Vielfältiges Namibia – Wildlife vom Feinsten in Etosha, nackte Busen in Opuwo und leckerer Apfelstrudel im faszinierenden Swakopmund

Unsere kurze Einführung zu Namibia

Wo reist man…

  • wenn man 400km mit dem Auto fährt und einem dabei nur 4 Autos entgegenkommen?
  • wenn man regelmäßig und teils mehrfach täglich zu einer Verkehrskontrolle angehalten wird?
  • wenn „oben ohne“ im Supermarkt normal ist?
  • wenn die heiße Wüste direkt ins kalte Meer übergeht?
  • wenn Deutsch gesprochen wird, obwohl man irgendwo in Afrika unterwegs ist und man noch dazu im Cafe Anton Apfelstrudel essen kann?
  • wenn auf einer Fläche, die doppelt so groß wie Deutschland ist, gerade mal 2 Millionen Menschen leben?
  • wenn von der Florence Nightingale Street die Uhlandstraße und die Beethovenstraße abgehen?
  • wenn man Mopane-Raupen als typisches Landesgericht zum Essen bekommen kann?
  • wenn gefühlt nur alle 200km eine Tankstelle kommt?
  • wenn es nicht nur die „Big Five“ sondern auch die „Little Five“ gibt?
  • wenn man von einem dunkelhäutigen Tankwart mit militärischem Gruß und einem zugegebenermaßen verwirrenden „Good Morning, Sir. I am Dr. Johannes from Thailand. How can i help you” begrüßt wird?

Dann ist man in Namibia unterwegs.

Dürre und viel Sand an der Skelton Coast in Namibia

Diejenigen unter Euch, die schon in Namibia waren, können sich bestimmt einige Ziele, die wir besucht haben, aus dem oben beschriebenen zusammenreimen:

  • das Cafe Anton und den tollen Tankwart gab es (oder gibt es noch?) in Swakopmund,
  • die „Little Five“ leben im Dorob-Nationalpark,
  • 400 km leere Straße und heiße Wüste am kalten Meer fanden wir entlang der Sceleton Coast, auf der Strecke zwischen der Palmwag Lodge und Swakopmund,
  • „oben ohne“ ist bei den Himbas in Opuwo angesagt,
  • Straßen mit deutschen Namen gibt es auch in Windhoek und 
  • Verkehrskontrollen gibt es immer und überall…

…im riesigen, leeren Namibia.

Unsere erste Reise durch Namibia

Leicht fiel uns die Planung nicht, als wir unseren ersten Namibia-Urlaub vorbereiteten. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben, aber die Entfernungen sind riesig. Da wir nur 2 Wochen Urlaub hatten, für die verschiedenen Orte, die wir angefahren sind, aber möglichst viel Zeit haben wollten, haben wir uns auf 5 Ziele konzentriert.

Nach der Landung in Windhoek verbrachten wir die ersten zwei Nächte in der Auas Safari Lodge, von dort sind wir für 4 Nächte in den Etosha Nationalpark. Dann ging es weiter für je zwei Nächte zu den Himbas nach Opuwo und in die Palmwag Lodge. Das Ende unserer Reise verbrachten wir ausgiebig in Swakopmund.

Obwohl wir den Süden Namibias gar nicht anfügen, hatten wir am Ende dennoch weit mehr als 2000 Kilometer zurückgelegt.

Auas Safari Lodge

Nach der Ankunft in Namibia am Hosea Kutako International Airport in Windhoek erreicht man die Auas Safari Lodge nach circa 60 Kilometern in rund 45 Minuten.

Einen Jet-Lag, den man auskurieren müsste, hat man ja nicht, wenn man von Deutschland nach Namibia fliegt. Aber zum Eingewöhnen und für das Sammeln erster Eindrücke war die Auas Safari Lodge ein toller Start für einen Namibia-Urlaub.

Es gibt zwar keine Raubtiere auf dem riesigen Gelände der Lodge, auf den angebotenen Ausfahrten kann man aber zum Beispiel Zebras, Giraffen, Antilopen und Erdmännchen sowie Mungos sehen.

Mungos in der Aras Safari Lodge bei Windhoek in Namibia

Und natürlich gibt es auch in der Auas Safari Lodge die überall in Namibia präsenten Springböcke.

Außerdem bietet die Lodge eine tolle Vogelwelt, unter anderen mit „Unzertrennlichen“.

Unzertrennliche zeigten sich bei Vogelbeobachtung vom Feinsten auf dem Gelände der Auas Safari Lodge

„Walking Safaris“ wurden ebenfalls angeboten.

Wie in diesem Fall den Buschböcken, konnte man einigen Tieren zu Fuß recht nahe kommen.

Nach unserer erfolgreichen Namibia-Eingewöhnungsphase war unser nächstes Ziel der 

Etosha Nationalpark

Nach Safaris samt vielen Tierbegegnungen und -beobachtungen in Kenia und Uganda waren wir auf den Etosha-Nationalpark besonders gespannt.

Wir haben Namibia im April und somit kurz vor Beginn der eigentlich besten, da trockenen, Reisezeit bereist. Das Tieraufkommen an den Wasserlöchern war während unseres Aufenthalts somit noch nicht so groß, wie es wahrscheinlich in den Folgemonaten war, wenn alles viel trockener ist. Dafür haben wir einen grünen Etosha-Nationalpark erleben können.

Um möglichst viele Bereiche des Parks zu erkunden, haben wir innerhalb des Parks übernachtet und Unterkünfte im Fort Namutoni und in der Okaukujeo Lodge vorab gebucht.

Unsere ersten Sichtungen im Etosha-Nationalpark

Die ersten Sichtungen haben nicht lange auf sich warten lassen. Bereits wenige Meter nach passieren des Tores in den Nationalpark warteten schon ein Impala, ein Zebra und eine Giraffe auf uns.

Teils sollte es noch viel spektakulärer weitergehen.

Unsere Highlights im Etosha-Nationalpark

Eines von vielen Highlights im Etosha Nationalpark war für uns das Wasserloch bei der Okaukujeo Lodge. Als wir von einer Vormittags-Tour in die Lodge zurückkamen, um uns zu erfrischen, wollten wir nur kurz am Wasserloch vorbeischauen.

Unzählige Zebras im Etosha Nationalpark in Namibia

Aus dem „kurz vorbeischauen“ wurde dann ein gemütlicher Nachmittag, den wir komplett am Wasserloch verbrachten.

Unzählige Zebras gaben sich dort ein Stelldichein, begleitet von Oryx-Antilopen und anderen.

Ein derart „belebtes“ Wasserloch konnten wir im April in Etosha nicht nochmal finden.

Unzählige Zebras und eine Oryx-Antilope im Etosha Nationalpark in Namibia
Unzählige Zebra im Etosha Nationalpark in Namibia

Ein weiteres Highlight, das uns wohl für immer im Gedächtnis bleibt, waren die spielenden Löwen-Teenager, die wir unweit der Okaukujeo Lodge beobachten konnten.

Spielende Löwen im Etosha Nationalpark in Namibia

Am Vorabend, auf dem Rückweg zur Lodge, hatten uns andere Reisende informiert, dass Löwen gesichtet wurden. Am nächsten Morgen sind wir, gleich nach dem Öffnen der Tore, an die betreffende Stelle zurückgefahren. Und tatsächlich hatten wir das Glück, dass die Löwen noch immer da waren.

Wahre Highlights bietet Etosha auch für Vogelfreunde. Der April war für die Vogelbeobachtung ein toller Monat, da einige Vögel noch ihr Prachtkleid trugen – wie zum Beispiel diese Witwenvögel:

Auch die Wiedehopfe waren noch sehr aktiv:

Wiedehopfe im Etosha Nationalpark in Namibia sind deutlich dunkler und roter als der europäische Wiedehopf

Und dann gab es noch diese ornithologischen Highlights:

Was gab es sonst noch in Etosha?

Ansonsten hatten wir noch tolle weitere Tierbegegnungen während unseres Aufenthalts im Etosha-Nationalpark – und zwar mit Geparden (sogar eine Mama mit Baby)…

Ein kleiner Gepard im Etosha Nationalpark in Namibia

Elefanten…

Spitz- und Breitmaulnashörnern…

Breitmaulnashörner und Spitzmaulnahörner im Etosha Nationalpark in Namibia

immer wieder Giraffen und Zebras (welche meine absoluten Favoriten sind)…

…und vielem mehr.

Fun Fact: 

Spitzmaulnashörner heißen im Englischen „Black Rhinos“ und Breitmaulnashörner heißen im Englischen „White Rhinos“. Der Begriff „White Rhino“ entstand ursprünglich tatsächlich infolge eines Verständigungsfehlers. Anstelle „Wide Rhino“ wurde für das Breitmaulnashorn „White Rhino“ verstanden. Konsequenterweise wurde das Sptizmaulnashorn dann zum „Black Rhino“. Keine der Nashornarten in Namibia sind jedoch weiß oder schwarz.

Endlose und gerade Straßen durch Niemandsland in Namibia in Afrika

Vom Etosha-Nationalpark ging es dann weiter zu den

Himbas bei Opuwo

Die Himbas sind ein indigener Volksstamm, der ehemals aus dem heutigen Botswana nach Angola und nach Namibia einwanderte.

Die Frauen der Himbas sind bekannt für ihre rote Haut. Diese haben sie, da sie sich – aufgrund Wassermangels – nicht mit Wasser reinigen, sondern stattdessen mit einer speziellen Creme einreiben.

DIe Himba bei Opuwo in Namibia

Bevor wir uns entschlossen haben ein Himba-Dorf zu besuchen, hatten wir lange mit uns gehadert. Werden dort nur Menschen zur Schau gestellt? Ist es mehr Show als Tradition? Letztendlich dachten wir uns, dass es einen Versuch wert ist. Nur wenn man es versucht, kann man sich danach ein Urteil erlauben.

DIe Himba bei Opuwo in Namibia

Die gute Nachricht ist, dass man durchaus mit gutem Gewissen zu den Himbas kann. Klar ist auch ein wenig Touri-Flair dabei und die Himbas versuchen das ein oder andere als Souvenir zu verkaufen. Insgesamt bekommt man aber einen guten Einblick in das Dorfleben. Und, positiv anzumerken, wir waren zumindest während unseres Besuchs dort die einzigen Gäste.

Von den Himbas ging es für uns dann weiter zur

Palmwag Lodge

Die Palmwag Lodge liegt weit im Westen von Namibia, etwa auf Höhe der Sceleton Coast.

Während der Trockenzeit soll die Palmwag Lodge ein toller Ort zur Elefantenbeobachtung sein, weil diese dann zu den Wasserlöchern, die die Lodge umgeben kommen. Als wir im April dort waren, war es noch zu früh und Elefantensichtungen blieben (noch) aus.

Dafür bietet die Palmwag Lodge noch ein weiteres Highlight an: Rhino-Trackings.

In der Gegend um die Lodge leben einige White (=Wide) Rhinos = Breitmaulnashörner. Diese werden, mehr oder weniger ständig, von den Rangern getrackt – nicht zuletzt, um sich immer wieder davon zu vergewissern, dass keine Wilderer unterwegs sind oder waren, die den Tieren Schaden zufügen könnten / zugefügt hätten. Bei eben diesen Trackings kann man die Ranger begleiten und hat die Chance nahe zu Fuß an die Nashörner heranzukommen.

Bei unserem ersten Versuch waren wir nicht sehr erfolgreich. Die Ranger fanden kein Nashorn und dann gingen auch noch die Ranger verloren. Also trackten wir statt der Nashörner nun die Ranger, bis wir wegen Erfolglosigkeit abbrachen und zur Lodge zurück fuhren.

Am Folgetag war dann alles besser: wir hatten zuverlässige Ranger und ein ebenso zuverlässiges White Rhino, welches wir „tracken“ durften.

Nach diesem Erfolgserlebnis haben wir unsere letzte Station in Namibia angefahren:

Swakopmund

Swakopmund ist mit nicht einmal 100.000 Einwohnern ein richtiges kleines Schmuckstück, welches noch kolonialen Charme versprüht. Für Afrika-Einsteiger ist Namibia und vor allem Swakopmund genau das Richtige.

Swakopmund ist eine faszinierende und saubere Küstenstadt in Namibia

Wir verbrachten den ersten Tag komplett in der Stadt, liefen viel am Atlantik entlang, genossen den Wind auf dem Pier und die hübschen Häuschen und Häuser in der Altstadt.

Swakopmund ist nicht spektakulär, aber wir empfanden es als einfach richtig schön.

Originell sind in Swakopmund die Verkehrsschilder – so wird zum Beispiel vor kreuzenden Blaukopfperlhühnern gewarnt:

Zum Schutz derselbe wird in Namibia auf kreuzende Perlhühner hingewiesen

Dann, an meinem Geburtstag, machten wir einen Ausflug in die Dorob-Wüste zu den

Little Five

Die Big Five (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) kennt jeder und Namibia hat auch einige davon. Aber Namibia hat auch die Little Five. Dies sind der Palmato Gecko (oder auch Wüstengecko), die Puffotter (oder auch Sidewinder-Schlange), die Radspinne, die Schaufelschnauzeneidechse und das Wüsten-Chamäleon (oder auch Namaqua-Chamäleon).

Die Little Five Safari in der Dorob-Wüste bei Swakopmund in Namibia

Und weil an diesem Tag, als wir den Ausflug zu den Little Five machten, mein Geburtstag war, durfte ich gegenüber dem Guide drei Wünsche äußern, welche der Little Five ich denn gerne sehen würde. Die Puffotter, das Chamäleon und der Wüstengecko sollten es gemäß meiner Wunschliste sein.

Und, wie bestellt, machte unser toller Guide es möglich: vier der Little Five konnten wir sehen, die drei Tiere meiner Wunschliste sogar ganz nah, die Eidechse etwas weiter weg – lediglich die weiße Radspinne zeigte sich nicht. 

Diesen supertollen Ausflug kann man nur weiterempfehlen.

Der Wüstengecko bei der Little Five Safari in der Dorob-Wüste bei Swakopmund in Namibia

Unser letztes Namibia-Highlight, was Tierbeobachtung angeht, war die Bootsfahrt, die wir in der 

Walvis Bay

machten.

Die Wallis Bay liegt südlich von Swakopmund in Namibia

Während dieser Bootsfahrt hatten wir Delfine, die uns begleiteten…

wir sahen die Robben, die sich auf den Sandbänken sonnten und im Wasser spielten…

…und wir hatten Pelikane, die unentwegt Patrouille um unser Boot flogen.

Einen entspannteren Ausklang einer Reise durch Namibia kann man sich kaum wünschen.

Nach all den tierischen Highlights hatten wir zum Schluss unserer Reise auch noch ein völlig ungeplantes und unerwartetes kulinarisches Highlight. Vor dem Rückflug verbrachten wir eine letzte Nacht in der 

Villa Violet Guesthouse in Windhoek

Als wir die Besitzerin fragten, wo man denn zum Abendessen hingehen könnte, lud sie uns zum Abendessen in ihrer Unterkunft ein. Denn an diesem Abend testete die Jugend-Kochnationalmannschaft von Namibia in der Villa Violet ihr Menu, welches sie kurz darauf bei den Weltmeisterschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten kochen wollte.

Wir wissen tatsächlich nicht mehr, was es genau zu essen gab. Wir wissen auch nicht, welchen Platz die Jung-Köche bei der Koch-WM belegten. Wir wissen aber, dass das Essen auch an diesem Abend richtig lecker war – bei weitem leckerer als die frittierten Mopane-Würmer, die an meinem Geburtstag als Überraschung zum Frühstück in Swakopmund bekommen hatte.

Und was wir noch wissen: 

An unserem Tisch saß ein Amerikaner aus Kalifornien, dessen Namen wir zwischenzeitlich auch vergessen haben. Wie sich im Gespräch mit ihm herausstellte, ist dieser Amerikaner der Nachbar meiner Cousine in Hayward / Kalifornien. So klein ist die Welt…

Habt Ihr Lust auf „mehr“ Afrika?

Unsere Reisen nach Uganda und Kenia könnt Ihr hier finden.

2 Kommentare zu „Vielfältiges Namibia – Wildlife vom Feinsten in Etosha, nackte Busen in Opuwo und leckerer Apfelstrudel im faszinierenden Swakopmund“

  1. Liebe Dagmar und Lieber Ralph, Wir hoffen es geht euch gut. Ich kann mich noch sehr gut an euch und den Abend erinnern. Leider weiss ich auch nicht mehr welchen Platz die Jungköche erreicht haben, aber es war ein gut gelungender Abend. Wir würden uns auf jedenfall freuen, falls Ihr irgendwann mal wieder in Namibia seid und bei uns in Villa Violet vorbei schaut. Seid lieb umarmt und bleibt gesund und munter. Viele Grüsse von Ben, Heidi, Lyla und dem ganzen Villa Violet Team

    1. Hallo Heidi,
      ja – das Essen war wirklich fein und der Abend perfekt.
      Nicht nur deswegen kommen wir gerne wieder zu Euch in die Villa Violet zurück.

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