9 Tage in Athirapilly in Kerala – einmalig schöne und überraschende Naturerlebnisse sowie Entspannung pur

Athirapilly ist keine Stadt und kein Dorf im eigentlichen Sinne. Athirapilly ist eher ein Gebiet oder eine Gemeinde im Distrikt Thrissur in Kerala am Fluss Chalakudy.

Die nächstgelegene größere Stadt Chalakudy (gleichnamig mit dem Fluss) ist circa 30 Kilometer entfernt, der Flughafern Kochi ist circa 40 Kilometer weit weg.

Athirapilly liegt in der Nähe von Kochi Airport

❓Warum Athirapilly?

Trotz dessen, dass Athirapilly gar nicht weit von Kochi entfernt ist, ist es ein ruhiger Fleck, der in herrlichster Natur liegt. Genau einen solchen ruhigen Fleck hatten wir uns zum Ende eines durchwachsenen und turbulenten Jahres 2025 gewünscht. Wir wollten einfach Ruhe und Natur genießen. Ich habe mich auf ein paar schöne Tiersichtungen gefreut und Dagmar wollte sich ihren Ayurveda-Behandlungen hingeben.

Um dies alles unter einen Hut zu bekommen, sollten zwei Rahmenbedingungen passen:

Unsere zwei Rahmenbedingungen: ein schönes Ayurveda-Hotel und ein leidenschaftlicher Natur-Guide

Zunächst benötigten wir ein passendes Hotel, in dem auch Ayurveda-Behandlungen – oder zumindest Wellness und Yoga – angeboten wurden. Dies fanden wir in Athirapilly mit dem Niraamaya Samroha.
Es ist herrlich gelegen, direkt am Fluss Chalakudy, inmitten atemberaubender Natur.
Diese spektakuläre Aussicht konnten wir dort jeden Morgen von unserem Balkon aus genießen:

Das Niraamaya Samroha in Athirapilly am Chalakudy-Fluss in Kerala ist ein wunderschönes Hotel.
Aussicht von unserem Balkon im Niraamaya-Hotel

Um auch tolle Naturerlebnisse zu ermöglichen, suchte ich ferner nach einem passenden Guide. Diesen fand ich im Vorfeld in Nidheesh – einem Naturenthusiasten, der genau weiß, was man in und um Athirapilly wo suchen muss.

Mein Natur-Guide Nidheesh zeigte mir in Athirapilly in Kerala Viele Vögel und Elefanten.
Mein Guide Nidheesh, dessen Spitzname Black Panther ist, ist der Mittlere von uns Dreien

Nachdem die Rahmenbedingungen offensichtlich passten, ging es dann Ende des Jahres 2025 tatsächlich nach Athirapilly in Kerala.

🌺 Natur und Ruhe pur in und um Athirapilly

Nach einem kurzen Zwischenstopp, den ich in Thattekad einlegte, konnte das Erforschen der Natur in und um Athirapilly beginnen. Im Wesentlichen war es die Vogelwelt, die uns Nidheesh näher bringen sollte und wollte. Es warteten aber noch weitere Highlights auf uns…

⛰️ Unser Athirapilly-Highlight Nummer 1: Die Landschaft

Die Landschaft rund um Athirapilly in Kerala verdankt ihre spektakuläre Schönheit vor allem dem Chalakudy River, einem der bedeutendsten Flüsse Zentralkeralas.

Der Chalakudy-Fluss prägt die Landschaft bei Athirapilly
Der Chalakudy-Fluss prägt die Landschaft bei Athirapilly

Sein Ursprung liegt tief in den bewaldeten Höhen der Western Ghats, genauer gesagt im artenreichen Sholayar-Waldgebiet. Dort wird der Fluss unter anderem vom Sholayar-Stausee gespeist, einem der größten künstlichen Wasserreservoirs Keralas.

Das Wasser des Sholayar-Stausees speist in der Trockenzeit den Chalakudy-Fluss
Der Sholayar-Stausee

Eingebettet in dichten tropischen Regenwald sammelt der Stausee die intensiven Monsunniederschläge und gibt das Wasser kontrolliert an den Chalakudy-Fluss weiter – eine lebenswichtige Quelle für Mensch, Natur und Landwirtschaft.

Das Wasser des Sholayar-Stausees speist in der Trockenzeit den Chalakudy-Fluss
Der Sholayar-Stausee

Auf seinem Weg aus den Bergen schlängelt sich der Chalakudy River durch eine dramatische Landschaft aus immergrünem Dschungel, Bambuswäldern und felsigen Schluchten. Diese natürliche Dynamik schafft die Grundlage für eines der bekanntesten Naturwunder Südindiens: die Athirapilly-Wasserfälle, oft als die „Niagara-Fälle Indiens“ bezeichnet.

Besonders während und nach der Monsunzeit zeigt sich die Kraft des Flusses eindrucksvoll, wenn gewaltige Wassermassen aus der Hochebene in die Tiefe stürzen. Gleichzeitig sorgt die stetige Wasserzufuhr aus dem Sholayar-Stausee dafür, dass der Fluss auch in trockeneren Monaten (wie während unseres Aufenthalts im Dezember) nicht versiegt.

Die Athirapilly Wasserfälle werden während der Trockenzeit von einem Stausee gespeist.
Die Athirapilly-Wasserfälle während der Trockenzeit

Der Chalakudy River ist jedoch weit mehr als nur ein landschaftliches Highlight. Er bildet ein sensibles Ökosystem, das zahlreichen endemischen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bietet und die umliegenden Wälder des Sholayar-Gebiets mit Feuchtigkeit versorgt. 

Die Felsen im Chalakudy-Fluss kann man nur während der Trockenzeit sehen, nicht aber während der Regenzeit in Kerala
Der Chalakudy-Fluss in der Trockenzeit – mehr Steine als Wasser

Wir haben diese Landschaft intensiv genossen. Wenn wir nicht beim Ayurveda oder zwecks Vogelbeobachtung unterwegs waren, saßen wir oft genug entspannt und gemütlich auf unserem Balkon und schauten einfach so vor uns hin…

🐧 Unser Athirapilly-Highlight Nummer 2: Die Vogelwelt

Das Bird-Watching in Athirapilly unterscheidet sich stark von dem in Thattekad. Es gibt hier keine Hides zur Vogelbeobachtung, auch ist in der Region kein Natur- oder Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Somit war ich tatsächlich sehr gespannt, ob die Vogelbeobachtung in Athirapilly mit der in Thattekad mithalten kann.

Unser Vogelbeobachtungstag begann in der Regel zwischen 05:30 Uhr und 06:00 Uhr. Dann brachte mich Nidheesh (er hat übrigens den Spitznamen „The Black Panther“) mit seinem Auto zu verschiedenen tollen Vogelbeobachtungsplätzen, alle gelegen zwischen der Stadt Chalakudy im Westen und dem Sholayar Forest Reserve im Nordosten. Mittags war jeweils eine Pause, bis es um 16:30 Uhr zur zweiten Tour an jedem Tag losging.

An den verschiedenen Spots waren wir viel zu Fuß unterwegs, wir nutzten aber auch das Auto als „mobilen Hide“ zum Bird Watching. Hierbei zeigte Nidheesh so manches gefiederte Highlight, wie zum Beispiel die

Pflaumenkopfsittiche

In den üppigen Wäldern rund um Athirapilly begegnet man mit etwas Glück (oder wenn man weiß, wo der richtige Ort ist) diesem besonders farbenfrohen Bewohner der Baumkronen: dem Pflaumenkopfsittich. Diese mittelgroße Papageienart ist in Südindien weit verbreitet und fällt vor allem durch ihr lebhaftes Wesen und ihre leuchtenden Farben auf. Besonders in den offenen Waldgebieten, entlang von Flüssen wie dem Chalakudy River und an den Rändern des Regenwaldes lassen sich Pflaumenkopfsittiche gut beobachten – oft in kleinen Gruppen, die laut rufend von Baum zu Baum ziehen.

Seinen Namen verdankt der Pflaumenkopfsittich der auffälligen Kopffärbung des Männchens: Ein intensives, pflaumen- bis violettfarbenes Rot überzieht Kopf und Nacken, eingefasst von einem schmalen schwarzen Halsring. Die Weibchen sind deutlich dezenter gefärbt und dadurch gut zu unterscheiden. Ihr Kopf zeigt meist graublaue bis olivfarbene Töne, und der markante Halsring fehlt oder ist nur angedeutet. Beide Geschlechter besitzen jedoch den typischen grünen Körper, einen langen Schwanz und einen kräftigen, gebogenen Schnabel, der perfekt zum Knacken von Samen und Früchten geeignet ist.

Pflaumenkopfsittiche sind ausgesprochen soziale und intelligente Vögel. Sie leben meist paarweise oder in kleinen Schwärmen und kommunizieren ständig miteinander durch hohe, schrille Rufe, die man oft hört, bevor man die Tiere sieht. Ihre Nahrung besteht aus Früchten, Beeren, Samen, Knospen und gelegentlich Blüten – ein reiches Angebot, das die artenreichen Wälder Keralas in Hülle und Fülle bieten. Besonders früh morgens und am späten Nachmittag sind sie aktiv und damit ideale Fotomotive für Natur- und Vogelfotografen.

Ihre Herkunft reicht weit über Kerala hinaus: Pflaumenkopfsittiche sind auf dem indischen Subkontinent beheimatet und kommen neben Indien auch in Sri Lanka, Nepal und Teilen Südostasiens vor. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit gelten sie in manchen Regionen als empfindlich gegenüber Lebensraumverlust, da sie auf alte Bäume mit natürlichen Bruthöhlen angewiesen sind.

Pirol

Der Pirol ist ein Vogel, den man mit sehr viel Glück auch im Sommer in Deutschland sehen kann. Meist hört man ihn jedoch nur aus den Baumkronen, in denen er sich gut versteckt hält, melodisch rufen. Gesehen habe ich den Pirol in Deutschland selten, fotografiert noch nie. Welch Glück, dass Nidheesh auch Plätze kannte, bei welchen sich ab und an auch Pirole aufhalten. An einem dieser Plätze landete dann tatsächlich nur wenige Meter vor uns – auf Augenhöhe – einer dieser herrlichen Vögel.

Der männliche Goldpirol hat ein leuchtendes gelbes Gefieder mit schwarzen Flügeln
Goldpirol

Wie oben bereits beschrieben, hört man den Pirol öfters, als man ihn sieht. Wenn er seine dichte Baumkrone aber verlässt, zeigt sich sein leuchtendes Gefieder als faszinierender Kontrast zum satten Grün des tropischen Regenwaldes.

Der Name „Pirol“ geht vermutlich auf lautmalerische Ursprünge zurück und ahmt seinen klaren, wohlklingenden Gesang nach. Weltweit gehört der Pirol zur Gattung Oriolus, die mehr als 30 Arten umfasst. In Südindien und Kerala ist vor allem der Schwarzkopfpirol (Oriolus xanthornus) verbreitet, während der in Europa bekannte Goldpirol (Oriolus oriolus) nur als seltener Durchzügler auf dem indischen Subkontinent vorkommt. Beide Arten ähneln sich im Körperbau, unterscheiden sich jedoch deutlich in der Kopfzeichnung.

Typisch für Goldpirole ist der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen zeigen besonders kräftige Farben: Der Körper leuchtet in intensivem Gelb, während die Flügel und der Bereich um die Augen tiefschwarz gefärbt sind. Die Weibchen sind deutlich unauffälliger – ihr Gefieder ist grünlich-gelb bis olivfarben, was ihnen eine perfekte Tarnung im Blätterdach bietet. Beide Geschlechter besitzen einen schlanken Körper, lange Flügel und einen leicht gebogenen, rötlichen Schnabel, der ideal zum Pflücken von Früchten geeignet ist.

Der männliche Goldpirol hat ein leuchtendes gelbes Gefieder mit schwarzen Flügeln
Goldpirol

Pirole sind überwiegend baumbewohnende Vögel, die sich meist hoch oben in den Kronen aufhalten. Sie ernähren sich von reifem Obst, Beeren, Nektar und Insekten und spielen damit eine wichtige Rolle im Ökosystem, etwa bei der Samenverbreitung. Ihr Verhalten ist eher zurückhaltend: Statt sich offen zu zeigen, verraten sie ihre Anwesenheit meist durch ihren charakteristischen Gesang.

Ein weiteres ornithologisches Highlight rund um Athirapilly ist der

Malaber Pied Hornbill

Früh am Morgen sind wir einen kurzen aber steilen Weg den Berg hinauf marschiert, um uns bereits vor Sonnenaufgang in der Nähe eines Baumes zu positionieren, welchen die Hornbills täglich anfliegen.

Pünktlich zum Sonnenaufgang kam dann tatsächlich ein knappes Dutzend der Malabar Pied Hornbills angeflogen, um im Baum zu fressen.

Am Abend, zur Dämmerung, wiederholte sich das Hornbill-Spektakel, wobei das Licht um einiges besser war, als am Morgen.

Malaber Pied Hornbill fressen am Abend im Baum in Athirapilly
Malabar Pied Hornbill

Der Name Malabar Pied Hornbill verweist gleich auf zwei Besonderheiten: „Malabar“ bezeichnet die historische Küstenregion an der Westseite Indiens, zu der auch Kerala gehört, während „pied“ auf das zweifarbige, schwarz-weiße Gefieder anspielt. Wissenschaftlich trägt er den Namen Anthracoceros coronatus und ist ein typischer Vertreter der Nashornvögel (Hornbills), die vor allem in Afrika und Asien verbreitet sind. Indien allein beherbergt mehrere Hornbill-Arten, darunter auch den Great Hornbill, den Malabar Grey Hornbill, den Indian Grey Hornbill und den Oriental Pied Hornbill.

Malabar Pied Hornbill

Gerade die Unterscheidung zwischen Malabar Pied Hornbill und Oriental Pied Hornbill ist für Vogelbeobachter interessant. Beide Arten ähneln sich auf den ersten Blick, unterscheiden sich jedoch deutlich im Detail. Der Malabar Pied Hornbill ist größer und massiger gebaut, mit einem besonders auffälligen, cremefarbenen Schnabel und einem kräftigen Helm (Casque). Sein Augenbereich ist meist heller, und das Schwarz-Weiß-Muster wirkt klar abgegrenzt. Der Oriental Pied Hornbill hingegen ist etwas kleiner, hat einen dunkleren Schnabelbereich und eine andere Gesichtszeichnung. Zudem ist seine Verbreitung weiter gefasst, während der Malabar Pied Hornbill stärker an den indischen Subkontinent gebunden ist.

Malabar Pied Hornbill

Typisch für alle Hornbills ist ihr faszinierendes Sozial- und Brutverhalten. Sie leben meist paarweise oder in kleinen Familiengruppen und sind sehr standorttreu. Besonders beeindruckend ist die Brutpflege: Das Weibchen mauert sich während der Brutzeit in einer Baumhöhle ein, die nur durch einen schmalen Spalt offen bleibt. Durch diese Öffnung versorgt das Männchen sie und später die Jungvögel mit Nahrung – ein Verhalten, das Nashornvögel weltweit einzigartig macht. Voraussetzung dafür sind alte, höhlenreiche Bäume, weshalb intakte Waldgebiete wie rund um Athirapilly für ihr Überleben entscheidend sind.

Der Malabar Pied Hornbill ernährt sich überwiegend von Früchten, insbesondere Feigen, ergänzt durch Insekten, kleine Reptilien und andere Wirbellose. Damit spielt er eine wichtige Rolle bei der Samenverbreitung und trägt aktiv zur Regeneration des Regenwaldes bei. Sein lauter, kehliger Ruf und das charakteristische Flügelrauschen verraten oft seine Anwesenheit, noch bevor man ihn im Geäst entdeckt.

Relativ häufig konnte ich einen

Bartvogel

sehen – im Speziellen den White-Cheeked Barbet.

Der Name Bartvogel leitet sich von den borstigen Federbüscheln an der Schnabelbasis ab, die an einen kleinen Bart erinnern. Diese auffälligen Federn sind bei vielen Arten gut sichtbar und haben der gesamten Vogelgruppe ihren deutschen Namen gegeben. International gehören Bartvögel zur Familie der Megalaimidae und sind eng mit Tukanen und Spechten verwandt. Ihr kräftiger Schnabel und der kompakte Körperbau sind perfekt an ein Leben in den Baumkronen angepasst.

Ein Paar Bartvögel bei der gegenseitigen Gefiederpflege in der Nähe von Athirapilly in Kerala
Bartvögel: White-Cheeked Barbet

Der White-cheeked Barbet (Psilopogon viridis) ist in Kerala weit verbreitet und leicht zu erkennen. Sein leuchtend grünes Gefieder verschmilzt zwar mit dem Blattwerk, doch die auffälligen weißen Wangen, die rote Stirn und die gelblich gefärbte Kehle machen ihn unverwechselbar. Im Vergleich zu anderen Bartvogelarten wirkt er relativ groß und massig. Geschlechtsunterschiede sind kaum ausgeprägt, was bei Bartvögeln typisch ist – Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus.

Neben dem White-cheeked Barbet kommen in Südindien weitere Arten vor, darunter der Coppersmith Barbet, der Brown-headed Barbet und in höheren Lagen auch der Malabar Barbet. Sie unterscheiden sich vor allem in Größe, Kopfzeichnung und Färbung: Während der Coppersmith Barbet kleiner ist und durch rote und gelbe Gesichtsfarben auffällt, zeigt der Malabar Barbet ein dunkleres, kontrastreicheres Erscheinungsbild. Trotz dieser Unterschiede teilen alle Bartvögel eine ähnliche Körperform und Lebensweise.

Bartvogel: White-Cheeked Barbet

Bartvögel sind überwiegend frugivor, das heißt, sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten wie Feigen, Beeren und wilden Mangos. Ergänzend fressen sie Insekten, was sie zu wichtigen Samenverbreitern im Ökosystem macht. Ihr Verhalten erinnert in vielerlei Hinsicht an Spechte: Sie zimmern ihre Bruthöhlen selbst in weiches Holz oder abgestorbene Baumstämme. Beide Partner beteiligen sich am Höhlenbau sowie an der Aufzucht der Jungvögel – ein gutes Beispiel für ihr ausgeprägtes Sozialverhalten.

Besonders auffällig ist der Gesang der Bartvögel. Der White-cheeked Barbet ist bekannt für seinen monotonen, trommelnden Ruf, der minutenlang anhalten kann und den Regenwald akustisch prägt.

Nidheesh hatte mir noch viel mehr gezeigt, aber es ist leider unmöglich auf alles detailliert einzugehen. Deshalb hier nachfolgend noch ein paar Bilder zu den weiteren Vögeln, die wir Wildlife entdecken konnten:

Malabar Parakeet

Malabar Parakeet

Halsbandsittich

Halsbandsittich
Halsbandsittich

Nektarvögel

Purple Sunbird (Nektarvogel)cin Athirapilly in Kerala
Purple Sunbird (Nektarvogel)
Sunbird

Eisvögel

Frühlingspapageichen

Frühlingspapageichen oder auch Vernal Hanging Parrot beim Fressen in der Kokospalme
Frühlingspapageichen

Vögel der Cole Wetlands

Nachtreiher in den Cole Wetlands bei Athirapilly in Kerala
Nachtreiher in den Cole Wetlands
Purpurreiher in den Cole Wetlands bei Athirapilly in Kerala
Purpurreiher in den Cole Wetlands
Asian Openbill
Asian Openbill in den Cole Wetlands

Darüberhinaus gab es noch Folgendes aus der Vogelwelt zu sehen:

Bienenfresser

💦 Unser Athirapilly-Highlight Nummer 3: Der Wasserfall

Die Athirapilly Waterfalls gehören zu den bekanntesten Naturattraktionen Südindiens und tragen nicht umsonst den Beinamen „Niagara-Fälle von Kerala“. Im Herzen der Western Ghats stürzt der Chalakudy River hier über eine rund 25 Meter hohe und mehr als 100 Meter breite Felskante (zumindest in der Regenzeit) in die Tiefe – die Hauptattraktion in der Gegend schlechthin. Umgeben von dichtem tropischem Regenwald entsteht ein Naturpanorama, das den Wasserfall von Athirapilly zu einem der meistfotografierten Wasserfälle in Kerala macht.

In der Trockenzeit sieht man beim Wasserfall von Athirapilly viel Fels, während in der Regenzeit gar kein Fels sondern nur noch Wasser sichtbar ist
In der Trockenzeit ist mehr Fels als Wasser zu sehen

Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Wasserfall während der Monsunzeit von Juni bis Oktober, wenn der Fluss durch die Niederschläge in den Bergen und die Wasserzufuhr aus dem Sholayar-Stausee enorme Wassermengen führt. Dann entfaltet der Wasserfall seine ganze Kraft, hüllt die Umgebung in feinen Sprühnebel und erzeugt eine dramatische Atmosphäre, die an die großen Wasserfälle Nordamerikas erinnert.

Dagmar Pfeiffer und Ralph Dresel von vonhierundunterwegs.de am Wasserfall von Athirapilly in Kerala
Selfie am Wasserfall

In der Trockenzeit von Dezember bis März ist der Wasserstand des Flusses deutlich geringer bis kaum vorhanden und die Breite der Fälle ist sehr deutlich eingegrenzt. Jedoch konnten wir erahnen, welches Spektakel uns an dieser Stelle in der Regenzeit erwarten würde.

🐘 Unser Athirapilly-Highlight Nummer 4: Weiteres Wildlife

Bereits vor dem Beginn unserer Reise hatten wir gelesen, dass es in der Gegend von Athirapilly Elefanten geben soll. Als wir im Hotel ankamen und uns über die Möglichkeit von Elefanten-Sichtungen in dieser Gegend von Kerala informierten, wurden unsere Hoffnungen jedoch jäh gedämpft. Zum einen seien die Elefanten nur nachts unterwegs und weiterhin gäbe es, wie auch direkt zwischen Hotelgelände und Fluss, generell viele Elektrozäune, die Elefanten vom Menschen fern halten sollen. Elefanten in freier Natur: dies sollte also eher nichts werden.

Die erste Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die erste Elefanten-Begegnung

Dank Nidheesh wurde aber auch der Traum von Elefanten-Sichtungen war – und das schneller als erwartet. Denn das Erste, was wir bei unserem ersten Ausflug sahen, waren nicht etwa Vögel – sondern drei Elefanten, die gemütlich am Berghang entlang liefen und fraßen. Ein vielversprechender Start…

Die erste Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die erste Elefanten-Begegnung

Die Natur hielt noch weitere „elefantastische“ Überraschungen für uns bereit. Als wir im „Sholayar Forest“ zur Vogelbeobachtung unterwegs waren, kreuzte eine Herde Elefanten – bestehend aus mehr als 10 Tieren – unseren Weg.

Die zweite Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die zweite Elefanten-Begegnung

Bei dieser Begegnung merkte man schnell, welchen Respekt die Bevölkerung den Tieren entgegen bringt. Jeder fuhr schnellstmöglich zur Seite und hielt einen gehörigen Sicherheitsabstand zu den Elefanten ein – die Furcht vor einer Kollision mit den teilweise aggressiven Tieren ist groß.

Die zweite Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die zweite Elefanten-Begegnung

Letztendlich haben alle die Begegnung unbeschadet überstanden – auch die Elefanten.

Bei einer dritten Begegnung sahen wir einen einzelnen Elefanten, der am Wegesrand eine Palme gefällt hatte und verspeiste.

Die dritte Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die dritte Elefanten-Begegnung

Und bei einer vierten Begnung sahen wir weitere vier Elefanten – an ziemlich genau der selben Stelle, an der wir auch die ersten Elefanten sahen. Witziger Weise war dies auch die letzte tierische Begegnung, die wir in Athirapilly hatten.

Die vierte Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die vierte Elefanten-Begegnung
Die vierte Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die vierte Elefanten-Begegnung

Der Aufenthalt begann und endete mit Elefanten-Sichtungen, die doch eigentlich fast unmöglich sind. Manchmal muss man einfach Glück haben.

Die vierte Begegnung mit Elefanten bei Athirapilly in Kerala
Die vierte Elefanten-Begegnung

Ein weiteres tierisches Highlight war die Sichtung eines Gaur (Indisches Bison), welchen wir ebenfalls im Wald von Sholayar fanden. Angeblich sind Gaur noch schwerer zu sehen als Elefanten.

Diesen prächtigen und massigen Indischen Bison oder auch Gaur sahen wir im Sholayar Forest in Kerala bei Athirapilly
Indischer Bison (Gaur)

Weiteres Wildlife, welches wir um Athirapilly sehen konnten:

🏩 Unser Athirapilly-Highlight Nummer 5: Das Hotel Niraamaya Samroha

Während Ralph sich auf seinen Ausflügen „erholte“, hatte ich, Dagmar, mir vorgenommen, mit Yoga, Lesen und Ayurveda meine Zeit zu genießen. Lesestoff hatte ich genügend eingepackt und war nun gespannt auf indisches Yoga und Ayurveda im Niraamaya Samroha.

Morgens und abends wird im Hotel eine Yogastunde angeboten, alternativ kann man sich natürlich auch eine Stunde buchen. Ich hatte das Glück, dass ich am ersten Abend die einzige Teilnehmerin war, was aber auch den Nachteil hatte, dass ich alle Übungen besonders akkurat ausführen musste, weil genau hingeschaut wurde, ob ich alles richtig mache. Es hat zwar sehr viel Spaß gemacht, es ist aber bei der einen Stunde geblieben.

Beim Ayurveda entschied ich mich für ein Sieben Tagespaket mit jeweils 90 Minuten Behandlung. Die Therapeutin schlug für eine Behandlung eine Kombination aus einer Ölmassage (Abhyanga), Dampfbad (Steam) und entweder eine Stirngussölmassage (Shiro Mardhanam) oder eine Kräuterstempelmassage vor. Insbesondere die Stirngussölmassage empfand ich als sehr entspannend. Allerdings ist man nach allen Massagebehandlungen voll mit Öl und muss anschließend duschen.

Die Massagen waren eine sehr angenehme und wohltuende Art zu entspannen. Danach genoss ich es, in unserem Zimmer auf dem Balkon mit Blick auf den Wasserfall bzw. auf den Fluss abzuhängen. Nur in Indien ist es mir bislang gelungen, auf eine so angenehme Art und Weise zu relaxen. Ich kann nur jedem empfehlen, eine schöne Ayurveda Behandlung zu probieren, auch Ralph kann sie genießen, wenn er die Zeit dafür findet.

Jetzt aber noch ein paar Informationen zum Hotel.
Unsere Entscheidung für das Niramaya Samroha Athirappilly, war genau richtig. Bereits bei meiner Ankunft – Ralph war vom Flughafen für ein paar Tage zuerst nach Thattekad zum Birdwatching gefahren, wurde ich vom General Manager, dem Küchenchef und dem Restaurantleiter begrüßt und Willkommen geheißen.

Unser Zimmer hatte einen kleinen Balkon, von welchem aus man auf die herrliche Umgebung und den Wasserfall von Athirappilly blicken konnte. Gelegentlich „ärgerten“ mich die Makaken, die – weil der Standort des Hotels ursprünglich ihre Heimat war, weiterhin mehrfach am Tag an den Balkonen vorbei turnten und ausprobierten, ob sie in ein Zimmer reinkamen, um Essbares zu stibitzen. Sobald sich ein Affe blicken ließ, habe ich halt eben mein Buch im Zimmer oder auf der Terrasse weitergelesen… , davon habe ich mich von keinem Affen abhalten lassen.

Dagmar beim Kochkurs im Niraamaya Samroha

Mit dem Küchenchef hatte ich eine nette Kochunterrichtung, wie man Gemüse in Currysauce und vegetarisches Thoran zubereitet.

Das gesamte Team des Hotels war unglaublich freundlich und hilfsbereit, aber unser Kellner Vineesh toppte alle. Er kannte nach kürzester Zeit unsere Vorlieben und ließ es sich nicht nehmen, auf seine charmante Art, uns wie König und Königin zu bedienen.

Gelegentlich empfahl er uns auch, Sachen zu probieren, die wir uns selbst niemals genommen hätten und die uns auch sehr gut geschmeckt haben. Jegliches Angebot aus der Küche war sehr sehr lecker und die meisten Gerichte konnten sogar wir – obwohl wir überhaupt gar nicht scharf mögen, essen. Witzig für uns war, dass einige Inder – anders als ihre schicken Landsleute, gerne im Pyjama zum Abendessen kamen, sogar an Heilig Abend. Für uns war das immer wieder ein bizarrer Anblick.

Der General Manager, Mister Devansh Jain, der sehr sympathisch und kompetent das Hotel führt, hat uns mit seinem Team einen wunderschönen romantischen letzten Abend organisiert, den wir bei Kerzenlicht und umgeben von einem Blütenmeer auf der Terrasse verbrachten. Für uns war das Abendessen auf der Terrasse bei gemäßigten Abendtemperaturen ein Traum. Dem gesamten Management des Hotels ein herzliches Dankeschön, für den unvergesslichen Aufenthalt. Wir fühlten uns hier professionell und zeitgleich wie bei Freunden aufgehoben.

❗️Hat Athirapilly das gehalten, was wir uns davon versprochen hatten?

Beide haben wir uns in Athirapilly und im Hotel Niraamaya Samroha richtig wohl gefühlt.

Die Touren mit Nidheesh boten mehr, als was ich mir hätte wünschen können und die Landschaft ist spektakulär.
Solltet Ihr Bedarf an einem Guide in dieser Gegend haben, kann ich Euch Nidheesh zu 100% empfehlen. Erreichbar ist er unter WhatsApp +91 97444 53824. Einen Eindruck von ihm könnt Ihr Euch hier auf Instagram verschaffen.

Auch das Hotel war wunderschön – das Essen dort war klasse und die Mitarbeiter des Hotels waren hilfsbereit und hatten einen unwahrscheinlich gut geschulten Blick, wenn es darum ging, uns einen Gefallen zu tun oder eine Freude zu machen. Besonders angetan hat es uns Vineesh – er war eine Seele von Mensch und las uns jeden Wunsch von den Augen ab.

Das Einzige, was wir unterschätzt hatten, war die Hitze. Bis zu gefühlten 39° Grad hatten wir. Dies machte es uns unmöglich zwischen 11 und 15 Uhr das Hotel zu verlassen. Teilweise war die Hitze unerträglich. Derart heiß hatten wir es zu gleicher Jahreszeit in Kumarakom nicht empfunden.

Trotz Hitze: Wir hatten wunderschöne Tage und können uns sehr gut vorstellen hier nochmals her zu kommen – vielleicht dann in der Regenzeit, wenn der Wasserfall von Athirapilly besagte „enorme Wassermengen“ in die Tiefe donnern lässt (und seinem Spitznamen „Niagara von Indien“ tatsächlich gerecht wird) und auch die beste Zeit zur Beobachtung von Amphibien ist.

Weitere Bilder und Infos zur Vogelbeobachtung in Thattekad in Kerala, wo ich (Ralph) 3 Tage lang war, bevor ich nach Athirapilly zu Dagmar weiter reiste, könnt Ihr hier finden.
Und unseren Reisebericht samt Bildern zu unserem letzten Aufenthalt in Kochi, Kumarakom und Thattekad findet Ihr hier.

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