🇰🇭 Angkor in Kambodscha
Eines haben die Tempelanlagen, die wir in Angkor gesehen haben gemeinsam: sie sind alle absolut faszinierend. Gerade aber die Unterschiedlichkeit der Tempel zwischen raffinierter Vielfalt, liebevoller Verspieltheit, Lebendigkeit und Imposanz ließ keine Langeweile aufkommen und machte jeden Tempel auf seine eigene Art und Weise interessant.
🏛️ 1 – Angkor Thom, raffiniert und vielfältig
Vielfältig geht es schon los, wenn man Angkor Thom über das Südtor betritt. Die „Straße der Riesen“ wird links von 54 Göttern und rechts von 54 Dämonen flankiert. Schon hat man 108 Gesichte, dabei ist man noch nicht mal richtig im riesigen Angkor-Thom angekommen.


Die Gesichter des Bayon-Tempels

Der Bayon-Tempel ist – wegen seiner Gesichtstürme – neben Angkor Wat der bekannteste undeindrucksvollste Tempel im kompletten Komplex. Ursprünglich waren es 54 Gesichtstürme, von denen heute noch 37 erhalten sind, mit je 4 Gesichtern. Jedes der bis zu 7 Meter hohen Gesichter zeigt den Bodhisattva Avalokiteshvara. Vier verschiedene Gesichtszüge sollen die je vier Gesichter pro Turm darstellen: dascharmante, traurige, frohe und schöne Lächeln.

Jeder einzelne Gesichtsturm stand für eine der 54 Provinzen des Königreichs, jedes einzelne der 216 Gesichter stand für einen Bezirk.

Alle Gesichter sind 3,5 bis 4 Meter hoch, wobei jedoch keines dem anderen gleicht obwohl sie alle identisch Bodhisattva Lokiteshvara zeigen.
Neben den Gesichtern der Gesichtstürme ist der Bayon-Tempel noch mit gut erhaltenen Wandreliefs verziert. Angeblich befinden sich 11.000 Reliefs auf einer Fläche von 1200 m2.


Der Bayon-Tempel ist ein Pyramidentempel, dessen Bau ursprünglich als Hindutempel begonnen wurde, während diverser Umbauten aber mehr und mehr zu einem buddhistischen Heiligtum wurde.

Der Baphuon-Tempel
ist ein weiterer Tempel auf dem Gelände von Angkor-Thom von dem man einen spektakulären Weitblick hat.

Vor dem Bau von Angkor Wat war der Baphuon-Tempel der größte Tempel im gesamten Komplex. Im Mittelalter ist der Tempel komplett verfallen und wurde vom Ende des letzten Jahrhunderts bis zum Beginn des Jahrhunderts wie ein riesiges Puzzle wieder zusammengebaut und im Jahr 2011 für Besucher geöffnet.

Ferner gibt es in Angkor-Thom noch die
Terrasse der Elefanten
Vor der 350 Meter langen Terrasse der Elefanten wurden zur Zeit der Khmer Paraden, Prozessionen und Spiele abgehalten. Die Elefantenterrasse diente dabei als Zuschauertribüne.
Ihren Namen hat die Elefantenterrasse von den kunstvollen Reliefs von Elefanten, Garudas, Löwen und anderen Figuren, die sie verzieren.

🏛️ 2 – Banteay Srei, liebevoll verspielt
„Die Harmonie der Architektur und die Schönheit und Fülle des Dekors sind einzigartig“ – mit diesem Versprechen aus unserem Reiseführer sind wir zum Banteay Srei „marschiert“.

Vom Osttor kommend, geht man über eine Prozessionsstraße auf des Heiligtum zu. Das Zentrum der „Zitadelle der Frauen“ bilden dann 3 Turmheiligtümer aus Sandstein, welche alle von „Wächtern“ flankiert werden und überreich dekoriert sind.


Der Banteay Sei wurde im 10ten Jahrhundert erbaut und ist dem Gott Shiva gewidmet.



🏛️ 3 – Ta Prohm, der Lebendige
Ta Prohm, der Dschungel-Tempel, war unser persönliches Highlight in der ganzen, riesigen Anlage.

Die Tetrameles Nudiflora, eine Würgefeige, hat hier alles fest im Griff.

Die Wurzeln der Pflanze umschlingen und bohren sich durch das alte Gemäuer.


Man kann sich bei der Besichtigung richtig vorstellen, welchen Eindruck Ta Prohm und ganz Angkor damals auf seine Entdecker gemacht haben muss.



Ta Prohm wurde Ende des 11ten Jahrhunderts als buddhistisches Kloster errichtet.

🏛️ 4 – Angkor Wat, der Imposante
Bei Angkor Wat, der Stadt der Tempel, handelt es sich um die bedeutendste und bekannteste Tempelanlage im ganzen Gebiet. Die Bedeutung dieses Haupttempels der Anlage zeigt sich unter anderem darin, dass er nicht nur auf den Geldscheinen Kambodschas abgebildet ist, sondern auch Teil der Fahne von Kambodscha ist.

Monumental ist alles an Angkor Wat: Die Größe der Anlage beträgt 1300 Meter x 1500 Meter im Grundriss, die 3-stufige Pyramide im Zentrum ist 65 Meter hoch.


Monumental sind auch die Flachreliefs. Rund 600 Meter Reliefs sind in der Fassade des Tempels vorhanden und teilweise richtig gut erhalten.


Wir hatten nur zwei Tage für das komplette Angkor, entsprechend nur einige wenige Stunden um Angkor Wat zu erkunden. Im Nachhinein war das ein großer Fehler. Zu viele Details gibt es hier zu entdecken.






Unser Fazit
Mehr als 2 Millionen Menschen strömen jährlich durch die Anlage von Angkor Wat, das bedeutet im Schnitt mehr als 5.500 Menschen pro Tag. Ob und wie lange die Tempelstadt das noch verkraftet sind wir wirklich gespannt.
Hoffentlich kann man diesen herrlichen Fleck auf der Erde noch länger erleben. Wir wünschen uns, mit viel Zeit und Ruhe, das komplette Angkor nochmals besuchen zu können.
Weitere Erlebnisse, die wir in Kambodscha hatten, findet Ihr hier auf vonhierundunterwegs.
