Bali – 20 ultimative Tauchgänge bei Pemuteran

Das Pondok Sari in Pemuteran auf Bali

Zwei verschiedene Regionen wollten wir auf Bali während unseres Tauchurlaubs im September / Oktober 2024 behauchen. Unsere ersten Urlaubswoche auf Nusa Penida verbrachten wir mit der erfolgreichen Suche nach dem Mola Mola, für die zweite Urlaubswoche wechselten wir nach Pemuteran.

Pemuteran ist ein kleines Dorf im äußersten Nordwesten von Bali und noch weitestgehend vom Tourismus verschont. Die Fahrtzeit vom Flughafen in Denpasar beträgt circa 3,5 bis 4 Stunden.

Pondok Sari

Einquartiert hat uns Myriam von Sun & Fun in Pemuteran im Pondok Sari, einem Resort, in welchem wir uns von der ersten Sekunde an pudelwohl gefühlt hatten. Im traumhaften Garten der Anlage sind kleine Häuser verschiedenen Alters verteilt – viele davon sind bali-typisch aus dunklem Holz gebaut. In der Anlage sind viele kleine und große Teiche verteilt und überall gibt es etwas zu entdecken.

Das Pondok Sari grenzt direkt an den Sandstrand, bei dem sich auch das Restaurant der Anlage und die Tauchbasis der Karang Divers befinden.

Unser Tauchen in Pemuteran

Getaucht sind wir mit den Karang Divers. Geleitet werden die Karang Divers, die in Pemuteran insgesamt dreimal vertreten sind, von Gonzo. Gonzo und sein Team bescherten uns traumhafte und stressfreie Tauchtage. Er und sein Team lesen den Gästen jeden Wunsch von den Augen ab und unterstützen wo sie nur können.

Das Team der Karang Divers

Sie gingen bei der Planung der Tauchplätze auf die Wünsche der Gäste ein, so gut es möglich war. Sie bereiteten die Ausrüstung für die anstehenden Tauchgänge vor und wuschen das Equipment nach jedem Tauchgang. Der warme Tee stand schon an der Basis bereit, wenn man vom Tauchen zurückkam. Und überhaupt wurde viel geredet und gelacht – genau so, wie man es sich in einem Tauchurlaub wünscht.

Richtig viel Glück hatten wir auch mit unserem Guide Dhino. Um genügend Zeit für das Fotografieren unter Wasser zu haben, hatten wir uns Dhino als „private Guide“ gegönnt.

Wir und unser Tauchguide Dhino

Dhino gab bei jedem Tauchgang sein Bestes und seinen Augen entging nichts – weder „Shaun, das Schaf“ noch ein klitzekleiner Baby-Anglerfisch mit wenigen Millimetern Größe.

Grundsätzlich kann man über Sand und natürliche Riffe tauchen, man kann in Menjangan an den Steilwänden tauchen und man kann das riesige künstliche Riff „Biorock“ betauchen.

Das Projekt “Biorock“ ist weltweit das größte künstliche Riff, um Korallen zu züchten. Auf Stahlgestellen unterschiedlichster Formen werden kleine gezüchtete Korallen befestigt. Strom, der durch die Stahlgestelle geleitet wird, beschleunigt den Wachstum dieser Korallen, so dass diese wieder geteilt werden können, an neue Stahlgestelle angebracht werden und durch Strom wieder zum schnellen Wachstum angeregt werden. So geht es dann immer weiter. Ein wahrlich tolles Projekt, bei dem sich der Erfolg bereits eingestellt hat. Viele Meeresbewohner nutzen das künstliche Riff schon als ihr neues Zuhause.

Unsere Tauchgänge in Pemuteran

Ausgiebig haben wir das 

Hausriff und den Jetty

genossen. 

Zum Hausriff zählen oben beschriebenes Biorock-Projekt, Muck-Diving (also Tauchgänge über Sand) und Tauchen über Seegras-Wiesen – alles vom Strand aus.

Zum Tauchplatz „Jetty“ fährt man wenige Minuten mit dem Boot. Bei diesem Tauchplatz handelt es sich um die Bootsanlegestelle der einheimischen Fischer, die theoretisch auch vom Strand aus erreichbar ist.

Der Jetty

war unser Favorit, während unserer Tauchgänge in Balis Nordwesten. Im Grunde müsste es einen traurig stimmen, wie es am Jetty unter Wasser ausschaut. Hier wurde in den letzten Jahren so einiges entsorgt, was im Wasser eigentlich nichts zu suchen hat. Aber wie in der Lembeh Strait nutzen auch hier die Tiere den ein oder anderen Unrat als ihr Zuhause. Eine unglaubliche Vielfalt hat sich hier unter Wasser angesiedelt.

Wie glücklich waren wir, als wir endlich wieder 

Geisterpfeifenfische 

zu sehen bekamen.

Robuster Geisterpfeifenfisch

Am Jetty gab es sowohl den Robusten Geisterpfeifenfisch, auch Seegras-Geisterpfeifenfisch genannt, wie auch den Schmuck-Geisterpfeifenfisch. Immer wenn wir den Jetty betauchten, zeigten sie sich.

Geisterpfeifenfisch während des Tauchens bei Pemuteran auf Bali
Geisterpfeifenfisch während des Tauchens bei Pemuteran auf Bali

Ein besonderes Erlebnis hatten wir am Jetty bei unserem letzten Tauchgang dieses Urlaubs. Dhino bewies sein geschultes Auge und fand zwei 

Anglerfische

Der braune Anglerfisch war mit einer Größe von circa 5 Zentimetern gut erkennbar.

Anglerfisch während unser Tauchgänge am Getty

Der kleine rote Geselle, den Dhino fand, war mit einer Größe von nur circa 5 Millimetern eigentlich unmöglich zu finden. Irgendwie hat ihn Dhino dennoch entdeckt.

Anglerfisch während des Tauchens bei Pemuteran auf Bali

Im grimmig Dreinschauen war der kleine Anglerfisch auf jeden Fall schon ganz groß.

Als künstliches Riff wurde am Jetty ein kleiner Bus versenkt. Gut bewachsen ist der Bus noch nicht, aber im geöffneten Motorraum (der Motor ist ausgebaut) haben sich bereits Unmengen an 

Putzergarnelen und Durban Tanzgarnelen 

angesiedelt. 

Unter dem Bus haben es sich ein paar

Hohlkreuzgarnelen

wohnlich gemacht.

Hohlkreuzgarnele oder auch „Sexy Shrimps“

Neben der unglaublichen Vielfalt an Critter bietet der Tauchplatz Jetty noch einen weiteren Vorteil. Die meiste Zeit taucht man in einer Tiefe von 2 bis 6 Metern, lediglich der Bus befindet sich etwas tiefer auf rund 12 Metern.

Die Tauchzeit wurde hier nicht so eng gesehen und man hatte auf Grund der geringen Tiefen die Chance auch mal 90 Minuten unter Wasser bleiben zu können.

Beim 

Tauchen über Seegras

übertraf sich Dinoh wieder einmal selbst und zeigte uns 

„Shaun, the sheep“

Shaun, auf deutsch „Blattschaf“, konnten wir ein Jahr vorher bereits beim Tauchen um Tulamben sehen. Er war damals der Auslöser, dass wir uns einen Makro-Aufsatz für unsere Unterwasserkamera kauften.

„Shaun, das Schaf“ – eine echte Rarität

Richtig gut habe ich Shaun erneut nicht erwischt, aber eine kleine Steigerung zu den Bildern unseres Shauns aus Tulamben ist erkennbar. Das perfekte Bild von Shaun muss noch etwas warten.

Beim Tauchen über dem Seegras kann man regelmäßig auch

Schildkröten

sehen.

Welch ein Kontrast, wenn man wenige Minuten nach 2 Millimetern Blattschaf plötzlich einen Meter Schildkröte vor sich hat.

Beim Nachttauchgang haben wir über dem Seegras noch diesen wunderschönen

Kalmar

gesehen.

Das 

Künstliche Riff Biorock

betaucht man, wie die Seegraswiesen, vom Strand aus.

Es ist unglaublich, was sich an 

Nacktschnecken

und 

Garnelen und Krabben

dort bereits angesiedelt hat.

Als besonderes Highlight fanden wir am Biorock einen weiteren

Anglerfisch

Diesmal zeigte er sich in modischem gelb.

Einige

Natürliche Riffe

wie Deep Reef, Napoleon Reef und Close Encounter bieten ebenfalls abwechslungsreiche Tauchgänge. Der Tauchplatz „Temple Garden“ ist gemeinsam mit dem „Coral Garden“ eigentlich auch ein natürliches Riff, wurde aber durch verschiedene Statuen, die dort versenkt wurden, künstlich „aufgemotzt“. 

Sämtliche natürlichen Riffe in Pemuteran werden mit dem Boot angefahren, wobei die längste Anfahrt nicht mehr als 10 Minuten Zeit beanspruchte.

Wir fanden dort

herrliche Unterwasserlebewesen, wie Hart- und Weichkorallen, Muscheln und Seescheiden

und

eine Vielzahl an Nacktschnecken

Neben buntem Fisch gab es noch diverse

Garnelen und Krebse

und eine, gar nicht so scheue

Sepia

Wenn man lieber an Steilwänden tauchen möchte, kann man, nach etwa einstündiger Bootsfahrt, in

Menjangan 

tauchen.

Ausfahrten nach Menjangan werden täglich angeboten, wobei dort immer zwei Tauchgänge durchgeführt werden.

Da wir bunte Riffe und Steilwände bereits in der Vorwoche in Nusa Penida genießen konnten, fuhren wir nur einmal nach Menjangan.

Dort lagen Glück und Pech eng beieinander.
Warum auch immer, aber während jedes Tauchurlaubs passiert es mir mindestens einmal, dass beide Blitze unserer Unterwasserkamera gleichzeitig den Geist aufgeben. So ist es uns während des ersten Tauchgangs in Menjangan nach drei Bildern passiert.

Zum zweiten Tauchgang ließen wir die Unterwasserkamera dann gleich auf dem Boot.
Und prompt begleitete uns für mehrere Minuten ein jagender Weißspitzen-Riffhai.
So ärgerlich es auch ist, dass wir von ihm keine Bilder machen konnten: das Erlebte zählt.

Ein kleiner Beitrag für die Unterwasserwelt

Direkt neben dem Pondok Sari befindet sich eine Aufzuchtstation für Meeresschildkröten. Gegen einen kleinen Obolus darf man dann „seiner eigenen Schildkröte“ zunächst einen Namen geben und diese dann in die große Freiheit entlassen.

Zum Dank an unseren Guide Dhino, der uns so tolle Tauchtage bescherte, nannten wir unsere Schildkröten Dhino 1 und Dhino 2. Sie haben etwas gebraucht, um den Weg vom Strand ins Meer zu finden – hoffentlich finden sie sich jetzt im Meer zurecht und sind sie kräftig und selbstständig genug, damit sie es schaffen eines Tages nach Pemuteran zurückzukommen.

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