Vor dem Urlaub auf den Seychellen sagten wir uns, dass wir uns vom Tauchen nicht so viel erhoffen, sondern eher auf die Landschaft über Wasser setzen – auf all die Traumstrände, die man aus der Werbung kennt. Wie so oft, kam es ganz anders als erwartet. Bei zwei Wochen Dauerregen blieb uns, in der eigentlich besten Reisezeit, als einzige Möglichkeit das Tauchen, und das hatte, wider aller Befürchtungen, doch so einiges zu bieten.
Unser Tauchen auf den Seychellen
Wir hatten uns dafür entschieden zwei Inseln kennenzulernen und zu betauchen. Den Start machten wir auf Mahe, der Hauptinsel der Seychellen, auf der wir die erste Woche verbrachten. Für die zweite Urlaubswoche wechselten wir auf die Nachbarinsel Praslin.



Die Granitlandschaft, die man von unzähligen Strand-Bildern der Seychellen kennt, setzt sich unter Wasser fort. Mal als Stalagmiten, mal als einzelne Granitwürfel, die im Wasser verteilt sind.
Am nächsten Tauchplatz sind es Schluchten und Kanäle im Granit, durch die man tauchen kann. Eine bunte Korallenwelt, wie man sie aus dem Indo-Pazifik kennt, sollte man auf den Seychellen nicht standardmäßig erwarten.
Auf Mahé tauchten wir mit den Ocean Dream Divers und den Blue Sea Divers. Beide liegen nur wenige Meter voneinander entfernt am Beau Vallon. Auf Praslin schlossen wir uns den, unter französischer Leitung stehenden, Octopus Divers an. Alle Basen boten entspanntes und sicheres Tauchen mit hochmotivierten Guides. Die Ausfahrten fanden jeweils in kleinen Gruppen statt, wobei ein Guide maximal 6 Taucher zu betreuen hatte. Bei der Auswahl der Tauchplätze wurde auf Abwechslung wert gelegt und die Basen boten die Möglichkeit nach den Tauchgängen noch gemütlich beieinander zu sitzen.
Was gab es für uns beim Tauchen auf den Seychellen zu sehen?
An marinem Leben gab es auffallend viele Tintenfische, Muränen und Schildkröten. Glücklicherweise gab es auch noch relativ viele Haie (Weißspitzenriffhaie und graue Riffhaie) zu sehen. Häufig besuchten uns auch Adlerrochen und Büffelkopf-Papageifische.
Büffelkopf-Papageifische
Büffelkopf-Papageifische sind sehr scheue Fische, die bis zu einem Meter groß werden können.

Die Büffelkopf-Papageifische sind immer in einer Gruppe unterwegs und in Tiefen bis zu 30 Metern anzutreffen.

Den Papageifischen haben wir die schneeweißen Strände vieler Inseln zu verdanken. Die Steinkorallen, die von den Fischen gefressen werden, werden als feinster Sand wieder ausgeschieden.
Der seltene Himmelsgucker
Einen Himmelsgucker konnten wir auf den Seychellen überhaupt das erste Mal sehen.

Oft schauen nur die Augen des Himmelsguckers aus dem sandigen Boden. Der Rest des Körpers ist dann eingegraben. Der Himmelsgucker gehört zu den giftigeren Fischen in der Unterwasserwelt. Er hat zwei mit Gift gefüllte Stacheln, deren Gift für den Menschen nicht lebensgefährlich, aber sehr schmerzhaft sein kann.
Gefährlicher als der Himmelsgucker ist der
Drachenkopf und Steinfisch
Beide, den Drachenkopf und den Steinfisch, haben wir während unserer Tauchgänge relativ oft angetroffen.

Drachenköpfe sind Lauerjäger, die bis zu einem halben Meter groß werden können. Meist liegen Drachenköpfe gut getarnt in Korallen im Riff versteckt. Dort warten sie ab bis Beute vorbei schwimmt, die sie dann einsaugen.

Die Drachenköpfe haben das schlechte Schwimmen mit dem Steinfisch gemein.

Ein Unterschied zwischen dem Drachenkopf und dem Steinfisch liegt darin, dass der Steinfisch wesentlich giftiger ist.

Das Gift des Steinfischs kann für den Menschen im ungünstigsten Fall tödlich sein.

Sehr neugierig waren die
Fledermausfische

Selten können Feldermausfische bis zu 70 Zentimeter groß werden.

Da sie sich meist in Tiefen bis zu 20 Metern aufhalten, sind Fledermausfische glücklicher Weise relativ häufig anzutreffen.
Ebenfalls häufig haben wir
Muränen
finden können.
Viele Taucher können sich für Muränen nicht begeistern. Wir sind aber wahre Fans dieser herrlichen Tiere.

Muränen sind übrigens ungefährlicher als sie wirken. Sie greifen lediglich an, wenn sie sich bedroht fühlen.
Selten hatten wir derart häufig wie auf den Seychellen
Tintenfische
bei unseren Tauchgängen finden können.
Neben der Tinte, die die Tintenfische in ihrem Beutel mit sich tragen und bei Gefahr ausstoßen, haben sie noch eine weitere herausragende Eigenschaft. Innerhalb weniger Sekunden können sie Ihr Aussehen und ihre Farbe ändern. Die beiden folgenden Bilder haben wir innerhalb weniger Sekunden vom selben Tintenfisch am selben Ort aufgenommen.

Haie und Rochen
hatten wir auch immer wieder sehen können.
Manchmal patrouillierten Weißspitzen-Riffhaie an uns vorbei, manchmal konnten wir sie beim Schlafen finden.
An Rochen gab es sowohl Stechrochen als auch Adlerrochen zu sehen.
Die echten Karettschildkröten
waren weitere Highlights, die wir beim Tauchen auf den Seychellen erleben konnten.

Sie erreichen eine Gewicht von 75 kg und eine Größe von 90 cm.
Bei einem Tauchgang waren zwei
Anglerfische
in den Hartkorallen nahe beieinander auf Lauer gelegen.
Nacktschnecken, Krabben und Garnelen
waren, warum auch immer, leider kaum zu sehen.

Fazit
Das Tauchen auf den Seychellen mag nicht so spektakulär sein, wie auf Komodo, Bunaken und Lembeh oder auf Bali. Dennoch hat es seinen Reiz. Erfreulich war, dass es noch Großfisch wie Haie gab – diese konnten wir während unserer Tauchgänge um Sansibar gar nicht sehen.
Und wenn dann doch mal die Sonne scheint, haben die Seychellen immerhin einige der schönsten Strände der Welt zu bieten.






























