Nach drei Jahren Abstinenz zog es uns 2023 wieder an die Nordsee. Im September verbrachten wir 2 Wochen im hohen Norden. Neuwerk, Helgoland und Amrum waren die Inseln, die wir uns als Ziele ausgesucht hatten.
Die erste Nacht verbrachten wir in
Cuxhaven
Cuxhaven sind wir jedoch weniger wegen Cuxhaven selbst angefahren. Hauptsächlich nutzten wir es als Basis für unsere Touren nach Neuwerk und Helgoland.
Da wir am Anreisetag bereits um die Mittagszeit in Cuxhaven ankamen, hatten wir noch Zeit, uns dennoch auch dort etwas umzuschauen.
Zunächst spazierten wir zur „Alten Liebe“.
Die Alte Liebe
ist ein früherer Pier, der heute als Aussichtsplattform einen schönen Blick auf die Elbmündung und die Nordsee ermöglicht.

Unweit der alten Liebe findet man die
Skulptur Vogelflug

Weiter ging es dann zur
Kugelbake
Die Kugelbake ist mit 30 Metern Höhe das Wahrzeichen von Cuxhaven. 1703 wurde die hölzerne Kugelbake als Seezeichen gebaut, um Schiffen die Einfahrt in die Elbe zu erleichtern.

Von diesem nördlichsten Punkt Niedersachsens hat man eine schöne Sicht auf den Nationalpark Wattenmeer.

Genaugenommen kann man sogar drei Nationalparks von der Kugelbake aus sehen, da hier der niedersächsische, der hamburgische und der schleswig-holsteinische Wattenmeer-Nationalpark aufeinandertreffen.

Erste Vogelbeobachtungen
hatten wir an der Kugelbake bereits auch.
Eiderenten und Steinwälzer waren dort Erstsichtungen für uns in diesem Urlaub.

Während eines traumhaften Sonnenuntergangs konnten wir in circa 14 Kilometern Entfernung unser Ziel des kommenden Tages sehen:

Die Insel Neuwerk
Die 3 Quadratkilometer große Insel Neuwerk gehört zu Hamburg, welches über 100 Kilometer entfernt ist. Die Angaben, wie viele Menschen auf Neuwerk leben, sind unterschiedlich: zwischen 25 und 40 Personen sollen es sein.
Zwei Möglichkeiten gibt es nach Neuwerk zu kommen. Entweder kann man sich von einer Pferdekutsche hinbringen lassen oder man nutzt die Fähre. Da uns die Möglichkeit der Pferdekutsche leider erst zu spät bewusst wurde, nutzten wir die Variante Schiff.
Wenn Neuwerk auch klein ist, hatte es trotzdem genug zu bieten, um uns zwei Tage auszulasten.

Unsere Erkundung am Tag der Ankunft führte uns zunächst ins „Zentrum“ von Neuwerk zum

Leuchtturm
Zum Schutz der Elbmündung gegen Seeräuber wurde der Leuchtturm, ursprünglich als Wehrturm, von 1300 bis 1310 erbaut. Später diente der Turm, dann tatsächlich als Leuchtturm, bis 2014 der Schifffahrt zur Orientierung.

Nur circa 100 m südlich vom Leuchtturm sind wir dann auf den Deich, um Neuwerk zu umrunden.
Früher oder später kommt man dann an der
Ostbake
vorbei.

Ähnlich der Kugelbake in Cuxhaven ist auch die Ostbake aus Holz gebaut und war ehemals ein Seezeichen. Erstmals wurde die Ostbake 1635 erbaut, auf Grund von Verwitterung oder Stürmen musste sie bereits mehrfach erneuert werden.
In der Nähe der Ostbake findet man viele
Lahnungen
Lahnungen verfolgen den Sinn des Uferschutzes. Sie bestehen aus Entwässerungsgräben und zwei Reihen Holzpflöcken, die entweder mit Sträuchern und Ästen oder Steinen ausgefüllt sind.

Weiterhin passiert man den
Radarturm
Die Holzbake und der Leuchtturm von Neuwerk haben heute nur noch historischen Wert. Der 52 Meter hohe Radarturm wird dagegen aktuell intensiv genutzt. In einem Verbund mit anderen Radartürmen sichert dieser Turm die unfallfreie Einfahrt in die Elbe bzw. auch die sichere Ausfahrt selbst dann noch, wenn man wegen des Nebels Leuchttürme nicht mehr sehen kann.
Es gibt nicht so viel zu sehen auf Neuwerk, was auch der große Vorteil dieser Insel ist. Man muss sich nicht hetzen, weil es nichts gibt, was mann verpassen könnte. So genossen wir jede Bank, die auf dem Deich stand, machten mehrere Pausen, genossen Sonne, Wind und Meer und die ein oder andere Brotzeit.

Auch auf Neuwerk haben wir uns Zeit für die
Vogelbeobachtung
genommen.
Dort war der Steinschmätzer eine Erstsichtung für uns.

Ferner haben wir viele Austernfischer finden können.

Ich, Ralph, hätte es gut und gern noch ein paar Tage auf der Insel Neuwerk ausgehalten. Dagmar war nach zwei Tagen froh, dass es endlich weiter ging. Eigentlich untypisch für uns.

Mit der Fähre ging es zurück nach Cuxhaven, um am nächsten Morgen auf die nächste Fähre zu gehen.
Vorbei an Cuxhaven brachte uns die Fähre nach 3,5 sonnigen Stunden auf dem Deck nach


Helgoland
Helgoland besteht aus zwei Inseln, nachdem die ehemals größere Insel bei Flut im Jahr 1721 in zwei Teile zerbrach. Es gibt die Hauptinsel „Helgoland“ und die Nachbarinsel „Düne“.
Als wir das bislang erste und einzige Mal auf Helgoland waren, erkundeten wir nur die Hauptinsel, u.a. wegen den Basstölpeln. Dieses Mal wollten wir uns ausschließlich der
Nachbarinsel Düne
widmen.

Auf der Insel Düne sind es hauptsächlich Vögel, Seehunde und Kegelrobben, die wir finden wollten. Die ersten Seehunde und Robben ließen nicht lange auf sich warten.

Sobald wir am Dünendorf, den Strandkörben und am Leuchtturm vorbei waren, warteten sie auf der Ostseite der Insel Düne auch schon auf uns.


30 Meter Abstand musste man zu den Seehunden und Robben einhalten. Diese Vorgabe wurde durch eine strenge aber freundliche Rangerin konsequent sichergestellt. Sie klärte uns auch auf, wie Seehunde und Kegelrobben auseinandergehalten werden können. Hier kann man eine Erklärung nachlesen.

Zwischen den Seehunden und Robben wuselten auch ein Goldregenpfeifer, mehrere Pfuhlschnepfen und ein Sandregenpfeifer umher – drei weitere Erstsichtungen.

Wir sind dann gegen den Uhrzeigersinn zur Nordseite der Düne weiter und hatten noch eine weitere Erstsichtung aus der Vogelwelt: einen Sanderling.

Am Strand auf der Nordseite angekommen, haben wir es dann gewagt und tatsächlich auch geschafft: todesmutig sind wir ins 18 Grad kalte Wasser und sind in der Nordsee geschwommen. Es hat zwar einige Zeit gedauert bis wir drin waren, weil wir uns nur zentimeterweise nach vorne bewegten – aber irgendwann waren wir drin.

Beim weiteren Umherstreifen auf der Insel hatten wir dann noch ein paar Mal das Glück Seehunde zu sehen.

Nach einem ereignisreichen und erfolgreichen Tag ging es dann mit dem Katamaran für eine letzte Nacht zurück nach Cuxhaven.

Denn am nächsten Tag fuhren wir, dann wieder mit dem Auto, nach
Amrum
Auf Amrum waren wir vor circa 8 Jahren, als ich in Schleswig-Holstein gearbeitet hatte, leider nur für ein Wochenende. Amrum hatte uns damals sofort richtig gut gefallen.

Für diesen einwöchigen Aufenthalt war unsere Unterkunft das Hotel „Seeblick“ in Norddorf. Hier genossen wir die ein oder andere Massage und von hier aus erkundeten wir die Insel.

Amrum Odde
DIe Odde an der Nordspitze Amrums ist ein circa 2 Kilometer langes und 150 Meter breites Vogelschutzgebiet, welches man in einem schönen, nicht unanstrengenden Spaziergang umrunden kann.

Bei Ebbe kann man gut auf der Ostseite der Odde entlang laufen.

Man muss dann nicht im weichen Sand gehen sondern kann das härtere Watt nutzen. Hier konnten wir nochmals Steinwälzer bei der Arbeit sehen.
An der Nordspitze ist eine unzugängliche Brut- und Raststätte für Vögel. Hier hatten wir das Glück eine Vielzahl von Vögeln anzutreffen – darunter zwei weitere Erstsichtungen, den Mittelsäger und die Ringelgans.


Weiterhin gab es dort Eiderenten, Möwen, Flussregenpfeifer und Austernfischer im Überfluss.
Auf der Westseite, der Seite mit dem Badestrand, ging es dann wieder zurück nach Norddorf. Auch hier kann man mit viel Glück einiges sehen. An unserem letzten Urlaubstag, als wir zum wiederholten Mal die Runde um die Odde drehten, wurden wir für einige Minuten von einem besonderen Abschiedskomitee begleitet – ein paar Seehunde machten uns den Abschied von Amrum schwer.
Während eines anderen Spaziergangs sahen wir auf der Westseite viele Vögel, die auf dem Durchzug waren. Es war wieder eine Erstsichtung dabei – der Alpenstrandläufer.

Neben den Alpenstrandläufern gab es entlang des Badestrands Sanderlinge, Sandregenpfeifer, Pfuhlschnepfen und Steinwälzer.

Neben einer tollen Vogelwelt sind es noch die Dünen, die einen Aufenthalt an der Nordsee so einmalig machen.


Es gibt noch eine andere Möglichkeit die Dünen von Amrum intensiv zu erleben.
Der Dünenlehrpfad

Der Dünenlehrpfad ist ein wunderschön angelegter und leicht zu laufender Bohlenweg durch die Dünen bei Norddorf. Eine tolle Sicht bietet die Aussichtssdüne.
Wie so oft auf Amrum, hat man auch beim Dünenlehrpfad die Chance Fasane zu sehen. Wenig scheu zeigte sich uns ein Fasanen-Weibchen samt ihrem Jungen, das versuchte allein die Welt zu erkunden.
Weitere erfolgversprechende Plätze zur Vogelbeobachtung auf Amrum sind der Teerdeich bei Norddorf und das Steenodder Kliff.
Am
Teerdeich bei Norddorf
hatten wir das Glück weitere Erstsichtungen in diesem Urlaub zu haben.
Der Teerdeich beginnt östlich von Norddorf und zieht sich bis zum Fahrrad-Parkplatz an der Odde.
Weißwangengänse (Nonnengänse) und hunderte Große Brachvögel gab es dort zu sehen.

Ferner gab es am Teerdeich wieder viele unerschrockene Fasane und Kiebitze.

Das
Steenodder Kliff bei Nebel
befindet sich an der Wattseite südöstlich vom Ort Nebel.


Hier fanden wir Brandgänse, Rotschenkel, Steinwälzer, Austernfischer und Pfeifenten.
Am Friedhof in Nebel kann man
die sprechenden Grabsteine
finden.
Bei den sprechenden oder auch erzählenden Grabsteinen handelt es sich um Grabsteine, deren Inschriften ausführliche Informationen zum Leben der Verstorbenen erzählen.

152 Steine aus Sandstein gibt es auf dem Friedhof. Alle stammen aus dem 17ten bis 19ten Jahrhundert.
Folgende Strandschönheiten sind ebenfalls aus Nebel:

Der Bohlenweg um den Wriakhörnsee bei Wittdün
Am südwestlichen Ende von Wittdün beginnt, analog dem Bohlenweg bei Norddorf, ebenfalls ein schön angelegter, gut zu laufender Bohlenweg.

Am Wriakhörnsee vorbei kann man bis zum Leuchtturm laufen.


Kaum zurück vom hohen Norden, haben wir schon jetzt wieder „Heimweh“ nach Inseln, Wind und Wasser. Hoffentlich kommen wir das nächste Mal schneller zurück, als wir diesen Urlaub an der Nordsee warten mussten.













































































































