Der Isaan war unsere zweite Heimat – unmittelbar nach dem Saarland – für die Jahre 2017 und 2018.
Beim Isaan (auch Isan) handelt es sich um den nordöstlichen Teil Thailands, der sich von der Phetchabun Hochebene bis an die Grenzen von Laos und Kambodscha erstreckt. Als ärmste Region Thailands ist diese Gegend vornehmlich von Landwirtschaft geprägt, nach und nach ziehen aber größere Projekte, wie z.B. die Windindustrie, ein.

Von Bangkok kommend, fühlt man sich hier auf jeden Fall um Jahre oder auch Jahrzehnte zurückversetzt. Alles ist noch ein bißchen langsamer und einfacher als im Rest des Landes und vor allem als in der quirligen Hauptstadt Bangkok.

Auch auf den Tourismus bezogen hinkt der Isaan dem restlichen Thailand noch gewaltig hinterher. Nicht viele Farangs (wie die westlichen Ausländer in Thailand genannt werden) finden bislang den Weg in diese Region, die ihren ganz eigenen Reiz bietet.

Zum einen lohnt sich der Besuch verschiedener Tempel, aber auch die Natur mit einer bunten Vogel-, Amphibien- und Reptilienwelt und das typische, wenn auch einfachere Thai-Leben zu erleben, machen den Isaan interessant und besuchenswert.
Einer der eigenwilligsten Tempel könnte der
Elefantentempel bei Dan Khun Thot im Isaan
sein.
Richtig echte Elefanten gibt es beim Elefantentempel nicht. Aber der Tempel selbst ist einem, wenn auch überaus farbenfrohem, Elefanten nachempfunden.
Den Elefantentempel findet man wenige Kilometer westlich von Dan Khun Thot, welches wiederum eine knappe Autostunde nordwestlich von Nakhon Ratchasima (Korat) entfernt ist.
Wenn man auf den Elefantentempel zuläuft, kann man bei geschäftigen Thai-Frauen erstmal Vögel kaufen, denen man dann wiederum die Freiheit schenken kann.

Wir sind uns gar nicht sicher, ob das Hauptgebäude des Elefantentempels „Wat Ban Rai“ selbst wirklich ein reiner Tempel oder mehr eine Art „Buddhismus-Schulungszentrum“ oder ein Museum ist.

Nachdem der „alte“ Elefantentempel schon sehr verfallen war, hatte der in Thailand sehr beliebte Mönch Luang Phor Koon den jetzigen Neubau veranlasst.

Wenn man das Hauptgebäude, den Elefanten, der in einen See gebaut ist, kommend über die Brücke betritt, findet man zunächst eine große Halle vor, in der sich auch ein Buddha befindet.

Von dort kann man dann über einen langen, gebogenen Weg hinauf in den ersten Stock gehen. Der gesamte Weg ist von Wandbildern gesäumt – die Erklärungen sind jedoch ausschließlich in thailändischer Sprache.

Im Untergeschoss ist eine hypermoderne Halle, die ebenfalls mehr den Flair einer Ausstellungshalle vermittelt.

Wenn man den Elefantentempel außen umrundet, sieht man viele nachmodellierte Szenen, deren Sinn sich uns aber leider nicht erschloß.



Neben dem eigentlichen Elefantentempel ist ein weiterer, kleinerer und hölzerner Tempel, der der eigentliche Tempel zu sein scheint.

Komplett anders gebaut ist
der weiße Tempel (Wat Luang Phor Toh) bei Sikhio in Korat im Isaan
den man von Saraburi kommend einige Kilometer vor Korat Stadt (Nakhon Ratchasima) an der linken Straßenseite findet.

Wenn einem der Elefantentempel als etwas „kitschig“ vorkommen sollte, dann ist der weiße Tempel einfach klassisch schön.

Wie auch beim Elefantentempel, kommt man zu diesem Tempel über eine Brücke, die über einen kleineren, künstlichen See führt. Ein schmalerer Flur führt zur Haupthalle, in der ein recht großer, goldener Buddha, der sehr ernst schaut, thront.

Um den Buddha sind viele weiße Schalen aufgestellt, in welchen man seine Spenden hinterlassen kann.

Wenn man Flora und Fauna sehen und erleben will, ist im Isaan sicher der Khao Yai Nationalpark die erste Anlaufstation – nicht zuletzt, weil man diesen Park auch für einen Tag von Bangkok aus erkunden kann. Eine bunte Tierwelt, wenn man nicht gerade auf Elefanten und Tiger hofft, kann man aber auch anderweitig im Isaan erleben. Immer mal wieder huschen Echsen, die Farben von blau über grün bis rot oder braun tragen, durch die Gegend. Mit viel Glück kann man eine Kobra sehen und, wenn man die richtigen Orte findet, hat man auch die Möglichkeit eine
bunte Vogelwelt im Isaan
zu sehen.
Eine thailändische Kollegin, ihrerseits Vogelliebhaberin, zeigte uns den ein oder anderen Ort, an dem man die farbenfrohen Alexandersittiche und auch andere Vögel finden konnte. Die Alexandersittiche, den Wiedehopf und diverse Eisvögel und Bartvögel konnten wir in unmittelbarer Nähe meines Arbeitsplatzes beobachten.






Um Wasservögel zu sehen sind wir ab und zu nach
Tha Luang
gefahren.
Der Pa-Sak-Fluss wird in Tha Luang am Pa-Sak-Chonlasit-Staudamm aufgestaut. Der entstandene Stausee ist die Haupt-Wasserressource des Gebiets um Tha Luang. Ferner wird der Stausee zum Fischfang genutzt.


Die Ufer des Sees eigenen sich ebenfalls hervorragend zur Vogelbeobachtung.





Die
Amphibien- und Reptilienwelt im Isaan
ist ebenfalls mannigfaltig: Echsen gibt es in Rot-, Blau-, Gold- und Grüntönen..






…die extrem lauten Tokeh lassen einen verzweifeln, wenn nachts im Zimmer laut ihre Namen rufen,

…Schlangen zeigen sich giftig grün,




Speziell die Frösche und Kröten haben ein hartes Leben im Isaan. Nachts laufen die Thais, mit Helmleuchte ausgestattet, am Straßenrand entlang und fangen alles ein, was denn Froschähnliches gerade über die Straße springt. Zum Glück wird ausreichend für Froschnachwuchs gesorgt.

Ich wage gar nicht darüber nachzudenken, wie viele Frösche im Isaan täglich in Kochtöpfen landen.







Also heißt es, Augen aufhalten im Isaan – es gibt einiges Tierisches zu entdecken, wenn man nur etwas Glück hat.
Nach einem ereignisreichen Tag kann man den Abend im Isaan auf dem
Nachtmarkt in Nakhon Ratchasima
genießen.

Der dortige Nachtmarkt findet jeden Abend statt, er ist riesig, sauber und bietet alles, was das Herz begehrt.
Man kann essen – unter anderem gibt es dort auch knusprige Heuschrecken:






Man kann Klamotten und Schuhe kaufen – darunter auch „Thai-Adiletten“ mit Zitrone, Wassermelone, Kiwi, Spiegelei und Erdbeere als Verzierung…

Man kann Haustiere erwerben (erschreckender Weise auch Huskies bei 40 Grad im Schatten) und viele andere bunte Sachen gibt es auch:


Es gibt wohl kaum etwas, was es nicht gibt auf diesem Nachtmarkt…
Ebenfalls in Korat Stadt ist der
Höhlentempel Wat Payat
Wir erreichten den Wat Payat erst am späten Nachmittag, nachdem er schon geschlossen war.
Ein netter Herr öffnete uns dennoch das Tor, ließ uns auf das Gelände und zeigte uns bereitwillig alles was wir sehen wollten.

Angeblich sind die Stalaktiten im Wat Payat von einem früheren echten Höhlentempel im Isaan, welcher Straßenbauarbeiten zum Opfer fiel.

Der Tempel wurde dann in der Stadt Korat (Nakhon Ratchasima) neu gebaut und die Mönche brachten ihre Höhle einfach mit.

Eine schöne Geschichte – ob sie nun stimmt oder nicht. In jedem Fall verbreitet der Höhlentempel eine nette Atmosphäre.
Einen richtig historischen Tempel kann man in
Phimai im Isaan
finden.
Die Ruinen von Phimai sind ein richtig kleines Angkor.

Fast 1000 Jahre alt sind die Gebäude im Geschichtspark von Phimai schon und sehen noch erstaunlich gut aus.
Klar, es ist nicht so spektakulär wie Angkor und bei weitem nicht so riesig. Dennoch ist die beschauliche, kleine Anlage einen Besuch wert.


In Phimai findet man ferner den angeblich gröten Banyan Tree in Thailand oder besser gesagt das Wurzelwerk, was von ihm noch übrig ist. Hoch ist er nicht, der Banyan Tree, aber in den Wurzeln versteckt findet man einen Tempel, Sitzbänke mit Tischen und Wege, um im Schatten spazierengehen zu können.

Der Isaac ist mit knapp 169.000 km2 nahezu halb so groß wie Deutschland. Es ist selbstredend, dass es dort noch viel mehr zu Entdecken gibt noch mehr Zeit hierfür – leider blieb uns nicht.
Der Isaan
kann nicht mit anderen touristischen Reisezielen mithalten, die Thailand zu bieten hat. Aber die Ursprünglichkeit des Isaan, die Natur und die tollen Menschen machen eine Reise in den Isaan in unseren Augen absolut empfehlenswert – wenn auch nur für ein paar Tage.
Weitere Berichte und Bilder zu unseren Erlebnissen in Thailand findet Ihr hier.
