu, obwohl eine Vielzahl an Fotografen den Steg belagern.

Somit war der Herbst eindeutig die beste Jahreszeit für uns, um diese herrlichen Vögel am Federsee sehen zu können. Man darf nur nicht allzu spät dran sein: wir haben die Erfahrung gemacht, dass ab dem späten Vormittag keine dieser Vögel mehr auftauchen – zwischen 09:00 Uhr und 10:00 Uhr am Morgen war bei uns in der Regel am meisten Betrieb entlang des Stegs.

Übrigens sind die Bartmeisen gar keine Meisen. Eher sind sie mit den Lerchen verwandt.

Eine weitere Seltenheit, die wir am Federsee schon finden konnten, ist

🐦 das kleine Sumpfhuhn

Bei einer Größe von maximal 20 Zentimeter und einer Spannweite von maximal 39 Zentimetern gehört das kleine Sumpfhuhn zu den kleinsten heimischen Rallenarten.

kleines Sumpfhuhn am Federsee in Bad Buchau

Das kleine Sumpfhuhn lebt normalerweise recht scheu gut versteckt im Schilf, Röhricht und in Binsenbeständen, welche an kleine offene Wasserflächen anschließen.

Ab und zu kommt das kleine Sumpfhuhn dann aus seinem Schilfgürtel heraus, um in den offenen Wasserflächen auf den Blättern der Wasserpflanzen nach Nahrung zu suchen.

Genau so hatten wir unser kleines Sumpfhuhn entdeckt, nachdem wir bei eisiger Kälte ausgeharrt und auf den Moment gewartet hatten, dass sich das kleine Sumpfhuhn zeigt. Letztendlich wurden wir dann mit diesen Bildern belohnt.

Folgende weitere Bildberichte zu Vögeln kannst Du auf „vonhierundunterwegs.de“ finden:

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Der Wiedehopf – eine faszinierende und anstrengende Suche nach dem Vogel des Jahres 2022
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