Nachdem wir den Jahreswechsel 2022 / 2023 in Delhi und im Ranthambore Nationalpark verbracht hatten, sind wir auch zum Ende des Jahres 2023 wieder nach Indien gereist.
Eine Kombination aus Kerala, wo wir eine Woche verbrachten, und Mumbai sollte es dieses Mal sein. Für Mumbai hatten wir leider nur eineinhalb Tage Zeit.
Infos zu Mumbai
Mumbai, früher auch als Bombay bekannt, ist mit knapp 30 Millionen Einwohnern die größte Stadt Indiens und eines der wichtigsten wirtschaftlichen sowie kulturellen Zentren des Landes. Die Stadt liegt an der Westküste Indiens am Arabischen Meer und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra. Die Metropolregion Mumbai (MMR) erstreckt sich über rund 6.300 km², wobei die Kernstadt etwa 12,5 Millionen Menschen beheimatet.

Die Stadt ist ein faszinierender Mix aus Tradition und Moderne, wobei sich luxuriöse Wolkenkratzer und elegante Einkaufszentren oft direkt neben den belebten Slums wie Dharavi – einem der größten Slums Asiens – befinden. Diese Gegensätze sind allgegenwärtig, doch sie prägen die einzigartige Dynamik Mumbais. Das Bild der Stadt wird auch von einer wachsenden Mittelklasse beeinflusst, die zunehmend kreative Projekte, Start-ups und innovative Kulturevents ins Leben ruft.
In den eineinhalb Tagen, die wir Zeit hatten Mumbai zu entdecken, haben wir einige Highlights erlebt, wie zum Beispiel
🧺 die Open-Air-Wäscherei „Dhobi Ghat“
Dhobi Ghat ist die größte Freiluftwäscherei der Welt, vielleicht sogar die größte Wäscherei überhaupt – und das seit 1890.

Mehr als 5000 dort arbeitende Menschen bieten an sieben Tagen in der Woche ein Rundum-Sorglos-Paket an. Die dreckige Wäsche wird von privaten Haushalten abgeholt und an den über 800 betonierten Waschplätzen in mühsamer Handarbeit gewaschen, die Wäsche wird getrocknet, gebügelt und meist am selben Tagen wieder ausgeliefert.




Zwischenzeitlich ist es nicht mehr erlaubt durch die Wäscherei zu laufen. Es wurde jedoch für Besucher ein Aussichtspunkt geschaffen, von welchem aus man einen tollen Überblick über die gesamte Anlage erhält – und das mit Hochhäusern im Hintergrund.



Was für ein beeindruckender Kontrast – traditionelle, schwere Handarbeit vor moderner Skyline einer Millionenstadt. Das gibt es wohl nur in Indien.

Jedes Kleidungsstück wird markiert, um nach vollendeter Arbeit zielsicher wieder beim richtigen Eigentümer angeliefert zu werden. Angeblich gibt es – was man sich kaum vorstellen kann – kaum Verwechslungen oder Verluste.
Mit einer ähnlichen Präzision arbeiten die
🚲 Dabbawala
Den Beruf des Dabbawala gibt es nur in Mumbai.

Die Dabbawalas sind Essenzusteller, die, in blechernen Henkelmännern (=dabbas), das fertig zubereitete Essen von privaten Haushalten, auch aus Vororten von Mumbai, abholen – dieses dann über ein ausgeklügeltes System an verschiedenen Übergabestellen unter sich verteilen – so, dass der richtige Henkelmann am richtigen Arbeitsplatz des Empfängers, mit immer noch warmen Essen, letztendlich pünktlich mittels Fahrrad zur Mittagspause angeliefert wird.

Falsche und unpünktliche Lieferungen sind auch hier die absolute Ausnahme.



Und das, obwohl jeden Tag 200.000 Mahlzeiten ausgeliefert werfen.

Das Treiben der Dabbawala kann man gut an der Churchgate Station beobachten, da sich dort eine der vielen „Dabba-Verteilstationen“ befindet.
Mumbai ist eine Stadt der Kontraste. So gibt es die Freiluft-Wäscherei, in der immer noch gearbeitet wird, wie vor Jahrzenten, vor Hochhauskulisse. Andererseits ist es nur ein Katzensprung von den Dabbawalas an der Churchgate Station zum
🛣️ Marine Drive
bei dem sich wieder das megamoderne Mumbai zeigt.

Man hat den Eindruck, dass sich am frühen Abend oder am Wochenende ganz Mumbai am Marine Drive trifft, um dort zu flanieren oder auch um einfach dort zu sitzen um das Leben zu genießen.

Unser Hotel befand sich am südlichen Ende des Marine Drive, so dass auch wir einen Spaziergang dort machen konnten.
Wir hatten ohnehin den Eindruck, dass man in Mumbai viel entspannter spazieren gehen kann als zum Beispiel in Delhi.



Ein schöner
🚶🏻♀️Spaziergang
führte uns beispielhaft vom Marine Drive in östliche Richtung zum Oval Maidan.

Der Oval Maidan ist ein riesiges Freizeitgelände, auf dem der gemeine „Mumbaier“ spazieren geht und Sport treibt – Cricket wird auf dem Oval Maidan überall gespielt.




Unterwegs kommt man an hübschen Art-Deco-Gebäuden vorbei, der Oval Maidan wiederum ist von Häusern im viktorianischen Stil eingerahmt,

am Straßenrand haben Schuhputzer ihren Laden und Plastikflaschensammler sind ebenfalls unterwegs.


Wir waren uns schnell einig, dass man Mumbai einfach lieben muss.

Das organisierte indische Chaos kann man im
💹 Crawford Market
erleben.

Der Crawford Market, der heute „Mahatma Jyotiba Phule Mandai“ heißt, wurde 1869 erbaut und war 1882 das erste Gebäude in Indien, welches elektrisches Licht hatte.





Im Crawford Market gibt es alles, was man brauchen kann: Kleidung, Obst und sonstiges Essen, Spielzeug und Tee – aber zugegeben: die Zooabteilung ist für europäische Verhältnisse etwas abschreckend.


Dennoch – einen typisch indischen Markt zu erleben ist immer wieder faszinierend und die Farben und Gerüche sind einmalig. Im Crawford Market muss man gesehen sein.
Von 1917 bis 1934 war
🏠 Mani Bhavan
für 17 Jahre der Anlaufpunkt für Mahatma Ghandi, wenn er im heutigen Mumbai, damals noch Bombay, aktiv war.

Heute ist Mani Bhavan ein kleines Museum, welches sich komplett dem Leben und Werk Mahatma Ghandis widmet.

Wie auch im Birla House in Delhi, wird auch im Mani Bhavan in Mumbai in kleinen Schaukästen das komplette Leben Mahatma Ghandis nachgestellt.





Im Mani Bhavan wird, auch für Nicht-Museumsgänger wie uns, auf kurzweilige Art und Weise das spannende Leben des einzigartigen Mahatma Ghandi gezeigt.
Nach einem langen Tag sind wir am Abend dennoch nochmal zur
🚉 Churchgate Station und Victoria Terminal



Mit Kamera und Stativ bewaffnet, wollten wir noch ein paar Bilder der farbig illuminierten Gebäude machen.
Es hätte noch einiges gegeben, was wir in Mumbai noch hätten unternehmen wollen – unsere eineinhalb Tage waren für diese tolle und riesige Stadt eindeutig zu kurz.


Deshalb freuen wir uns schon jetzt darauf, wenn wir – hoffentlich bald – die Chance haben, nach Mumbai zurückzukommen.
Nicht minder beeindruckend wie Mumbai ist die Delhi, die Hauptstadt Indiens.
