Zu meinem Geburtstag in 2016 unternahmen wir eine tolle Tauchreise. Zwei Wochen lang betauchten wir zwei unterschiedliche Ziele im Norden von Sulawesi. Zunächst genossen wir bunte Steilwände im Bunaken-Nationalpark. Dann wechselten wir nach Pulau Lembeh, um beim Muck-Diving in der Lembeh Strait verschiedene Critter zu erleben.
Der Bunaken-Nationalpark
ist seit 1997 ein Unterwasser-Schutzgebiet am nordöstlichen Ende von Sulawesi, circa eine Bootsstunde nordwestlich von Manado. Der gesamte Nationalpark hat eine Größe von 890 km2. Das Tauchen in Bunaken verspricht eine außergewöhnliche Artenvielfalt samt intakten Korallenriffen, wobei vornehmlich Steilwandtauchen angesagt ist. Bekannt ist Bunaken ferner für eine Vielzahl an Schildkröten, die dort regelmäßig angetroffen werden.
Unsere Unterwasser-Erlebnisse in Bunaken
Wie oben beschrieben waren es zunächst
Schildkröten
die wir glücklicherweise immer wieder sehen konnten.

Mit Riffschutz haben die Schildkröten allerdings in der Regel nichts am Hut.
Immer wieder rammten sie auf der Suche nach einem Ruheplatz oder zum Fressen ins Riff – egal, ob gerade eine wunderschöne Gorgonie im Weg ist oder auch nicht.

Zehn Schildkröten oder auch mehr während eines Tauchgangs zu sehen, war in Bunaken keine Seltenheit.Krabben und Garnelen
Krabben und Garnelen
Regelmäßig zu finden waren die
Orang-Utan-Krabben

Zeitweise hielten sich bis zu drei Exemplare gleichzeitig in einer Anemone auf.

Ein paar Mal hatten wir auch das Glück die
Candy Crab oder Weichkorallenkrabbe
zu sehen.

Wie Gremlins aussehend, wachten sie perfekt getarnt in ihrer Weichkoralle.
Und nach vielem Suchen konnten wir letztendlich auch eine
Imperator-Garnele
auf einer Seegurke entdecken.

Weitere Garnelen, die wir finden konnten:
Hohlkreuzgarnele oder Sexy Shrimps
Anemonengarnele
Mushroom Shrimp oder Pilzkorallen-Garnele
Hairy Squat Lobster oder Schwamm-Springkrebs

Großfisch
Nicht unbedingt häufig, aber immer mal wieder fand sich auch Großfisch beim Tauchen um Bunaken.
Bei einem Early-Morning-Tauchgang hatten wir zum Beispiel das Glück drei Schwarzspitzen- und zwei Weißspitzenriffhaie zu sehen. Ab und an segelte im Blau auch mal ein Adlerrochen vorbei.
Schlafende Weißspitzenriffhaie gab es auch zu sehen.

Vom Großfisch zum Kleinstlebewesen unter Wasser, dem Pygmäenseepferdchen.
Das Hippocampus Pontohi
ist ein nur 16-17mm kleines Seepferdchen und kommt ausschließlich an den Küsten von Sulawesi, in der Regel in Tiefen von 10 bis 25 Metern vor.
Entdeckt wurde das Hippocampus Pontohi erst in 2008.
Zu unserer Freude gab es beim Tauchen im Bunaken-Nationalpark auch eine Vielzahl an
Nacktschnecken und Flachwürmer

Für Unterwasserfotografen haben Nacktschnecken viele Vorteile.
Sie sind hübsch, sie sind bunt und sie sind langsam. Die Chance, dass sie auf dem Bild einigermaßen scharf abgebildet sind, ist somit um einiges höher, als wenn ein Hai an einem vorbei saust.


Eine bunte Vielfalt und verschiedenste Formen zeigten auch die verschiedenen
Muscheln, Schwämme, Anemonen und Korallen in Bunaken
Kunst im Riff oder Reefart sind Begriffe, die uns immer in den Kopf kommen, wenn wir diese Kunstwerke der Natur sehen.
Was gab es sonst noch beim Tauchen in Bunaken?
Grundsätzlich gab es sehr viel Fisch zu sehen. Besonders gefreut haben wir uns über verschiedene Anglerfische, die wir sehen konnten.

Darüberhinaus gab es Anemonenfische, Schaukelfische und vieles mehr.



Nach einer Woche Tauchen im Bunaken Nationalpark wechselten wir in den Nordosten von Sulawesi auf die Insel Pulau Lembeh.
Für eine weitere Woche war
Muck-Diving in der Lembeh Strait
angesagt.
Bei der Lembeh Strait handelt es sich um die Schifffahrtsstrasse zwischen der Hafenstadt Bitung auf dem Festland Nord-Sulawesis und der Insel Pulau Lembeh. Die Straße von Lembeh ist circa 12 Kilometer lang und bis zu 3 Kilometer breit und beinhaltet mehr als 50 Tauchplätze.

Als „Mekka für Taucher“ ist die Lembeh-Strait bekannt für Muck-Diving. Muck-Diving bedeutet, dass man über Sand und Schlamm taucht, nicht jedoch entlang bunter Riffe. Letztere darf man in Lembeh nicht erwarten. Die Lembeh-Strait ist dafür bekannt, dass sie sehr zugemüllt ist. Man taucht dort an vielen Stellen zwischen alten Tüten, Säcken, Autoreifen und weiterem Unrat, was den Critter in Lembeh jedoch häufig als Behausung dient.

Durch das Festland im Westen und die Insel im Osten vor Brandung geschützt, bietet die Straße von Lembeh eine besondere große Ansammlung an Critters.
Was sind Critter?
„Critter“ ist für Taucher eine Überbegriff für kleine und oftmals skurril aussehende Lebewesen,.

Unsere Highlights in Lembeh
Am ersten Tauchtag durften wir unserem Guide Yap eine „Wunschliste“ übergeben, was wir denn während unserer Tauchgänge in Lembeh gerne sehen würden. Wir haben auf unsere Wunschliste wirkliche Unter-Wasser-Raritäten geschrieben und nicht im Entferntesten damit gerechnet, dass Wünsche wie Rhinopia, Lembeh Sea Dragon und Blauringoktopus in Erfüllung gehen könnten. Aber unser Tauchguide Yap gab alles, um uns jeden Wunsch zu erfüllen. Wir tauchten oft weit über 60 Minuten hinaus und kratzten dabei nicht selten am Deko-Limit. Auch mussten wir nicht bei verbliebenen 50 Bar im Tank auftauchen. 20 Bar restlicher Luft im Tank waren genug. Dennoch waren alle Tauchgänge mit Yap sicher und hochprofessionell.
Unser Lembeh-Highlight Nummer 1: der Rhinopia

Es gibt zwei Arten von Rhinopias: den Fransen-Drachenkopf und den Tentakel-Drachenkopf. Unser Guide Yap hat für uns den Tentakel-Drachenkopf gefunden, auch „Schluckspecht“ genannt.

Mittlerweile haben wir Beide je weit über 600 Tauchgänge. Unser Rhinopia aus Lembeh ist bislang dennoch der einzige Rhinopia, den wir sehen konnten. Man kann erahnen, wie selten dieser skurrile Fisch ist.
Unser Lembeh-Highlight Nummer 2: der Lembeh Sea Dragon
Der Lembeh Sea Dragon wurde erst im Jahr 2006 entdeckt und gehört zur Familie der Seepferdchen und Feilenfische.
Mit 1mm Dicke und 3-4cm Länge gehört der Lembeh Sea Dragon nicht unbedingt zu den Riesen der Unterwasserwelt.
Unser Lembeh-Highlight Nummer 3: Oktopusse und Sepia
Die Vielfalt, die sich in Lembeh ohnehin zeigt, findet sich im Speziellen auch bei den Tintenfischen. In Lembeh hatten wir zum ersten Mal die Möglichkeit gemeinsam einen
Blauringkrake (Blauringoktopus)
zu sehen.

Blauringkraken sind beginnend im Flachwasser bis in Tiefen von 50 Metern anzutreffen. Der bis zu 5,5cm große Tintenfisch ist hochgiftig. Sein Nervengift kann für den Menschen tödlich sein.

Ebenso eine Erstsichtung war für uns der
Kokosnuss-Oktopus
Der Kokosnuss-Oktopus ist ebenso der spassigste Tintenfisch, den wir bislang gesehen haben.

Seine Leidenschaft ist, sein zu Hause mit sich herumzutragen. Nicht aber etwa wie eine Einsiedlerkrebs, der sein zuhause übergestülpt hat.
Der Kokosnuss-Oktopuss trägt Kokosnussschalen oder Muscheln mit einigen seiner Arme mit sich, um sich dann bei Gefahr oder wenn er Ruhe braucht, darin zu verstecken.

Eine weitere Rarität aus der Familie der Tintenfische war der
Flamboyant Cuttlefish oder Prachtsepia
den wir ebenso sehen konnten.

Der Prachtsepia wird nur bis maximal 6 Zentimeter groß und bewegt sich laufend fort.

Weitere Oktopusse und Sepia aus Lembeh


Unser Lembeh-Highlight Nummer 4: Mandarinfische

Mandarin-Fische haben wir schon öfters sehen können, obwohl dies in der Regel gar nicht so leicht ist.

Mandarin-Fische zeigen sich nämlich nur kurz während der Abenddämmerung. Dannn sucht das kleinere Männchen sein Revier ab, umwirbt ein Weibchen nach dem anderen und steigt dann mit der jeweils Auserwählten kurz auf, um schnellen Sex zu haben. Länger als 2-3 Sekunden dauert das Liebesspiel meistens nicht.

Unser Lembeh-Highlight Nummer 5: Anglerfische
Auch bezüglich der Sichtung von Anglerfischen ist Lembeh eine Ausnahme. So viele Anglerfische haben wir während unserer Tauchurlaube vor Lembeh, aber auch danach nie mehr gesehen.


Unser Lembeh-Highlight Nummer 6: Nacktschnecken
Nacktschnecken im Garten sind verhasst, Nacktschnecken unter Wasser lassen jedes Taucherherz höher schlagen.

Auch bezüglich der Nacktschnecken-Unterwasserwelt bietet Lembeh einen unglaublichen Artenreichtum.

Formen und Farben sind keine Grenzen gesetzt.


Unser Lembeh-Highlight Nummer 7: Garnelen und Krabben
Eine Seltenheit unter Wasser ist die
Harlekingarnele
Die Harlekingarnele wird zwischen 3-5 Zentimeter groß und lebt in Tiefen von 1 bis 20 Meter.

Man sieht es den Harlekingarnelen nicht an, wie räuberisch sie unterwegs sind. Als Paar schaffen sie es Seesterne auf den Rücken zu drehen. Der umgedrehte Seestern, der sich dann nicht mehr fortbewegen kann,. dient dann für die kommenden Wochen als Lebendfutter.

Boxerkrabbe
Schwer zu finden und noch schwerer zu fotografieren sind die maximal 2 Zentimeter großen Boxerkrabben.

Einzigartig macht die Boxerkrabben, dass sie an ihren Armen Anemonen-Büschel mit sich herumträgt. Die lebenden und somit fesselnden Anemonen dienen der Boxerkrabbe zur Verteidigung.
Häufiger, am immer wieder toll anzusehen, ist der
Mantis Shrimp oder Fangschreckenkrebs
Wenn man ein Bild des Mantis Shrimps machen will, sollte man sich ihm mit äußerster Vorsicht nähern. Nicht umsonst ist der Mattis Shrimps für den härtesten Schlag der Welt im Guinness Buch der Rekorde eingetragen.

Mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h schlägt der Fangschreckenkrebs zu und erzeugt dabei eine Kraft, die 100mal höher ist als ein Gewicht. So manchem Fotografen hat ein Mantis Shrimps bereits den Photo zerstört.

Die Imperatorgarnele
Die circa 2 cm große Imperatorgarnele lebt, in Tiefen bis zu 30 Metern, gerne auf Nacktschnecken oder Seegurken. Von diesen lässt sich die Imperatorgarnele durch die Gegend tragen, um leichter zu ihrer Nahrung zu kommen.


Weitere Krabben und Garnelen, die wir in Lembeh sehen konnten:



Unser Lembeh-Highlight Nummer 8: Farben und Formen
Auch wenn das Muck-Diving in Lembeh normalerweise keine Farbexplosion verspricht, gibt es dennoch die ein oder andere Ausnahme.
Man könnte noch mehrere Highlights aus Lembeh aufzählen – so viel wurde dort geboten. Wir sahen noch Leierfische, Flügelrossfische, Geisterpfeifenfische und vieles mehr.


Unsere Unterkünfte in Bunaken und Lembeh
Untergebracht waren wir sowohl in Bunaken als auch in Lembeh bei Bastianos. Mit Bastianos sind wir sowohl in Bunaken als auch in Lembeh ebenfalls getaucht. Ein spezieller Dank geht an Yap, unseren Tauchguide, der unermüdlich nach Raritäten suchte und mit vollem Eifer versuchte, unsere Wünsche zu erfüllen.
Die Kombi aus Lembeh und Bunaken bot einen perfekten Tauchurlaub, den wir hoffentlich irgendwann wiederholen werden.
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